Hier Klicken für die Vollansicht
Stolpersteine - eine Spurensuche in Bremerhaven
Hier Klicken für die Vollansicht
Drehtermin im Studio von Radio Weser TV
Hier Klicken für die Vollansicht
Wie findet man die richtigen Bilder für Krieg und Zerstörung
Hier Klicken für die Vollansicht
Deportation und die Suche nach dem Leben
Hier Klicken für die Vollansicht
Arbeit am Soundtrack zum Thema "Vom Verschwinden"
Stolpersteine
Projektdaten:
qtip@gmx.de / 7952
Bremen
Film, Fotografie und Neue Medien
Klasse 5-9
Schule:
Immanuel-Kant-Schule
Flensburger Str. 10
27570 Bremerhaven
Tel. 0471 309 555 0
http://iks-medien.de

Sonstige / Offener Ganztag
 
Ansprechpartner:
Jens Carstensen
qtip@gmx.de
 
Verantwortliche Lehrer:
Jens Carstensen
Hafenstr. 50
27576 Bremerhaven
qtip@gmx.de
http:/jenscarstensen.de
 
Kooperationspartner:
Begegnungen 2005 e.V.(Köln)
Büro West
Michael Krebs
Frankenstr. 54
50858 Köln

Max Duda
Filmemacher, Bremerhaven
http://dudafilm.de

Lisa Weiß
Theaterpädagogin
z.Zt.Indien

TheaTheo
Martin Kemner
Medienbetreuung
Lutherstr. 7
27576 Bremerhaven

 
Beteiligte Schüler:
34
Arbeitsgemeinschaft Projekt Israel 8-10 Klassen
Kooperationspartner: Begin-High-School Rosh HaAyin
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Jens Carstensen (Musik/Medien, Geschichte)Susanne Carstensen(Dipl-Soz.Päd.; Soziales Lernen)
 
Stundenvolumen:
wöchentlich 2 Std. über ein Schuljahr
2 Workshop-Phasen 5 Tage je 4 Std.
1 Projektwoche 10 Tage
 
Anzahl der Schüler an der Schule:
 
Anzahl der Lehrer an der Schule:
Ihr Eintrag
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Seit 2011 verbindet eine Partnerschaft die Begin-High-School in Rosh HaAyin (Israel) mit der Immanuel-Kant-Schule in Bremerhaven. Unsere Partner aus Israel besuchen die musikalische Abteilung ihrer Schule während die Schülerinnen und Schüler der Immanuel-Kant-Schule Bremerhaven sich vor allem mit Medien und Theater beschäftigen.
 
Projektauslöser/Idee:
"Begegnung" ist das Stichwort für ein Schulprojekt in der Stadt der Musik in Israel Rosh HaAyin. Im Dezember 2012 machte sich die Schul-Arbeitsgemeinschaft aus Bremerhaven auf den Weg, um zu diesem Thema einen Film mit Schülern aus der kleinen Stadt östlich von Tel Aviv zu initiieren.

Für die sich begegnenden Jugendgruppen ist gemein, dass viele ihrer Mitglieder in ihrem Land einen Migrationshintergrund haben. Denn auch Israel ist ein Einwanderungsland, dass mit ähnlichen Fragestellungen junge Menschen für eine aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnen will.

Auf dem Hintergrund der historisch belasteten deutsch-jüdischen Geschichte bietet sich hier ein Arbeitsfeld, dass den teilnehmenden Jugendlichen über aktiv gestaltende Projekte eine persönliche Dimension für ihr demokratisches Verständnis entwickelt und gängigen Vorurteilen eine Absage erteilt.

Heimat/Fremde als Pole bilden einen Spannungsrahmen für diese Begegnung. Die Annäherung an einen gemeinsames kulturelles und politisches Grundverständnis geschieht mit Hilfe von Workshops mit Theater, Musik und Neuen Medien (Foto, Film).

Im dem ersten Film "Begegnungen" (2012) ging es dann auch um "Vorurteile", die man in sich entdeckt, wenn man zu ungewohnten Ufern aufbricht.

Gemeinsame Besuche nationaler Holocaust-Gedenkstätten fördern eine Auseinandersetzung mit der Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven. Von hier aus entwickelt sich der methodische Ansatz für die gemeinsame Arbeit, die mit einem Arbeitsbesuch In Bremerhaven im August 2013 seine Fortsetzung gefunden hat.

Für unsere israelischen Gäste organisierten wir eine Reihe von Konzerten im Ortsteil. Wir stellten unsere bisherige gemeinsame Arbeit an einem Projekttag in der Schule vor.

Daneben bereiteten wir aber auch die Grundstruktur für unser neues Filmprojekt "Stolpern" vor.

 
Projektentwicklung:
Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit im letzten August stand die Beschäftigung mit den "Stolpersteinen" des Kölner Künstler Günter Demnig. An insgesamt 24 Orten in Bremerhaven findet man diese Gedenksteine vor den letzten Wohnsitzen der im 3. Reich deportierten Menschen.

Bereits im Juni und Juli tourten die Schülerinnen und Schüler durch Bremerhaven, um eine Stolpersteinralley für unser gemeinsames Treffen mit unseren israelischen Partnern vorzubereiten.

Im August baten wir unsere Gäste, Musik für diese Orte zu improvisieren, während wir uns um die Filmaufnahmen kümmerten. Parallel recherchierte eine Gruppe in Archiven und Bibliotheken zu Biographien und Orten, um anschließend das gefundene Material für eine filmische Präsentation umzugestalten. Die Recherchegruppe wurde von Lisa Schönberg, eine Studentin mit dem Fach Politikwissenschaften, betreut.

In einem Theaterworkshop im Oktober 2014 bereiteten wir uns auf einen Drehtermin im lokalen Fernseh-Studio von Radio Weser TV. vor. Figuren wurden entwickelt, Kostüme organisiert, Szenen geschrieben, Lichtgestaltung und Dramaturgie erarbeitet und anschließend an einem Drehtag umgesetzt. Dabei hatten wir Unterstützung von Lisa Weiß (Theaterpädagogik, ehemals Stadttheater Bremerhaven) und dem jungen Bremerhavener Filmemacher Max Duda, der uns bei Lichtgestaltung und Kameraarbeit beistand.

Im November/Dezember haben wir dann die Aufnahmen geschnitten, nachbearbeitet und vertont.
Betreut wurden das Projekteam von Max Duda und Martin Kemner.

 
Besonderheiten:
Ihr Eintrag
 
Probleme und Lösungen:
Ihr Eintrag
 
Anekdotisches:
Hallo, wir sind die Arbeitsgemeinschaft Medien/Projekt Israel von der Immanuel Kant Schule in Bremerhaven. Wir berichten in unserem Film "Stolpern" über eine merkwürdige Angelegenheit über die wir im wahrsten Sinne des Wortes „gestolpert sind.“ Wir waren in Bremerhaven unterwegs. Wir entdeckten überall goldfarbene Steine, die in die Wege eingelassen sind. Darauf sind Namen und Zahlen graviert. Und dass die Person deportiert und ermordet wurde. Das wollten wir genauer wissen.

Im Rahmen einer Projektwoche sind wir bei der Suche nach Informationen in der Stadtbibliothek und im Kulturamt der Stadt fündig geworden. Und haben Ungeheuerliches erfahren. Die Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig erdacht, um an das Schicksal von Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Unglaublich was damals passiert ist und eigentlich ist das auch noch gar nicht so lange her. Die Menschen wurden zu Nummern degradiert und industriell vernichtet.

Herr Demnig möchte den Opfern mit den Steinen ihren Namen ein wenig von ihrer Würde zurückgeben. Mittlerweile gibt es fast 43000 Stolpersteine in vielen deutschen Städten und in 15 anderen europäischen Ländern. Viele Opfer des Nationalsozialismus waren Juden und da wir im Sommer Besuch von israelischen Jugendlichen hatten, haben wir die befragt, was die darüber wissen und was sie davon halten. Wie schon in Israel beim Besuch von Yad Vashem haben wir gemerkt, dass es gut ist, sich zu informieren, zu erinnern und darüber zu sprechen. Aber irgendwie war das nicht genug. Es bleibt so ein Kloß im Bauch, wir haben überlegt was man noch machen kann.

Gemeinsam mit unseren Gästen aus Israel haben wir an den Stolpersteinen musiziert und versucht, uns an die unbekannten Menschen zu erinnern. An ihr Leid, an ihre Angst und wir haben versucht zu verstehen, wie Menschen fähig werden so etwas anderen Menschen anzutun.

Gemeinsam Musik machen war schon ganz gut, aber der Massenmord bleibt fern und unfassbar. Wie im Film. Aber es ist wirklich passiert. Eine Geschichte hat uns besonders berührt, Rosa Weinthrop, die als Baby mit ihrer Mutter 1922 aus Krakau nach Bremerhaven zog und mit 20 in Minsk ermordet wurde. Um eine Ahnung zu bekommen, was es für Rosa bedeutet hat, ihre Jugend im nationalsozialistischen Deutschland zu verbringen, haben wir versucht mit den Mitteln des Theaters die Vorgänge zu verstehen. Nach dem Theaterworkshop waren wir ziemlich fertig. Wir haben eine Ahnung davon bekommen, wie es Rosa und den Millionen ihrer Leidensgenossen ergangen sein muss. Bei Recherchen im Internet haben wir das Gedicht einer jungen Frau gefunden, die über das "Nicht Sterben wollen" erzählt.

Außerdem haben wir gemerkt, dass es wichtig ist nicht zu vergessen, was damals geschah. Aus Respekt vor den Opfern, aber auch weil es nach wie vor in vielen Teilen der Welt Ungerechtigkeiten, Misshandlungen, Morde und Hunger gibt. Wenn man ab und zu stolpert, hilft das beim Erinnern.

Wir waren damals in der 8. Klasse noch sehr aufgeregt über die Reise in eine fremdes Land. Wir haben bei unserem 1. Besuch in Israel noch nicht viel von der Deutschen Geschichte gewusst.

Das lag zum Teil auch daran, dass unsere Eltern nicht in Deutschland geboren wurden. In der Schule in der 8. Klasse wurde es auch nicht im Geschichtsunterricht behandelt. Im Laufe der Zeit haben wir bemerkt, das nach dem anfänglchen "Chaos" durch unsere Teamarbeit und die gemeinsame Erfahrung mit unseren israelischen Gästen sich langsam alles erklärt.

Und toll ist es, mit jungen Menschen aus Israel jetzt nicht nur gemeinsam ein Stück "Schulzeit" zu teilen, sondern auch bei Musik, Theaterspielen und Filmen intensive Freundschaft gespürt zu haben.

von Jaqueline, Aileen, Jessica, Philipp, Justin, Felix, Pascal (Nachrichten-Team der Gruppe)

Wie haben Sie von dem Wettbewerb erfahren?
Internet
 
Sonstiges pädagogisches Personal :
Ihr Eintrag
 
Spezieller pädagogischer Ansatz der Schule:
Haupt- und Realschule (im Lande Bremen Berufsbildungsreife und Mittlerer Schulabschluss)werden an unserer Schule integrativ unterrichtet. Einigen Klassen ist eine Gruppe von Schülern aus dem WE Bereich zugeordnet. (Schule für Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung)

Zur Medienwerkstatt:
In ihrer Kombination von schulischer/außerschulischer Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen entfalten die kulturpädagogischen Ansätze der Medienwerkstatt ihre erfolgreiche Wirkung. Schließlich ist es nicht nur ein allgemeines Bildungsziel, Kompetenzen im Umgang mit kulturellem Wissen und kulturellen Praktiken zu erwerben. Die kreativen Arbeitsformen bieten Raum für Begegnung, sie motivieren, sie fördern aktiv und beziehen auch junge Menschen ein. die sich für klassische didaktisch-pädagogische Konzepte kaum mehr begeistern lassen.
Positiver Effekt: Die Erfahrung, selbst etwas Kreatives hervorzubringen, stärkt das Selbstvertrauen. Die Auseinandersetzung mit kulturellen Formen wie Film, Musik, Tanz etc. setzt Prozesse der Selbstreflexion in Gang und erschließt neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Arbeit der Medienwerkstatt eröffnet so den Zugang zu anderen kulturellen Welten und begegnet so einer zentralen Problematik benachteiligter Jugendlicher, deren wesentliche Benachteiligung in ›Exklusion‹ besteht, d.h. in der verwehrten Teilhabe an den relevanten (kulturellen) Sphären unserer Gesellschaft. Bei diesem Projekt mit unseren Partnern in Israel werden einmal mehr junge Menschen aus Bremerhaven zu Botschaftern für ihre Schule und ihrer "(Wahl-)Heimat".

 
Einbindung in Netzwerke :
-
 
Beteiligung an Programmen :
-
 
Beteiligung an Modellversuchen/Wettbewerben :
-
 
Sozialraum der Schule :
Die Immanuel-Kant-Schule liegt im Ortsteil Grünhöfe einem sozialen Brennpunkt in Bremerhaven.
Neben dem demografischen Effekt sinkender Kinderzahlen hat vor allem eine Umstrukturierung im Schulwesen des Land Bremen zu einer rapiden Reduzierung der Schülerzahl von 700 (2002) und der Halbierung des Kollegiums beigetragen.

Die ehemalige Haupt- und Realschule im Stadtteil, die sich über 20 Jahre ausgesprochen intensiv aus dem Umfeld „Arbeitslosigkeit, Armut, bildungsfernem Elternhaus und Migrationshintergrund“ nährt, wurde als „Resteschule“ in eine Sekundarschule umgewandelt.

Bereits seit Beginn der 90 Jahre kümmert sich die Schule intensiv um neue Wege in der Organisation von Bildung.

Frühbetreuungsphasen, Mittagessen und Betreuungsangebote am Nachmittag nahmen die offene Ganztagsschule (seit 2005) voraus. Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes „Betreuungsschule“ war die Beschäftigung von sozialpädagogischen Fachkräften und die Öffnung in den Stadtteil.

In der Immanuel-Kant-Schule treffen junge Menschen aus über 30 Nationen tagtäglich aufeinander. Ebenso vielsprachig und kulturell verschieden ist ihre Prägung aus dem Elternhaus.

Die Immanuel-Kant-Schule stellt sich der Grünhöfer Bevölkerung. Ihre Multinationalität findet ihr Spiegelbild an unserer Schule. Unterricht und außerunterrichtliche Veranstaltungen werden darauf abgestellt. Das bietet die Chance, Jugendlichen Verständnis für unterschiedliche Kulturformen und Denkweisen zu vermitteln, Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Gemeinsamkeiten im Miteinander zu entwickeln.

 
Zusammensetzung der Schülerschaft :
Regelschüler 9 Klassen (Sekundarschule Jahrgang 7-10 integrativ H/R;
5 Klassen der neuen Oberschule (Jahrgang 5 und 6)
3 Klassen Schüler (jahrgangsübergreifend)ohne ausreichend Deutsch- und/oder Lese- und Rechtschreibkenntnisse;
Zusammenarbeit mit der Anne-Frank-Schule (Schule für Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung) kooperativ: 7.-10 Jahrgang, inclusiv: 5./6.Jahrgang

Unsere Schüler kommen derzeit aus 32 Nationen. Für die Mehrheit der Schüler ist Deutsch nicht die Muttersprache.

 
Weitere Besonderheiten der Schule :
Der Betreuungsbereich leistet sozial-pädagogische Arbeit für Schule, Eltern und Initiativen im Stadtteil und unterstützt Lehrer bei sozialen Lerneinheiten. (soziales Kompetenz Training, Gewalt- und Drogenprävention, Lion's Quest...)
 
Wettbewerbe und Finanzierung :
1 Nein

2 Ja
Native Instruments (Musik)
Klangkörper - Körperklang (Musik)
Das Klang Projekt (Musik)
Wenn Daniel Düsentrieb Musik macht (Musik)
Wenn Geschichte lebendig wird (Theater)
Zwergenaufstand in Grünhöfe (Film)
Denk Mal - Mahn Mal (Medien)
Wenn Gemüse zu singen beginnt(Musik)
Wege in meine Stadt (Medien)
Create Our Future (Medien)
Meine Familie und ich (Fotografie und Film)
Windmusik (Musik)
Über Vorurteile (Film)

3 Nein