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typische Körperhaltung "mobbing"
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Unbeaufsichtigt in der Mensa - "Hot Lunch Jam"
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We don´t need no thought control
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Lena tanzt ihr Innerstes nach außen - "Voice within"
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Neue Unterrichtsmethoden
Carpe diem
 
Schule:
Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium
Hardtstraße 37
91207 Lauf
Tel. 09123-3393
Fax 6844

Gymnasium
 
Kooperationspartner:
Dagmar Adebahr
Tanzpädagogin
Tanzstudio Tanz(t)raum
Röthenbacher Str. 11
91207 Lauf

Tel.: 09123/82666
www.tanztraum-lauf.de

Alex Teubner
Schauspieler, Regisseur, Sänger, Musiker

Johannes Voltz
Licht- und Tontechniker,
Schlagzeuger

Andrea Schimek
frei schaffende Maskenbildnerin

 
Beteiligte Schüler:
42
klassenübergreifend

6. - 13. Jahrgangsstufe

Ca. die Hälfte der Beteiligten sind Schüler am CJT-Gymnasium (einige auch Mitglieder des Wahlkurses "Voice and Movement" bei Frau Forster, einige Mitglieder des Grundkurses "Dramatisches Gestalten"), die andere Hälfte der Schüler setzt sich aus anderen Schulen (Gymnasien in der Nähe von Lauf und Realschulen) zusammen.

 
Beteiligte Lehrkräfte:
Tanja Forster, StRin, Englisch und Deutsch Leiterin des Schulchores "Voice and Movement" (Klassen 8-13)
 
Stundenvolumen:
für die Proben:
1,5 Wochenstunden über 12 Monate
3 Wochenstunden über 6 Monate
6 Wochenstunden über 2 Monate

für einige beteiligte SchülerInnen zusätzliche Zeit für:
Erstellung des Manuskripts
Plakatentwurf
Aufhängen der Plakate und Verteilen der Flyer in Lauf und Umgebung
Organisation bzw. Herstellung der Requisiten und Kostüme
Schminken
Erstellung des Programmhefts

8 Wochen vor der Aufführung 4 Tage Proben im Tanz(t)raum

4 Wochen vor der Aufführung fand eine fünftägige Probenfahrt in die Jugendherberge Burg Rothenfels statt.

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Das ca. zweistündige Musical ( bestehend aus Tanz, Live-Gesang und Schauspiel) ist an das Buch und den Film "Der Club der toten Dichter" angelehnt. Sechs Schülerinnen und ein Schüler sind die Autoren des Manuskripts.

"Carpe diem" ist ein Stück, in dem ein Schulsystem mit verkrusteten Strukturen und Hierarchien angeprangert wird. In etlichen Szenen und Tänzen ist die Auflehnung der jungen AutorInnen gegen dieses System zu spüren. Strenge Lehrer-Charaktere werden karikiert und stupider Frontal-Unterricht wird überzogen dargestellt.

Lösungen werden durch den neuen Deutsch-Lehrer angeboten, der an diese konservative private Mädchenschule versetzt wurde und die verkopften Schülerinnen ermuntert, den Lehrstoff körperlich zu erfahren und dadurch ganzheitlich zu festigen. Da werden z.B. Gedichte getanzt, Meditationspausen im Unterricht eingelegt oder die Metrik von Gedichten wird auf dem Schulhof durch rhythmisches Gehen erfasst. Er fordert seine Schülerinnen immer wieder auf, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen (Carpe diem) und etwas Besonderes aus ihrem Leben zu machen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass die vermeintlich neu gewonnene Freiheit tragische Konsequenzen hat...

An dieser Stelle möchten wir unsere Schüler zu Wort kommen lassen, die selbstständig einen kurzen, eher humorvollen Bericht über die Entstehung des Stückes verfasst haben.

Bei den Wörtern mit ausschließlich Großbuchstaben handelt es sich um Songtitel bzw. musikalische Einspielungen aus unserem Stück !

"Wie alles begann..."
Nach unserem letzten Musical "Großstadtfieber" vor zweieinhalb Jahren hat uns die Euphorie gepackt, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Zuerst musste ein Thema gefunden werden, was sich als gar nicht so EASY (to be hard) herausstellte! Doch ganz plötzlich wurde die Idee von unserer "Big Mama" Dagi, die sich in diesem Jahr besonders für das Musical und uns SchülerInnen eingesetzt hat, geboren: Schule. Zunächst standen wir dem Ganzen etwas kritisch gegenüber, doch nachdem wir uns in Gruppen mit dem Thema befasst hatten und uns von dem Film "Der Club der toten Dichter" inspirieren ließen, war uns allen klar: Schule - YOU`RE THE ONE THAT I WANT!
Eifrig fing ein kleines Team schreibwütiger Mädels (und Phlip G. - HE`S A DREAM) an, das Skript zu verfassen. Und so setzte sich ein BRICK nach dem anderen zu einer WALL zusammen - unser Musical nahm langsam Gestalt an. Nun mussten nur noch die passenden Darsteller HAIR. "GO-GO, PEOPLE ", drängte Dagi: "IS THERE ANYBODY OUT THERE?" Und in vielen von uns meldete sich die VOICE WITHIN: "Soll ich mich wirklich für das Casting anmelden?" Am 14.01. 2006 mussten wir uns vor der Jury (SCANDALOUS Alex,PARADISE Tanja und HOT (LUNCH) Dagi) behaupten, was uns allen fast den ONE LAST BREATH raubte. Nach zweitägiger Tortur stand das Ensemble fest.
Jetzt ging es erst richtig los. Proben, Proben, Proben einen ganzen langen und unerträglich heißen Sommer lang. Doch wir waren alle ZAUBERhafte LEHRLINGe und sagten uns zum wiederholten Male: WE WILL SURVIVE! Trotz einiger Tiefs rauften wir uns immer wieder zusammen.
Um unserem Musical den letzten Schliff zu geben, fuhren wir Anfang Oktober für fünf Tage ins SOMEWHERE, besser bekannt als Burg Rothenfels. Diese Tage perfektionierten nicht nur den Ablauf, die Choreografien und unseren "Männerchor", der wir dank Tanja nicht mehr sind, sondern förderten vor allem die Gemeinschaft. Unser Schauspiellehrer Alex verstand es, das Beste aus uns herauszuholen und spornte uns immer zu Höchstleistungen an. So wuchsen wir auf dem Weg zu unserem FAME zu einem unschlagbaren Team zusammen. We will NEVER SAY GOODBYE!, denn wir haben noch massenhaft Ideen und das nächste Projekt kommt bestimmt.


geschrieben von: Anke, Charlie, Katrin, Cosy, Romy und Franzi

 
Projektauslöser/Idee:
Im Jahr 2003/2004 entwickelten ca. fünfzig Tanz-Schülerinnen verschiedener Altersstufen im Tanz(t)raum ein eigenes Musik-Tanztheater mit dem Titel "Großstadtfieber - Szenen einer Großstadt". Danach waren alle "infiziert" vom "Auftrittsvirus". Es entstand der Wunsch, ein neues Stück zu kreieren, das neben Tanz auch mehr Schauspiel und Gesang beinhalten und sich durch eine durchgängige schlüssige Geschichte auszeichnen sollte. Die Studioleiterin und Tanzpädagogin Dagmar Adebahr hatte die Idee, das Thema "Schule" in den Tanzstunden improvisatorisch zu bearbeiten. Dann schauten alle gemeinsam den Film "Der Club der toten Dichter" an, der von nun an die Grundlage für das neue Stück werden sollte.
 
Projektentwicklung:
Januar 2005:
Sechs Schülerinnen aus unterschiedlichen Schulen signalisieren die Bereitschaft, ein Manuskript zu verfassen. Sie treffen sich 1x pro Monat und diskutieren den Ablauf und die einzelnen Szenen. Es sollen fünf Protagonisten vorkommen:
- ein strenger Schuldirektor
- ein neuer Lehrer, der frischen Wind an die konservative Mädchenschule bringt
-eine Schülerin, die sich in diesen Lehrer verliebt
- eine Schülerin, die von anderen Schülern gemobbt wird
- eine Schülerin, die gerne an eine Musical-Schule gehen würde, deren Eltern dies aber nicht erlauben.

Ab Januar 2005 arbeiten die Tanzschülerinnen in ihrer wöchentlichen Tanzstunde im Tanz(t)raum am Projekt "Schule". Die Themen Mobbing, Konflikte mit Lehrern, Konflikte mit Eltern, Einsamkeit und neue Lehrmethoden im Schulunterricht werden zunächst über Bewegungs-Improvisationen erarbeitet und dann tänzerisch und choreographisch aufbereitet. Passende Lieder für die Tänze werden ausgesucht.

Im Herbst 2005 knüpfen die Schülerinnen des CJT-Gymnasiums Kontakte mit männlichen Mitschülern aus dem Grundkurs "Dramatisches Gestalten" und laden sie zur monatlichen Manuskript-Besprechung ein. Einer dieser Schüler entscheidet sich spontan dazu, bei der Erstellung der Dialoge mitzuwirken.

Zur gleichen Zeit wendet sich Dagmar Adebahr an Tanja Forster, die am CJT-Gymnasium den Chor "Voice and movement" leitet, und bittet sie um Gesangsstunden für ihre Tanzschülerinnen. Daraus entwickelt sich ein regelmäßiger Unterricht, in dem sowohl die ersten Gesangssolos (in Einzelproben) als auch Ensemblenummern für "Carpe diem" erarbeitet werden.

Dezember 2005:
Das Manuskript ist fertig und Alex Teubner, freier Regisseur, Schauspieler und Schauspiel-Lehrer im Tanz(t)raum erklärt sich bereit, die Regie für "Carpe diem" zu übernehmen.

Dagmar Adebahr nimmt Kontakt zum Dehnberger Hof Theater in Lauf auf und legt die Aufführungstermine fest:
1.11., 2.11., 5.11., 11.11. und 12.11.2006
Das Theater ist eine alte umgebaute Scheune, hat eine wunderbare Atmosphäre und fasst 200 Zuschauer.

14./15. Januar 2006:
Casting
Die SchülerInnen konnten sich für eine oder mehrere der Hauptrollen bewerben. Es muss ein selbst ausgesuchtes Textstück (Gedicht oder Prosa)sowie eine Szene aus "Carpe diem" vorbereitet werden. Die Mädchen, die sich für eine Gesangsrolle bewerben, müssen ein Lied, das sie selbst ausgesucht haben, live zu Klavierbegleitung vortragen. Interessenten an einer Tanzrolle müssen eine eigene Choreografie passend zur Rolle vortanzen. Es gibt sehr viele BewerberInnen, allein für die Hauptrolle der Lena sind es sechs! Durch das Casting stellt sich jedoch heraus, dass ein Mädchen, das sich nur für eine Nebenrolle beworben hatte, die Geeignetste ist.


Mitte Januar 2006
Die Schauspiel-, Gesangs- und Tanz-Proben im Tanz(t)raum beginnen. Bei diesem "Work in progress" verändern sich immer wieder sowohl die Choreografien als auch die Schauspiel-Szenen und somit natürlich das ganze Manuskript. Zwei Schülerinnen werden zu Regie-Assistentinnen, notieren die Änderungen und schreiben das Manuskript nach jeder Probe um.

Februar bis April 2006:
Regelmäßige Treffen von Tanja Forster, Dagmar Adebahr und Alex Teubner. Passende Lieder für die Gesangsstücke werden endgültig festgelegt . Diese werden meist live am Klavier begleitet, zum Teil mussten Playback-Versionen gekauft werden.

Dagmar Adebahr geht auf Sponsorensuche. Als Erstes sagt die Stadt Lauf mit Bürgermeister Pompl an der Spitze finanzielle Unterstützung zu.

Die Sparkasse Lauf unterstützt die Probenfahrt nach Burg Rothenfels.

Weitere Sponsoren:
Bad und Heizung Kreuz, Schnaittach
Haare Ulli Schöner, Röthenbach
bisping und bisping Internetlösungen, Lauf

Mai 2006:
Die Grundschule I in Lauf spendet alte Schultische, Stühle und eine Tafel, die von fünf Schülerinnen restauriert werden.

August 2006:
probenlose Ferienzeit
Einige Schülerinnen entwerfen das Plakat.
Der Kontakt zu der Maskenbildnerin Andrea Schimek wird geknüpft.

8. - 11. September 2006 (Ende der Sommerferien):
Probentage im Tanz(t)raum. Es wird jeden Tag von morgens bis abends geprobt.

Frau Schimek gibt einen Workshop zum Thema "Bühnen-Make-up"

29.9. - 3.10.2006
Probentage auf Burg Rothenfels mit Dagmar Adebahr, Tanja Forster und Alex Teubner.
Für einen Tag wurden die Schüler hierfür von Ihren Direktoren vom Unterricht befreit.
Endgültige Fassung des Plakatentwurfs.
Das ganze Probenwochenende wird gefilmt.

In Rothenfels stellt sich heraus, dass die Teilnehmer unersättlich in Bezug auf Tanz, Gesang und Schauspiel sind, und aufgrund der ersten Durchlaufproben sehen alle endlich das "große Bild". Geprobt wird vom Frühstück bis zum gemeinsamen Mittagessen. Nach einer zweistündigen Pause, die viele in der sommerlichen Herbstsonne auf der Wiese genießen oder beim gemeinsamen Fußballspielen zubringen, geht es bis zum Abendessen weiter mit Proben und Manöverkritik. Am Abend setzen sich manche TeilnehmerInnnen noch zum gemeinsamen Singen und Musizieren am Klavier zusammen oder singen Karaoke. Neue Freundschaften entstehen. Die fünf Tage in der Jugendherberge sind äußerst anstrengend für alle Teilnehmer, aber auch immer wieder lustig. Sie fördern die Gemeinschaft, den Teamgeist und vor allem das Durchhaltevermögen und werden so zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.

Samstag, 14.9.2006:
Durchlaufprobe im Tanz(t)raum mit dem Tontechniker

Montag, 30.10.2006:
Hauptprobe im Dehnberger Hoftheater mit Licht- und Tontechniker

Dienstag, 31.10.2006:
Generalprobe im Dehnberger Hof Theater

Mittwoch, 1.11.2006:
Premiere in Anwesenheit des Bürgermeisters und aller Sponsoren

Nach fünf ausverkauften Vorstellungen ist die Kartennachfrage so groß, dass am 19.11.2006 noch eine Zusatzveranstaltung durchgeführt wird - wieder vor restlos ausverkauftem Haus.

Dezember 2006:
Die Universtitäts-Dozentin Dr. Birgit Bracher, die die letze Vorstellung gesehen hat, tritt an das Produktionsteam heran mit der Bitte, noch eine Aufführung zu planen. Sie lehrt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Sport für das Lehramt und möchte ihren StudentInnen zeigen, was man mit Schülern auf die Beine stellen kann, wenn man sich als Lehrer einbringt und engagiert.

26.1.2007:
Vorstellung im Dehnberger Hoftheater für Schüler und Studenten. Danach große Gesprächsrunde mit Darstellern und Studenten.

Dieser Vorstellung sahen alle Beteiligten mit gemischten Gefühlen entgegen, da sie aus eigener Erfahrung als Zuschauer wissen, dass bei Schülervorstellungen oft große Unruhe im Publikum herrscht und Schüler gelegentlich auf unterschiedliche Weise Desinteresse zeigen. Aber unsere Teilnehmer wurden eines Besseren belehrt: auch bei dieser Vorstellung hätte man zuweilen eine Stecknadel fallen hören können. Bei lustigen Szenen ging das junge Publikum begeistert mit und beim Schlussapplaus gab es Standing Ovations, was für pubertierende Jugendliche eher ungewöhnlich ist.

27.1.2007:
Letzte Vorstellung für die Öffentlichkeit im Dehnberger Hof Theater. Es stellt sich heraus, dass viele Zuschauer schon das zweite, dritte oder gar vierte Mal in der Vorstellung sind.
Auch an diesem Abend Standing Ovations.

Nachhaltigkeit:
Bereits eine Woche nach der vorläufig letzten Vorstellung am 19.11.2006 rekrutiert sich aus dem Musical-Team eine Projektgruppe mit 16 SchülerInnen, die es sich zur Aufgabe macht, ein neues Stück zu kreieren. Diese Gruppe trifft sich einmal pro Woche unter Anleitung von Tanja Forster, Dagmar Adebahr und Alex Teubner, um sich in den Sparten Gesang, Tanz und Schauspiel über improvisatorische Arbeit grundlegende Fähigkeiten (vor allem Bühnenpräsenz) anzueignen und sich neue Themen zu erschließen.

 
Besonderheiten:
Der strenge Schuldirektor im Stück fordert ständig "Disziplin, Ausdauer, Respekt und Leistung" und nervt damit seine Schülerinnen. Sie können diese Schlagworte schon gar nicht mehr hören.

Diese vier Werte waren jedoch auch das Besondere an der ganzen Probenarbeit, denn ohne Disziplin, Ausdauer und der Bereitschaft zur Leistung wäre das Projekt nie zustande gekommen. Am meisten lernten die Beteiligten jedoch Respekt voreinander: die Kleinen vor den Großen, die Großen vor den Kleinen, die Tänzer vor den Schauspielern und umgekehrt, die Sänger vor ihrer Lehrerin, die Lehrkräfte untereinander. Es war immer diese besondere Atmosphäre zu spüren und die tiefe Dankbarkeit bei den Schülern und den Lehrern, für das, was sie sich gegenseitig gelehrt hatten.

 
Probleme und Lösungen:
Problem:
Jeder musste bei den Proben anwesend sein. Als Entschuldigung galten nur Krankheit oder schulische Probleme. Zwei Mädchen waren diesbezüglich sehr undiszipliniert.
Lösung:
Sie wurden nach mehreren versäumten Proben ihrer Rolle enthoben und verließen die Gruppe. Das war konsequent und für den weiteren Verlauf der Proben und die Disziplin im Allgemeinen sehr wichtig.

Problem:
In dem Stück gibt es etliche Umbaupausen, da ständig die Schul-Tische und -Stühle herein- und hinausgetragen werden müssen.
Lösung: Da das Stück einen eher tragischen Hintergrund hat, wurde von den Autorinnen ein "Hausmeister" als "Running Gag" eingebaut, der die Umbaupausen teils geplant, teils improvisatorisch , aber immer lustig überbrückte. Eine Klasse-Leistung dieses Schülers!

Problem:
Bei der Generalprobe stellt sich heraus, dass eigentlich eine Bühnencrew für den Umbau nötig gewesen wäre.
Lösung:
Ein Schüler, der eine der Hauptrollen spielt, übernimmt spontan die Koordination des Umbaus. Geschickt teilt er Schülerinnen ein, die im Stück keine größere Rolle innehaben, und übt mit ihnen noch nach der Generalprobe die Umbau-Übergänge. Dabei legt dieser Schüler viel Geduld und großes Einfühlungsvermögen an den Tag. Er wird auch in der Rolle als "Leiter der Bühnencrew" von allen anderen vorbehaltlos akzeptiert, da sie die Notwendigkeit seiner Maßnahmen erkennen.

 
Anekdotisches:
Nach dem zweitägigen Casting wird das Mädchen, das für die Hauptrolle ausgesucht wurde, von der Jury, bestehend aus Alex Teubner, Tanja Scholz und Dagmar Adebahr, zu einem Gespräch gebeten. Die drei teilen ihr mit, dass sie für die Hauptrolle ausgesucht wurde. Das Mädchen konnte es überhaupt nicht fassen und brach in Tränen aus. Es waren jedoch keine Tränen der Freude, sondern des Mitgefühls für die anderen Mitbewerberinnen. Sie wollte das Angebot auf keinen Fall annehmen, da sie keiner ihrer Kolleginnen die Rolle wegnehmen wollte. Auch gutes Zureden nützte nichts. Sie bat sich noch einen Tag Bedenkzeit aus. Nachdem sie eine Nacht darüber geschlafen hatte, willigte sie doch ein, allerdings immer noch mit der Befürchtung, dass es Neid und Missgunst geben könnte. Am nächsten Abend folgte die Bekanntgabe der Rollenverteilung und als Alex Teubner den Beschluss der Jury allen Beteiligten mitteilte, klatschten die Mitbewerberinnen lange ehrlichen Beifall. Kinder und Jugendliche haben ein sehr gutes Gespür für Fairness. Da alle das Mädchen persönlich aus langjährigen gemeinsamen Tanzstunden kannten und von früheren Aufführungen wussten, dass sie nicht nur gut singen und tanzen kann, sondern auch über eine große soziale Kompetenz verfügt, spürten sie, dass es die richtige Entscheidung war und akzeptierten diese voll und ganz!

Während der Entstehung des Stücks wird eindringlich über das Thema "Tod" diskutiert. Die Hauptfigur in "Carpe diem" begeht Selbstmord und das führt immer wieder zu Diskussionen zwischen AutorInnen und Regisseur. Die AutorInnen planten ursprünglich, dass ihre Heldin überleben sollte. Alex Teubner war jedoch der Meinung, dass der Zuschauer die ganze Tragik vorher bereits durchlebt und dass man dann die Protagonistin auch sterben lassen könne, das sei schlüssiger. Er arbeitet intensiv in Einzelproben mit der Darstellerin an der Szene. Als die anderen Teilnehmer diese zum ersten Mal sehen, sind sie so berührt, dass viele weinen. Auch bei den weiteren Proben und bei den Aufführungen durchleben alle immer wieder intensiv diese Schluss-Szenen und möchten sie nicht mehr missen. Das sensible Thema trägt dazu bei, die ganze Gruppe zu festigen. Auch etliche Zuschauer berichten, dass sie zutiefst berührt waren. Es hat sich also gelohnt, dem "Tod ins Auge zu schauen".


Nach der Premiere am 1.11.2006 traf eine Mitwirkende aus der 11. Klasse des CJT-Gymnasiums ihren Deutschlehrer, der von dem Stück sehr beeindruckt war. Er fragte sie nach dem Zeitaufwand und wie sie denn die ganzen Proben zeitlich mit Schule und Hausaufgaben vereinbaren konnte. Sie antwortete, dass es nicht leicht für sie gewesen war, alles unter einen Hut zu bringen und dass sie stets bemüht war, die Schule nicht zu vernachlässigen. Da sagte ihr Deutschlehrer zu ihr: "Und wenn es so gewesen wäre, dann musst Du Dich darum nicht sorgen, denn das, was Du bei diesem Projekt gelernt hast, das hättest Du in der Schule nicht lernen können! Hier hast Du wirklich etwas für Dein Leben mit auf den Weg bekommen!"

Ein anderer Lehrer schreibt nach der Premiere Folgendes ins Gästebuch:
"Wenn erwachsene Menschen mit Tränen in den Augen den Raum verlassen, müssen sie etwas Außergewöhnliches gesehen haben."

Eine Mutter schreibt:
"War heute bereits zum 3. Mal hier - es wird immer besser, dichter, intensiver...Ein genialer Rundumschlag, der so viel beinhaltet: Tanz Gesang, Sprache, Ernst, Spaß, alles dabei. Einfach super, macht weiter!"

Ein Darsteller schreibt:
"Wenn ich ehrlich bin, stand ich diesem Projekt anfangs sehr kritisch gegenüber. Ich hätte nie gedacht, was sich daraus entwickeln würde. Damit meine ich aber nicht nur das Stück, sondern vor allem die Freundschaften, die ich gewonnen habe. Ich hoffe, dass wir uns alle nie aus den Augen verlieren und noch viele Abende bzw. Nächte zusammen durchfeiern."