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DANCE MEETS IDENTITY - Harmonie in der Verschiedenheit
 
Schule:
Freiherr-vom-Stein-Realschule
Färberstraße 40,
40233 Düsseldorf
Tel: 0211-899-8470
http://www.rs-freiherr-vom-stein.eschool.de/
http://www.schulen.duesseldorf.de/rs-faerber/page0/page0.html

Realschule
 
Kooperationspartner:
Landesprogramm „Kultur und Schule“
 
Beteiligte Schüler:
29 Schülerinnen und Schüler
Klasse 9b, 29 Schülerinnen und Schüler,
Klassenprojekt 2006/2007
 
Beteiligte Lehrkräfte:
eine Lehrerin, Geschichte, Deutsch, Politik
 
Stundenvolumen:
Intro: Eine Woche 3 Stunden pro Tag
Erarbeitung: ca. 12 Wochen je 2 Stunden pro Woche
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:

Mit dem Ziel " Fremde Sichtweisen verstehen – den eigenen Weg klären " wurde ein Tanzprojekt im Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ mit der Klasse 9b der Freiherr-vom-Stein-Realschule, Düsseldorf, und der Choreographin, Tänzerin und Tanzpädagogin Lina do Carmo realisiert. Für die Schulgemeinschaft war ein tanzpädagogisches Projekt Neuland. Es war eine Tanzreise um und durch Körper und Identität.

Die Klasse 8c der Freiherr-vom-Stein-Realschule, für die das Projekt zunächst beantragt wurde, bestand im Schuljahr 2005 /06 aus 24 Schülerinnen und Schülern. Ihre Schulzeit war durch soziale Defizite sehr belastet: 8 Schülerinnen und Schüler waren mindestens ein Jahr überaltert, 7 kamen von anderen Schulen, u.A. weil sie die Schule verlassen mussten, 4 Jugendliche stammten aus verwahrlosenden Verhältnissen, 12 Jugendliche waren Migranten und stammten aus 8 verschiedenen Ländern, 9 stammten aus einem muslimischen Kontext, der eine besondere Rolle bei der Entwicklung ihrer personalen Identität spielte, mindestens ein Schüler wechselte zur Hauptschule, es gab nur 2 Schüler, die gute Deutschkenntnisse hatten. Die sozialen Defizite konnten durch die klassische Bildungs- und Erziehungsarbeit nicht aufgefangen werden, zumal sich die Schule selbst in einem Umbruch befand und schulorganisatorische Defizite nur über Jahre hinweg behoben werden können. Als der Antrag in den Sommerferien 2006 bewilligt wurde, hatte sich die Lage wieder verändert, der Rest der Klasse wurde mit einem Teil einer Parallelklasse zur 9b zusammengelegt. Neben den bereits anvisierten Zielen, galt es nun, 9 neue Schülerinnen und Schüler in die Klasse zu integrieren.

Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler waren und sind sehr unterschiedlich. Häusliches Üben, Vorbereiten oder Lernen muss täglich neu eingefordert werden und Störungen des Unterrichtes sind verbreitet. Immer wieder kam es beim Austragen von Konflikten zu Handgreiflichkeiten (auch mit Körperverletzungen), zu Sachbeschädigungen, zu verbalen und körpersprachlichen Entgleisungen, die mangelnden Respekt vor Lehrpersonen und Mitschülerinnen zeigten. Es kam zu der Erfahrung, dass die Würde des Menschen antastbar ist.

Als Konsequenz aus dieser Situation wollten die Klassenlehrerin, Anne Rödel, und die Co-Klassenlehrerin, Maria Heiter, zur Vertiefung anderer schulischer Maßnahmen, mit diesen Jugendlichen als Klassengemeinschaft 9b ein Projekt durchführen, das die Suche nach ihrer Identität begleitet, ihre tatsächlichen Sorgen ernst nimmt, ihre Fragen an die Gesellschaft, in der sie leben, stellen hilft und sie in neuen Formen darstellen und diskutieren lässt.

Im Kontext der unterschiedlichen sozialen Hintergründe und der ebenso unterschiedlichen Zukunftsperspektiven bot sich Lina do Carmos kulturelle Vision und ihre eigenen Migrationserfahrungen für ein Tanzprojekt unter dem Titel „Harmonie in der Verschiedenheit“ an, welches sich mit der historischen, aktuellen und zukünftigen Identität der Jugendlichen auseinandersetzt. Das Projekt begleitete die Jugendlichen auf der Suche nach ihrer Identität, nahm ihre tatsächlichen Sorgen ernst, und sollte helfen, ihre Fragen an die Gesellschaft, in der sie leben, zu stellen und die persönlichen und kulturellen Differenzen durch das Medium Tanz aufzuheben bzw. in ihrer Unterschiedlichkeit zu kommunizieren.

Der zeitgenössische Tanz wird hier als Ansatz gesehen, in einem kreativen Prozess den Raum der Selbstimagination und der Selbstexpression zu gestalten. Elemente des zeitgenössischen Tanzes und der Improvisation tragen dazu bei, einen dialogischen Raum zu öffnen, in dem die Schüler verschiedene Ausprägungen des zeitgenössischen Tanzes kennen lernen, ein eigenes Körpergefühl entwickeln und die menschlichen Beziehungen reflektieren. Die unterschiedlichen Potentiale der Schülerinnen und Schüler können so differenziert genutzt und gefördert werden. In der Vorbereitungsphase des Projektes war die aktive Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler bei der konkreten Themenfindung explizit gewünscht.

Lina do Carmo arbeitet grundsätzlich mit ihrer Methode der „Organischen Körperbewegung“, die auf den Körper als individuelles Wesen wirkt. Zeitgenössischer Tanz ist deshalb eine mögliche passende Erfahrung, weil der Körper auf eine neue, pädagogisch-therapeutische Art angesprochen wird, er wird zum Medium des Ausdrucks, wo Sprache nicht weiterführt. Zugleich wird vermittelt, dass Körpereinsatz nicht gleich Einsatz von Gewalt bedeutet. Zeitgenössischer Tanz bedeutet aber auch, dass alle persönlichen und kulturellen Differenzen in einen neuen Kontext eingebracht werden und Themen wie das Leben in der Klasse oder Zukunftsperspektiven anders diskutiert werden können.

Lina do Carmos Tanzkonzept DANCE MEETS IDENTITY („Harmonie in der Verschiedenheit“) entwickelte drei bedeutende Aspekte des Körperbewusstseins:

Training von Zeitgenössischem Tanz – Lina do Carmos Methode „Organische Körperbewegung“ geht auf die individuelle körperliche Konstitution des Einzelnen ein; praktisches Entdecken und Orientieren des inneren Körperbefindens unterstützen das Wachsen von Harmonie und neuer Energie.
Improvisation – Kreativer Prozess als Raum für die Selbstimagination und Selbstexpression, in dem wir lernen können, Selbst zu sein und Verantwortung mit anderen gemeinsam zu sein.
Schnittstellen - Raum für Dialog, im dem die künstlerische Erfahrung und die menschlichen Beziehungen reflektiert werden. Hier bekommt das Konzept sein eigenes Format in choreographischen Bildern (Imaginationen). Die Beteiligung der Schülerinnen führt sie zur Selbstreflektion und Öffnung für eine neue Dimension ihrer Selbstentwicklung.

Die choreographischen Bilder mündeten in einem gemeinsamen Auftritt.

Verlauf : August 2006, 3 Stunden täglich, eine Woche lang. In diesem ersten Schritt wurde in einem kreativen Prozess mit der Klasse an der Tanzthematik gearbeitet. Das tanzpädagogische Konzept erforderte, das Wort den SchülerInnen zu geben, um Visionen ihres Lebens auszuprobieren.

September-November, 3 Stunden wöchentlich. In dieser Phase lag der Fokus des Projektes auf der choreographischen Konstruktion von Ideen. Schnittstellen ergeben sich durch die Forschung nach passender Musik für die eigenen Vorstellungen und die Möglichkeiten visueller künstlerischer Darstellung.

Januar 2007 erste Vorstellung in der Freiherr-vom-Stein-Realschule. In Planung ist eine Vertiefung der Choreographie und Premiere im Herbst 2007.


 
Projektauslöser/Idee:

Inspiriert durch Lina do Carmos Vortrag im Tanzhaus NRW im Dezember 2005 sowie einen Dokumentarfilm über ihr Kinder-Tanzprojekt Pro-arte Fumdham sowie das von ihr initierte Festival Interarts im Nationalpark Serra da Capivara in Piauí, Brasilien, die wichtige soziale und kulturelle Impulse für die Region setzten, kam der erste Kontakt zwischen der Choreographin und der Freiherr-vom-Stein-Realschule, vertreten durch die Lehrerin Maria Heiter, zustande. Durch sie erfuhr Lina do Carmo von den Schwierigkeiten der damaligen 8. Klasse der Realschule. Es entstand die Idee einer Kooperation, die in das gemeinsame Projekt münden sollte.

Lina do Carmo besuchte die Klasse am 22.2.2006 erstmals und lernte sie im Rahmen erster Übungen kennen. Sie brachte zu diesem Erstkontakt ihre Filmdokumentation mit, die ein soziales Tanzprojekt in einer kleinen nord-brasilianischen Gemeinde mit beginnenden sozialen Konflikten vorstellt, das von ihr ins Leben gerufen und vier Jahre lang geleitet wurde. Der sich ergebende positive Dialog mit den SchülerInnen gab den Ausschlag für den konkreten Start des Projektes.

 
Projektentwicklung:
Wie geplant, fand das Projekt „Dance Meets Identity“ vom 14. August 2006 bis 12. Januar 2007 statt. Ziel sollte sein, sich mit der aktuellen und zukünftigen Identität der Jugendlichen der Klasse 9b der Freiherr-vom-Stein-Realschule durch das Medium des zeitgenössischen Tanzes anhand einer konkreten choreographischen Erfahrung auseinanderzusetzen. Das gesamte Projekt umfasste über 80 Unterrichtsstunden in der Aula der Realschule.

Mit Mut und Respekt gegenüber den historischen Hintergründen von vielen kulturellen Konflikten und sozialen Defiziten dieser Schulklasse begegnete Lina do Carmo mit ihrer brasilianisch-deutschen Identität 29 Schülerinnen und Schülern, um ihre persönlichen Unterschiede, kulturellen Differenzen und gleichzeitige Suche nach Körper-Identität zu erforschen. Nach dem Motto von Albert Einstein: „The mind which open itself to a new idea will never go back to its original size“, entwickelte das Projekt im Verlauf von drei Hauptphasen seine Dynamik:

Erste Phase (vom 14. bis 30. August): Jede Schülerin und jeder Schüler brachte während der Vorbereitungsphase direkt oder indirekt etwas für das Konzept ein, wodurch sie sich auf unterschiedlichem Niveau miteinander befassten. Während der Intro-Woche, einer intensiven Woche vom 14. - 19.08.2006, gab es täglich Training von zeitgenössischem Tanz, Improvisationsübungen und Selbstreflexion zum choreographischen Thema. Alle erfuhren das großartige Potential der Verschiedenheit der Persönlichkeiten und Herkünfte, aber ebenso die Schwierigkeiten, eine gemeinsame Konstellation aufzubauen. Schon diese ersten Kontakte zeigen komplexes Gesamtbild. Durch unterschiedliche Selbstexpression (besonders durch Schülerinnen und Schüler arabisch-orientalischer Herkunft) brechen sich schon gleich zu Beginn Regelverletzungen die Bahn (z.B. die Weigerung, die Schuhe auszuziehen, Missachtung von Kommunikationsregeln der Klasse). Statt den Focus zu lernen (bei sich selbst zu sein) während des ersten Tanztrainings, reagieren sie mit Störungen und Argumentationen aus ihren typischen zynischen Teenager-Ressourcen. Die Flucht vor der tänzerischen Arbeit mündet in ein mächtiges respektloses Durcheinander. Die neue Aufgabe: Eine eigene Haltung gestalten. Hyperenthusiasmus gepaart mit Engstirnigkeit bringt einer Gruppierung Macht, die Mehrheit in der Suche nach ihrer eigenen Rolle zu stören (hauptsächlich deutsche Schülerinnen und Schüler, die sich zurückziehen). Die Individualisierung gerät zum Widerstreit von Selbstbestimmung und Egozentrierung, ein Spiegel der postmodernen Ego-Kultur ohne Gemeinschaftsverantwortung.

Zweite Phase (vom 04.09. bis 20.10.06): Mit 18 Schülerinnen und Schülern geht die praktische Arbeit weiter. Der Körper trägt unsere echte Persönlichkeit und verweist auf das menschliche Grundbedürfnis nach Identifikation und Zugehörigkeit (z.B. arabisch, orientalisch, afrikanisch, HipHop-Jugendkultur, eine diffus deutsche Minderheit). Die Überzeugungskraft des Tanzprozesses fordert Vertiefung. Ideen und Bewegungsmaterial aus der Gruppe fördern wertvolle Aspekte des Körperbewusstseins und Miteinanders. Inhalte zum Thema Identität müssen eine Menge Klischees überwinden, durch welche die Jugendgeneration geprägt ist. Diese Erfahrungen provozieren Transformation des Inneren und Äußeren jedes Schülers in seinem beweglichen Dasein. Eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit körperlicher individueller Erfahrung stellt die Aufgabe dar, sich selbstbewusst zu inszenieren.
Wie ein Schiff im Sturm hatte das Projekt unterschiedliche Krisen zu überstehen. Es erforderte differenzierte menschliche Kompetenzen und hohe künstlerische Hingabe, um das Projekt in einer Klasse voller sozialer Spannungen nicht aufzugeben. Hier zeigte sich, dass eine Choreographin, maximal unterstützt von einer Lehrkraft, in Projekten in Klassenstärke an die Grenze der professionellen Leistungsfähigkeit stoßen muss. Ähnlich wie in anderen sozial-kreativen oder –therapeutischen Maßnahmen sollten mindestens zwei Profis zusammen arbeiten. Toleranz und Hingabe sollten die Oberhand gewinnen können gegenüber mangelnder Konzentrationfähigkeit, die die Arbeit immer wieder gefährdete.

Ein starkes Erlebnis für das Projekt war die Bühnen-Erfahrung der Klasse am 20.10.2006 bei der Hörsaalaufführung an der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen von „Tanz in Schulen“. Unter dem Titel „Dance Meets Identity“ wurde ein work in progress präsentiert. Das tryout war ein echter Erfolg und Zugewinn. Wir wurden gemeinsam davon überzeugt, dass das Erlebnis der Präsenz auf der Bühne selbst ein wichtiger Teil der künstlerischen Erziehungsarbeit ist. Dazu gehörte auch die schmerzvolle Erfahrung, dass einige Schülerinnen und Schüler ihre Klassenkameraden kurzfristig zwischen Generalprobe und Aufführung im Stich ließen.

Dritte Phase (vom 26.10.2006 bis 12.01.2007): Indem die künstlerische Erfahrung auf der Bühne in Köln sowie die menschlichen Beziehungen stark reflektiert wurden, öffnete sich ein innerer Raum, verbesserte sich die Stimmung und das Vertrauen in den Dialog. Das Projekt hatte sein eigenes Format bekommen. Trotz vieler Unsicherheiten führte die Beteiligung der SchülerInnen diese zur Selbstreflektion ihrer Selbstentwicklung. Es stellte sich die Frage der Wiederaufnahme der ausgestiegenen MitschülerInnen in das Projekt. An dieser Stelle wurde deutlich, dass der Schwerpunkt des choreographischen Prozesses weniger die künstlerischen Ziele als die soziale Entwicklung sein muss.

Über die Körperarbeit hinaus, durch die bereits viel mentale und emotionale zwischenmenschliche Aspekte bewegt wurden, wurde auch die literarische Arbeit zur Identitätsfrage gefördert. Besonders interessante Texte wurden in die choreographische Inszenierung integriert. Im Rahmen eines weiteren gemeinsamen Auftritts in der Aula der Realschule am 12.01.2007, dem Tag der offenen Tür, wurden drei choreographische Bilder für Eltern und Freunde präsentiert. Angesichts der anfänglichen Schwierigkeiten war es für alle überraschend und unerwartet, welchen Prozess die Jugendlichen in relativ kurzer Zeit durchgemacht haben.

 
Besonderheiten:

Die Identitätssuche von Jugendlichen (mit Migrationshintergrund) ist zugleich ein Phase der individuellen physischen und psychischen Identitätsfindung als auch die Suche nach dem eigenen Platz in einer offenen Gesellschaft, die scheinbar keine klaren Wege vorgibt oder verbindliche Regeln setzt. Lina do Carmos Tanzprojekt setzt an dieser Schnittstelle an. Ihre Methode der „organischen Körperbewegung“ wirkt sowohl nach innen als auch nach außen und eröffnet über die Selbsterfahrung des einzelnen Weges zum sozialen Miteinander in einer multikulturellen Gemeinschaft. Der Tanz ist eine Universalsprache, in der sich jeder ausdrücken kann.

Das Pilotprojekt an der Freiherr-vom-Stein-Realschule hat bereits das Interesse anderer Schulen geweckt. U.a. wird an der Düsseldorfer Joseph-Beuys-Gesamtschule in Zusammenarbeit mit den Lehrern der zeitgenössische Tanz in das Wahlfach Darstellen und Gestalten integriert. Vor dem Hintergrund vergleichbarer kultureller Konflikte startete Lina do Carmo am 13.2.2007 dort ein neues Projekt mit Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse. Diese Weiterführung des Tanzprojektes „Dance Meets Identiy“ ist eine Kooperation mit dem Tanzhaus NRW im Rahmen des Programms „Tanzmaxx für Junges Publikum“, gefördert vom Landesprogramm „Kultur und Schule“.

Die Kölner André-Thomkins-Förderschule plant ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Lina do Carmo.

 
Probleme und Lösungen:
Unsicherheit, Unruhe oder Lethargie gegenüber der Zukunft sind nur Symptome. Die Jugendlichen sind stark geprägt von Medieneinflüssen und stecken voller Klischees. Die Arbeit mit den Jugendlichen ist ein indirektes Führen und ein ständiger Balanceakt. Störungen durch Regelverletzungen, Diskussionsversuche, Widerrede, übertriebene Selbstdarstellung brachten das Projekt an den Rand des Scheiterns.

Die Wende kam, als die Jugendlichen merkten, dass sie durch ihr Verhalten das gesamte Projekt gefährdeten. Sie merkten, dass es ohne Regeln nicht geht. Auch die Störer, die das Projekt verließen, baten später, wieder teilnehmen zu dürfen. Die Diskussion in der Gruppe über die Wiederaufnahme hat viel Energie gekostet, aber auch ein Bewusstsein für Toleranz gegenüber menschlichen Schwierigkeiten eröffnet.

Die Aufführung vor Publikum hat den Jugendlichen Stolz vermittelt und ihnen eine Chance gegeben, durch ihre Pionierarbeit ihr Ansehen innerhalb der Schulgemeinschaft wiederherzustellen. Die Gruppe hat bei Mitschülern aus anderen Klassen der Schule den Wunsch nach eigenen Projekten geweckt.

 
Anekdotisches:
„Ich mache das nicht, aber ich will doch dabei sein“
„Identität ist für mich was man ist, aber Körper weiß ich nicht...“