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Fotomontage mit Schülermodellen der Klasse 4a
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von der Wolle zum Faden - Filzkünstlerin Frau Fergg mit Schülern
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Seerosenteich nach Monet mit Linnea und der Klasse 3c
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Schüleruniversität mit Prof. Kaufeld von der Hochschule Ulm
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Gipsnegativ und Tonabdruck für das Käfer-Wandfries
Kunstfaden- Fadenkunst
 
Schule:
Volksschule Neusäß-Steppach (Grundschule)
Jahnstraße 2
86356 Neusäß
Tel.:0821/4800310
Fax.:0821/48003150
homepage: vs-steppach.de

Grundschule
 
Kooperationspartner:
Studentinnen des Staatsinstituts für die Ausbildung von Fachlehrern Fachbereich Gestaltung
Am Stadtpark 20
81243 München
Tel.: 089/12652590
089/1265/2599
www.stif2.mhn.de
Betreuende Dozentin Frau Claudia Limmer
Studentinnen:
Frau Karl
Frau Klein
Frau Hager
Frau Wagner
Frau Schwarzenberger

Freier Künstler und Kunstpädagoge Manfred Herma, Augsburg

Bayerisches Textil- und Industriemuseum
Alte Kuku-Halle
Ulmer Straße 72
86156 Augsburg
Tel.: 0821/3244150
Fax.: 0821/3244690
www.tim-bayern.de
Ansprechpartner:
Museumsleiter Dr.Karl Borromäus Murr

Filzkünstlerin Monika Fergg, Augsburg
Filzatelier Fergg
Alte Kammgarnspinnerei Augsburg
Prinzstraße 49c
Augsburg

Hochschule Ulm
Prof.Dr.Michael Kaufeld
Prittwitzstraße 10
89075 Ulm
Tel.:0731/5028103
Fax.:0731/5028483

 
Beteiligte Schüler:
90 Schüler
Klasse 3c
Klasse 4a, 4b, 4c
AG Schulhausgestaltung
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Monika Tomcala Schulleitung
 
Stundenvolumen:
Beginn Ende September über das ganze Schuljahr bis
Juli 2007 - Schuljahresende

Zeitaufwand der Projektleitung Regina Wieser:
wöchentlich 10-15 Stunden

Zeitaufwand der Studentinnen:10 Stunden

Zeitaufwand des Künstlers M.Herma:20 Stunden

Zeitaufwand des Leiters des Textilkundemuseums
Dr.K.B. Murr: 4 Stunden

Zeitaufwand der Filzkünstlerin M. Fergg:2 Stunden

Zeitaufwand des Prorektors der Hochschule Ulm
Prof.Dr.Kaufeld: 10 Stunden

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Kunstfaden - Fadenkunst
mit diesem Wortspiel, zieht sich der Aktionsfaden als Jahresprojekt durch unser Schulhaus. Wir nehmen den Faden auf zur Tradition Augsburgs als historischer Textilstadt.
Daneben zieht sich die Kulturgeschichte der bildenden Kunst wie ein roter Faden durch die Augsburger Vergangenheit.
Wir wollen den Kindern ein Erleben ihrer Geschichte mit allen Sinnen ermöglichen und sie zu eigenem Gestalten und Weiterentwickeln anregen.

Der Kunstfaden begegnet Kunst, Kulturgeschichte, Architektur, Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Industrie neuer und vergangener Tage.
Er knüpft Verbindungen zu Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, zur Kulturgeschichte der historischen Textilstadt Augsburg, zu Vertretern der Kunst und letztendlich auch zu modernen Produktionsstätten der Fadenindustrie. Dieser Faden dreht sich, ist je nach Schwerpunkt einmal Kunstfaden, einmal Fadenkunst, er webt ein Netz aus vielen Einzelfäden, die miteinander in Verbindung treten und ein Netzwerk entstehen
lassen.
Doch wir wollten, so wie unsere Stadt, nicht nur alte Werte aufgreifen und erhalten, nein, das Netz der Aktionen sollte Altes mit der Moderne verknüpfen.
Techniken aus Urzeit und Antike, der Impressionismus hatten ebenso ihre Berechtigung, wie Popart und Bauhaus, moderne Architektur, Wissenschaft und Forschung und letztendlich auch die Industrie und Wirtschaft. Die Sensibilisierung der Kinder, alte Techniken zu erhalten und bewahren, ohne dabei aber den Faden in das Produktionszeitalter zu verlieren, war uns ein Anliegen.

 
Projektauslöser/Idee:
neue Personen – neue Ideen – neue Anstöße

im Schuljahr 2005/06 kam Monika Tomcala als neue Schulleiterin an die Volksschule Steppach. Bewährtes zu erhalten und an Neues behutsam heranzuführen, waren Facetten der vielfältigen Aufgaben, denen sie sich voller Tatendrang stellte.

Im Kollegium fand sich eine große Zahl, die sich für neue Ideen und Anregungen motivieren ließen.

In Schuljahr 2006/07 konnte eine AG Schulhausgestaltung angeboten werden.
Regina Wieser, die zuständige Lehrkraft, hatte viele Ideen, angefangene Gestaltungselemente im Schulhaus weiter zu führen und zu entwickeln.

Mit dem Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ bot sich eine Gelegenheit, den Faden weiter zu spinnen.... Kontakte wurden geknüpft, Ideen entwickelten sich weiter, der Funke der Begeisterung sprang über!

 
Projektentwicklung:
MONETS SEEROSEN – SCHULLOGO – FADENINSTALLATIONEN – TONRELIEFS

Es entwickelten sich viele Ideen, die umgesetzt werden sollten.
So war bei dem Entwurf zur Gestaltung des Foyers künstlerischer Rat gefragt. Die Idee nach dem Buch „Linea im Garten des Malers“, MONETS SEEROSENTEICH mit einer 3.Jgst malerisch in einer Größe von 2,70 x 3 m umzusetzen und in Kombination mit textil gearbeiteten Seerosen aus dem Textilunterricht zu kombinieren, reizte Herma. Er erklärte sich spontan bereit, uns bei der Umsetzung zu helfen und die malerische Gestaltung des Seerosenteichs zu übernehmen.

Das Themas zog immer weitere Kreise. Es eröffneten sich neue Möglichkeiten Kooperationspartner für dieses Jahresprojekt zu gewinnen. Eine Begeisterung und Eigendynamik entstand, von der sich sowohl Dr. Murr vom Textil- und Industriemuseum Augsburg, als auch Prof. Dr. Kaufeld von der Hochschule Ulm anstecken ließen.

Nun ging es in die Planungsphase für die einzelnen Aktionen, nicht zuletzt, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren (Stundenplanverlegung, Organisation Museumsbesuch, Schüleruniversität..). Fr. Wieser, als Projektleitung, übernahm die Planung, Organisation und Teilbereiche der Durchführung. Frau Tomcala die Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Elternbeirat, Stadtrat) und die Kontaktaufnahme zu Sponsoren.

Die Studentinnen des Staatsinstituts für die Ausbildung von Fachlehrern im Bereich Gestaltung, die im Rahmen ihrer Lehrerausbildung ein Schulpraktikum bei Frau Wieser absolvieren, sollten mit den Schülern der 4.Jgst ein TONRELIEF aus Gipsnegativschnitt für ein WANDFRIES und dessen Kulturgeschichte erarbeiten. Die zuständige Dozentin begrüßte dieses Vorhaben ausdrücklich und sagte ihre Unterstützung zu. Mit den abgerollten Tonplatten konnte nun ein Wandfries an den Säulen des Schulhauses entstehen. Die Veranschaulichung der Kulturgeschichte dieser alten, schon in der Antike verwendeten Technik und deren Weiterentwicklung in der Renaissance, bis in die Neuzeit (Springerleformen Weihnachtsbäckerei), ließ die Kinder sofort zahlreiche Reliefs in Augsburg und Umgebung erkennen. Diese sensible Wahrnehmung überraschte sowohl die Studentinnen, als auch Fr Wieser.

Die AG Schulhausgestaltung war, wie auch die Studentinnen im Projektbereich des Kunstfadens tätig. Die 12 Schüler entwarfen, sägten und bemalten Buchstaben für das SCHULLOGO: der Schriftzug sollte über das im Bauhausstil gezeichnete Schulgebäude an der Wand im Foyer installiert werden. Die lineare Zeichnung knüpfte an ein schon bestehendes Hundertwassergemälde der 2.Klasse an. Frau Tomcala, Frau Wieser und Herr Herma legten hier Hand an.

Der Projektbeitrag der 3. Klasse umfasste sowohl den Kunstfaden, als auch die Fadenkunst. Die großen Sperrholzplatten des Hintergrunds für den Teich, wie auch die einzeln auf Keilrahmen gemalten Seerosen der Kinder sollten mit Herrn Herma gestaltet werden und von den zuerst applizierten (Stoff auf Stoff genähten) und dann auf Keilrahmen aufgezogenen TEXTILE SEEROSEN ergänzt werden. Dadurch wollten M. Herma und R. Wieser ein harmonisches Zusammenspiel von Material und Plastizität erreichen. Dazu mussten die Schüler im Textilunterricht die Stoffe für die Applikation mit den Acrylfarben des Malers Herma abgleichen und diese entsprechend einfärben. Bei M. Herma hatten die Schüler gelernt dem Hintergrund durch Einsatz von verschiedener Farbe und Schwammtechnik Tiefe zu geben. Die großen Wände waren nun die Herausforderung für alle Beteiligten diese Erkenntnisse umzusetzen.
Parallel dazu erfuhren die Schüler von Linea, dem kleinen Mädchen, das mit Herrn Blümle den Garten in Giverney besuchte, viel über Monet und den Impressionismus. Im Textil-und Werkunterricht entwarfen sie ihre Seerose, färbten die Stoffe, schnitten sie aus und nähten sie auf. Um noch mehr Räumlichkeit zu bekommen, wurden die Seerosen mit etwas Füllwatte plastisch gestaltet. In den nächsten Wochen werden die Seerosen gemalt und mit den textilen Blüten auf dem großen Teich installiert. Den Abschluss soll ein Besuch eines nahe gelegenen Seerosenteichs, verbunden mit einem Picknick, bilden. So wie im Buch unserer Begleiterin Linea. Die Fadenkunst knüpft hier nicht nur in der textilen Kulturtechnik der Applikation an, sie spinnt den Faden weiter zum Textil- und Industriemuseum der historischen Textilstadt Augsburg.

TEXTILMUSEUM AUGSBURG und HOCHSCHULE ULM als Partner

Die Fadenkunst knüpft hier nicht nur in der textilen Kulturtechnik der Applikation an, sie spinnt den Faden weiter zum TEXTIL- UND INDUSTRIEMUSEUM der historischen Textilstadt Augsburg. Herr Dr. Murr ermöglichte uns durch seine Führung einen Einblick, des noch im Aufbau befindlichen Museums in den Hallen der Augsburger Kammgarnspinnerei. Alte Handwebstühle waren hier ebenso faszinierend, wie die Arbeitsbedingungen, unter denen Kinder früher arbeiteten. Mit einbezogen in den Museumstag war auch die FILZKÜNSTLERIN Monika Fergg, die ihr Atelier in den alten Industriegebäuden betreibt. Frau Fergg begeisterte die Kinder mit der Veranschaulichung der Entstehung eines Fadens. Vom einfachen Drehen des Fädchens aus Rohwolle, über die Spindel, bis zum Spinnrad durften die Schüler den Werdegang erproben.
Frau Fergg zeigte den Kindern eine alte Seiltechnik, die sie von einer ungarischen Sintifrau erlernt hatte. Hochkonzentriert machten sich die Schüler in Partnerarbeit an die Herstellung ihres Seilschnürchens und jedes Kind brachte voller Stolz ein Stück Kulturgeschichte mit nach Hause.

Fadenkunst unter architektonischem Aspekt bearbeitete die 4.Klasse mit dem Ziel der Erstellung einer FADENINSTALLATION. Dabei ging es sowohl um ästhetische, als auch um funktionale Aspekte. Architektur mit Seilen in unserer Lebensumwelt sollten den Zusammenhang von Physik und Kunst verdeutlichen.
Die Motivation Fadenarchitekt zu werden war bei den Kindern sehr groß. Planung und Bau, das sind die Schwerpunkte eines Architekten. Um den Schülern die komplexe Thematik zu vereinfachen, baute Frau Wieser die Entwurfsarbeit von der Eindimensionalität (Zuordnung gegenüber-liegender Punkten durch Linien), über die Zweidimensionalität (Fadenspannarbeiten am Nagelbrett), bis hin zur Dreidimensionalität (Modelle aus 4-Kanthölzern) auf. Die Schüler entwickelten in Expertenteams nach Experimentierphasen eigene Modelle und Bespannungen.
Dabei wurde ihnen durch Anschauungsmaterial von Hängebrücken, Bedachungen von Stadien und Arenen, die uns Dr. Stempfle von der ETH ZÜRICH zur Verfügung stellte, der Bezug zur Lebensumwelt schnell klar.

Die Kinder arbeiteten mit Feuereifer an ihren Modellen, entdeckten Faszination und Schwierigkeiten in der Bespannung. Physikalische, mathematische und künstlerische Aspekte wurden spielend gelöst. Prof. Dr. Kaufeld von der HOCHSCHULE ULM beleuchtete vertiefend den Bereich Wissenschaft und Forschung von Fasermaterial mit den Kindern. In einer SCHÜLERUNIVERSITÄT führten die Schüler Belastungstests und Brennbarkeitsversuche mit verschiedensten Fasermaterialien durch. Sie prüften die Materialien auf ihre Eignung für das Fadenkunstwerk, welches im Schulgelände aufgrund ihrer Modelle entstehen soll. Ein abschließender Quiz „Wer wird Fadenarchitekt“ veranschaulichte den eingeladenen Eltern und Gästen (Presse, Stadtrat..) den Lernzuwachs der Schüler.

Die gefertigten Modell werden nun einem Sponsor vorgestellt und im Mai/Juni durch die Klasse mit Baumstämmen aus Lärchenholz (gute Haltbarkeit) und Seilen verwirklicht.

Den Abschluss dieses Projektbeitrags bildet eine Betriebsbesichtigung bei der FIRMA HÖCHST TREVIRA in Bobingen bei Augsburg im Juni. Sie hat sich auf die Kunstfaserherstellung spezialisiert und verknüpft somit den Kunstfaden und die Fadenkunst unseres Projekts mit der Industrie . Jetzt ist ein Netzwerk aus SCHULE – KUNST – KULTURGESCHICHTE – FORSCHUNG – INDUSTRIE entstanden.


 
Besonderheiten:
SCHULE – KUNST – KULTURGESCHICHTE – FORSCHUNG – INDUSTRIE
eine Verknüpfung mit höchsten Ansprüchen für eine kleine Grundschule! Aber die Ergebnisse beweisen eindrucksvoll, was Schule bewirken kann, wenn sie über ihre Grenzen hinausdenkt und alle Kompetenzen im Umfeld nutzt.
 
Probleme und Lösungen:
stürmische Zeiten können einem die Fäden ganz schön aus der Hand reißen...
wegen der Orkanwarnung fiel die Schule aus, und unser ausgetüftelte Zeitplan für die Schüleruniversität mit Prof. Kaufeld musste über den Haufen geworfen werden.
Aber wie es so ist, mit Überraschungen, sie setzen auch immer wieder eine Menge Kreativität frei. In der folgenden Woche wurde unser Programm komprimiert, alle zogen mit am selben Strang: Eltern zeigten viel Verständnis für einen schon wieder geänderten Plan, Kinder nahmen einen Mammut-Schultag auf sich und waren trotzdem mit Feuereifer dabei und Prof. Kaufeld stellte seine Flexibilität unter Beweis, indem er seine Vorbereitungen gelungen an den engeren Zeitrahmen und die Bedürfnisse der Kinder anpasste. (Fortsetzung s. "Anekdotiches")
 
Anekdotisches:
... Beeindruckend bewiesen die Kinder der 4a bei der Schüleruniversität ihren Eltern und allen Zuschauern von der Presse, dem Stadtrat und dem Schulamt, wie sie mit den Herausforderungen wachsen. Den Abschluss diesen langen Tages bildete ein Wettspiel in Anlehnung an Günter Jauchs „Wer wird Millionär?“. Prof. Kaufeld hatte die Fragen für „Wer wird Fadenarchitekt?“ vorbereitet. Gegen die Uhr mussten Antworten aus dem wissenschaftlich sehr anspruchsvollen Themenbereich der Materialkunde gefunden werden, aber die Kinder erklommen mühelos den Gipfel des Olymp.
....Beeindruckend war auch, mit welcher Konzentration die 3.Klasse die Seile im Atelier von Frau Fergg knüpften. Die Technik, die höchste Anforderungen an die Feinmotorik der Kinder stellte, hatte eine außergewöhnliche Stille der Schüler zur Folge. In dieser Stille begann eines der Mädchen, ein der Klasse bekanntes Lied zu singen. Die anderen Kinder stimmten daraufhin ein, was eine unglaubliche Atmosphäre zur Folge hatte.