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lina.ausstellung hans arp
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der rote teppich von rolandseck
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zeichnen nach modell :-)
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schöpfungsprozess
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museums-eisbar
Kunst ist für mich wie ein gutes Buch, dass ich unbedingt zu Ende lesen muss | Zitat einer Schülerin
Projektdaten:
info@jks-sinzig.de / 6696
Rheinland-Pfalz
Bildende Kunst, Architektur und Kulturgeschichte
Klasse 5-9
Schule:
Janusz- Korczak- Schule
Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und sozial emotionale Entwicklung
Förderschule
Beethovenstraße 3
53489 Sinzig
02642- 97900

Förderschule/Sonderschule / Offener Ganztag
 
Ansprechpartner:
Karsten Schölzel
info@jks-sinzig.de
 
Verantwortliche Lehrer:
Martina Gilcher-Schlagwein | Lehrerin
für die Janusz-Korszak-Schule Sinzig
gilcherschlagwein@googlemail.com
02642-409260

Franca Perschen | Künstlerin
für die Kunstvermittlung Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Am Sperrbaum 7a
53604 Bad Honnef
0151-56073140
francaperschen@t-online.de
www.francaperschen.de

 
Kooperationspartner:
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D- 53424 Remagen
www.arpmuseum.org

Annette Krapp
Leiterin Kunstvermittlung
Arp Museum Bahnhof Rolandseck

 
Beteiligte Schüler:
30 / für die gesamte Projektzeit
ARP AG / SchülerInnen der Klassen 6 bis 8
 
Beteiligte Lehrkräfte:
1 Lehrkraft + 2 Kunstvermittlerinen des Arp Museums, Schuljahr 2011/2012; 1 Lehrkraft + 1 Kunstvermittlerin des Arp Museums, Schuljahr 2012/2013
 
Stundenvolumen:
2 Wochenstunden über bisher 3 Schulhalbjahre
 
Anzahl der Schüler an der Schule:
119
 
Anzahl der Lehrer an der Schule:
23
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Seit August 2011 findet für Schüler der Janusz-Korczak-Schule Sinzig einmal wöchentlich der Nachmittagsunterricht im Arp Museum Bahnhof Rolandseck statt. Begeistert sind Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 und 8 jede Woche bei den verschiedenen künstlerischen Aktivitäten dabei. Schon die Dauer des Projektes spricht für sich: Die Kooperation zwischen der Förderschule und dem Museum geht zum Zeitpunkt der Bewerbung in das 4. Schulhalbjahr.
In dieser Zeit haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrerinnen, Kunstvermittlerinnen, den Besuchern und dem Personal des Museums in den Ausstellung so wie in den vielen, sonst öffentlich nicht zugänglichen Bereichen hinter den Kulissen eines Museumsbetriebes, viel erlebt, entdeckt und künstlerisch in wunderbar vielseitige Arbeiten umgesetzt.

Der "Museumsnachmittag" beginnt für die SchülerInnen bereits beim Verlassen der Schule. Sie kaufen vor Beginn der AG selbstständig ein und beginnen den Museumsbesuch mit einem gemeinsamen Imbiss, zu dem auch die Kunstvermittlerin, die die AG seitens des Museums leitet, eingeladen ist. So wird das Museum bereits zum vertrauten Ort und es entsteht ein freundlicher Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums. Sie helfen den Tisch zu decken und gesellen sich hin und wieder dazu.

Um den SchülerInnen die neue Umgebung von Anfang an vertraut werden zu lassen, machen sie an den ersten ein bis zwei Nachmittagen im Halbjahr eine Entdeckungsreise durch das Arp Museum. Sie entdecken das Museum als einen besonderen Ort für Kunst und Kreativität, der viel Spielraum für das eigene Entdecken und Erleben bietet. Hierbei lernen sie die besondere Architektur kennen und finden sich schnell in dem offenen und mit einem Tunnel - und Aufzugsystem versehenen Richard-Meier-Bau zurecht. Ausserdem knüpfen sie erste Kontakte mit den Mitarbeitern und Besuchern. Es ist wunderbar zu beobachten, wie selbstverständlich die SchülerInnen sich überall aufhalten, alles erkunden und sehr schnell einen natürlichen Zugang zu den Kunstwerken finden.

Im ersten Halbjahr der AG nutzten die SchülerInnen das Medium der Fotografie und die Zeichnung um ihren Rundgang zu dokumentieren. Aus den entstandenen Fotos haben 2 Schülerinnen eine Präsentation im PDF-Format zusammen gestellt.

Es sprengt den zur Verfügung stehenden Rahmen, die gesamte Projektzeit bis heute ausführlich zu dokumentieren. Deshalb werden wir neben Eindrücken der Beteiligten und Fotografien aus der gesamten Zeit, exemplarisch für die bisherige Projektzeit das 1.Halbjahr 2012/2013 näher beschreiben.
Die Künstlerin Franca Perschen, die in diesem Schuljahr die AG seitens des Museums leitet, besucht mit der Gruppe die wechselnden Ausstellungen des Museums und leitete die SchülerInnen sehr einfühlsam an, sich mit den gezeigten Exponaten auseinanderzusetzen.

Am Beispiel der Cartoons von Peter Gaymann haben sich die SchülerInnen mit abstrakten, realistischen und auch humorvollen Darstellungen von Menschen beschäftigt (Comic). Durch diese lebendige und direkte Begegnung mit Kunst entstehen vor den Originalen durch das Gesehene inspirierte, aber doch sehr individuelle und beeindruckende Zeichnungen mit verschiedenen Materialien und in verschiedenen Zeichentechniken.

Diese ersten Arbeiten der AG wurden im Rahmen des Remagener Kunstsalons ausgestellt. In der Janusz-Korczak-Schule werden die Arbeiten der AG durch eine wechselnde Präsentation in einer Wandvitrine der Schulgemeinschaft präsentiert, die auf diese Weise an den Erlebnissen im Museum beteiligt wird.
Zurzeit sind dort sogenannte "Fallenbilder" zu sehen, die in Anlehnung an die Arbeiten von Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "Stillleben" im Arp Museum entstanden sind.

Auch setzten sich die SchülerInnen intensiv mit den impressionistischen Bildern der Ausstellung "Lichtgestöber. Der Winter im Impressionismus" auseinander. Im praktischen Teil sind Winterbilder in verschiedenen Techniken entstanden (z.B. Ölkreide, Pastell, Stencils und Sprühlack).

Die Kunst Hans Arps, des Hauspatrons, bietet immer wieder die Gelegenheit, sich von den abstrakten Formen, die ihren Ursprung in den biomorphen Formen der Natur haben, und den fantasievollen Namen der Arbeiten, inspirieren zu lassen. Die SchülerInnen haben eigene pflanzen-, tier- oder menschenähnliche Wesen aus Ton erschaffen und ihnen durch die ständige Veränderung der Form immer wieder eine neue Lebendigkeit gegeben.

Im Januar stand das Thema Architektur und Modellbau im Rahmen der Jubiläumsausstellung des Museums "Building as art" von Richard Meier im Mittelpunkt. Hierbei entstanden phantasievolle Traumhäuser, innovativ gestaltete Fußballplätze und so mancher interessante Gestaltungsvorschlag für eine Neugestaltung der Schule.

Neben den Ausstellungen besuchten die SchülerInnen die "Katakomben" des Museums, in denen weitere Kunstschätze verborgen sind. Ausserdem konnten sie der Restauratorin Susanne Leydag bei der Vorbereitung der Abnahme einer Wandarbeit im Rahmen der Ausstellung "Die Eroberung der Wand" über die Schulter sehen.

Für das Frühjahr 2013 ist geplant, dass die SchülerInnen an einem Nachmittag bei dem Aufbau einer neuen Ausstellung dabei sein dürfen und so auch diesen Bereich der Arbeit in einem Museum kennenlernen.

Zum Abschluss des ersten AG-Jahres wurden die gesammelten Arbeiten in einer, von den SchülerInnen zum größten Teil selbst organisierten Ausstellung in der Schule präsentiert.

Als Abschluss für das jetzige Schuljahr ist eine Führung der SchülerInnen für ihre Eltern und Lehrer duch die verschiedenen Ausstellung geplant. Hierbei zeigen die SchülerInnen nicht nur, was Sie gesehen haben, sondern einzelne Arbeiten der AG werden in den Ausstellungen an gesonderten Plätzen neben den Originalobjekten gezeigt. Außerdem bereiten die SchülerInnen einen Workshop vor, den Sie auch selber leiten werden. So haben sie die Möglichkeit, ihre im Museum erworbenen Kenntnisse an ihre Eltern und Lehrer weiter zu geben.

Besonders erwähnenswert ist auch, dass die Janusz-Korczak-Schule nicht nur mit den an der AG beteiligten SchülerInnen durch ihre regelmässigen Besuche ganz selbstverständlich im Arp Museum vertreten ist, sondern sich auch bei öffentlichen Veranstaltungen des Museums einbringt. So haben LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen z.B. an dem vom Arp Museum veranstalteten winterlichen Rodelwochenende im Rahmen der Ausstellung "Lichtgestöber" eine Eisbar für die Besucher betrieben.

 
Projektauslöser/Idee:
Im Frühjahr 2011 luden die Sparkassenstiftung "Zukunft Kreis Ahrweiler " und das Arp Museum Bahnhof Rolandseck alle weiterführenden Schulen im Kreis Ahrweiler zu einer Informationsveranstaltung zu dem geplanten Kunstprojekt "DADA-Club" ein. Die Idee des Dada-Club ist es, die Kunst und die Gedanken der Dadaisten und ihren weiteren künstlerischen Werdegang in Beziehung zu unserer jetzigen Gesellschaftsentwicklung und der zeitgenössischen Kunst zu bringen. Als Arbeitsvolumen stehen ein 3stündiger Museumsaufenthalt der Schüler und eine Doppelunterrichtsstunde mit den Kunstvermittlern des Museums in der Schule zur Verfügung. Herr Schölzel, Schulleiter der Janusz-Korczak-Schule, nahm an dieser Veranstaltung teil und war auf Anhieb von der Kooperation zwischen Schule und Museum als Lernort begeistert, sah allerdings das angebotetene Format als nicht ideal umsetzbar für seine Schüler.

In einem Gespräch mit Frau Krapp und Frau Götz von der Kunstvermittlung des Museums entstand sehr schnell die Idee, eine Arp-AG ins Leben zu rufen, die über den Zeitraum eines Schulhalbjahres einmal wöchentlich im Museum stattfindet. Dieses Format kommt den Anforderungen der Förderschule ideal entgegen.

 
Projektentwicklung:
- Angeregt durch das Projekt "DADAclub" des Arp Museums entstand im Frühjahr 2011 in der Janusz-Korzcak-Schule die Idee der Arp-AG

- gemeinsam mit der Leiterin der Kunstvermittlung und den Kunstvermittlerinnen des Museums wurde ein Konzept entwickelt und die Finanzierung geklärt

- zu Beginn des Schuljahres 2011/2012 wurde sofort mit der AG begonnen und von Anfang an war klar, dass die Entscheidung für ein Langzeitprojekt in dieser Kooperation ideal war.

- im ersten Schuljahr wurde seitens der Schule die AG von der Lehrerin Frau Georg begleitete und von den Kunstvermittlerinnen Karoline Mast und Franca Perschen im Museum geleitet.

- als Präsentation der vielseitigen Arbeiten organisierte die AG vor den Sommerferien 2012 eine Ausstellung ihrer, über das Jahr hinweg entstandenen Arbeiten, in der Schule

- es war ausser Zweifel, dass die AG auch im Schuljahr 2012/2013 weiter fortgeführt wird

- unter der Begleitung der Lehrerin Martina Gilcher-Schlagwein und der Kunstvermittlerin Franca Perschen setzen 11 Schülerinnen und Schüler die AG mit der Freude am künstlerischen Tun und der besonderen Gemeinschaft jetzt bereits im 4. Schulhalbjahr fort

- für den Sommer 2013 ist als Schuljahresabschluss eine Schüler-Lehrer/ELtern-Führung mit anschließendem Workshop geplant, der ebenfalls von den Schülern vorbereitete und angeleitete wird.

 
Besonderheiten:
Was zu Beginn als ausserschulische AG begonnen hat, die vor allem die Vermittlung von Kunst und die Anregung der eigenen Phantasie im Fokus hatte, entwickelte sich im Laufe der bisherigen Projektzeit zu weitaus mehr.
Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen ihres Alltags wenig Berührungspunkte zu Kunst und Kultur haben, wird hier durch den ausserschulischen Lernort Museum dieser Zugang leicht gemacht und sie erleben ihre eigene Kreativität als Teil eines Ganzen. Für die Schüler ist der Begriff "Museum" nicht mehr mit etwas unnahbarem, schwer zugänglichem verbunden. Sie erleben Kunst als eine Bereicherung und werden sich ihrer eigenen Talente bewusst.

Durch die verschiedenen Blicke hinter die Kulissen und die Begegnung mit allen Berufsgruppen, die in einem Museum tätig sind, können die SchülerInnen darüberhinaus den Arbeitsplatz Museum in seiner Vielfalt kennen lernen und eventuell sogar in ihre zukünftige Berufswahl mit einbeziehen.

Für die MitarbeiterInnen des Museums ist es eine wertvolle Erfahrung, die Entwicklung der SchülerInnen zu begleiten und ihr unvoreingenommenes Herangehen an die Kunst als Erweiterung des eigenen Blickwinkels und Bereicherung für den Museumsalltag wahr zu nehmen.

Die Lehrerin Martina Gilcher - Schalgwein fasst in kurzen Worten zusammen:
"Pädagogische Schlagwörter wie Inklusion, Teilhabe,Teil des Ganzen usw.werden mit Leben gefüllt und gefühlt.
Die Kunst verbindet die Kinder der JKS und die Mitarbeiter und Besucher des Arp-Museums, so wie Lina aus der AG festgestellt hat:
"Kunst verbindet Menschen ........"
Wir von der AG überschreiten Grenzen. "

 
Probleme und Lösungen:
Bis auf die Einigung der Ausgewogenheit des Einkaufszettels für den Mittagsimbiss, bei dem die Meinungen zwischen Lehrerinnen und SchülerInnen leicht auseinander gingen, gab es keine Probleme, die einer besonderen Lösung bedurften. Hier konnte sich darauf geeinigt werden, dass als Ergänzung zu den normalen Brotbelägen und den Keksen zum Nachtisch statt der gewünschten Chips, Obst auf dem Speiseplan steht.
 
Anekdotisches:
"Wenn wir im Museum sind, fühlen wir uns wie Könige."
Sina (in der AG im gesamten Schuljahr 2011/2012, Kl.8)

"Mir macht das Basteln Spaß. Das wir frei arbeiten können und das wir in die Ausstellungen gehen, immer wieder neue Bilder sehen, finde ich toll. Das wir jeden Donnerstag dahin dürfen, das ist so das Schönste. Ich hab garnichts Schlechtes zu berichten. Mir macht wirklich alles Spaß."
Lina (nimmt seit Beginn an der AG teil, Kl.7)
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"Kunst ist eigentlich ein tolles, einzigartiges Buch. Kunst ist Fantasie....Kunst ist für viele ihr Zufluchtsort, wo man sagen kann, wo man denken kann und man kann mit Kunst Menschen zusammenbringen, so auch Schüler und Lehrer verbinden."
Auszug aus Linas Tagebuch, den sie zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat

"Auf jeden Fall gefällt mir die AG. Die Kunstsachen, die im Museum stehen, finde ich am besten. Ich helfe im Moment Dennis bei seinem Modell. Bin im 2. Jahr dabei und es macht mir immer noch Spaß. Auf jeden Fall besser als in der Schule Hausaufgaben zu machen. Es ist ein Unterschied, ob die Klassenlehrerin mitkommt oder ein anderer Lehrer."
Lucas (nimmt seit Beginn an der AG teil, Kl.7)

"Alles gefällt mir gut in der AG. Es sind schöne Figuren im Museum. Macht Spaß, jede Woche dahin zu fahren zum Arp-Museum. Sind so nette Menschen da. Macht Spaß mit Frau Perschen zu lernen. Macht Spaß, was die Frau Perschen erzählt, wer was gemacht hat. Ich bin froh, dass ich dabei bin."
Ricus (nimmt seit dem 1. Schulhalbjahr 2012/2013 an der AG teil, Kl.7)

"Ich finde die AG sehr gut. Es macht sehr viel Spaß. Alle Menschen im Museum sind sehr freundlich. Niemand ist gekommen, der mich angeschubst hat. Wir lernen ganz schön viel über Kunst."
Dennis (nimmt seit dem 1. Schulhalbjahr 2012/2013 an der AG teil, Kl.7)

"Ich finde die AG gut. Das Museum ist groß. Wenn ich was male und bastle, macht mir das Spaß. Die Winterbilder der Ausstellung gefallen mir. Das große Tor, was ich gebastelt habe,hat mir Spaß gemacht. Ich bleibe in der AG."
Arif (nimmt seit dem 1.Schulhalbjahr 2012/2013 an der AG teil, Kl.7)

"Es macht mir Spaß zu basteln. Die Sachen, die uns über Kunst erklärt werden (z.B. die Bilder in der Ausstellung) machen mir Spaß. Ich finde toll, wie Frau Perschen die Bilder erklärt, ich verstehe es auch, wie sie es erklärt. Die Ausstellung in der Schule fand ich gut, habe bei den Vorbereitungen geholfen. Den Schaukasten in der Schule finde ich gut, damit die anderen Schüler sehen können, wie wir arbeiten und was wir machen. Ich würde auch im nächsten Schuljahr wieder mitmachen, wenn die AG wieder stattfindet.
Armend (nimmt seit dem 2. Schulhalbjahr 2011/2012 an der AG teil)

Als begleitende Lehrerin bin ich tief beeindruckt, die SchülerInnen jeden Donnerstag vor, während und nach der AG zu erleben. Schon das Einkaufen für den Imbiss im Museum gestaltet sich als "kreativer Prozess": Einkaufzettel schreiben, Einkaufberechtigung besorgen, zu zweit oder zu dritt losgehen in den Supermarkt, an alles denken, möglichst "preiswert" einkaufen, den Bon im Sekretariat abgeben usw.. Viele kleine aber wichtige Schritte zur Selbstorganisation und auch Verantwortung für die Gruppe. Dann die Fahrt mit dem Zug: pünktlich und zuverlässig sich treffen, rechtzeitig losgehen, abwechselnd die schwere Einkaufstasche tragen, manchmal auf dem Bahnsteig (vor Kälte) bibbern, sich unterhalten, vermuten, was heute so "ansteht" usw.
Ein Gefühl einer zusammengewachsenden Gruppe, die sich aufmacht, etwas ganz Besonderes zu tun.
Und wenn wir dann in Rolandseck ankommen, dieses Gefühl "wir sind wieder da". Es ist ein bisschen wie Ankommen, in etwas Vertrautes eintauchen, erwartungsfroh, auch dieser ganz spezielle Museumshunger im Bauch, die Vorfreude auf das gemeinsame Essen im Kunstraum.
Ein sehr besonderes WIR-Gefühl. Auf dem Weg nach oben die vielen freundlichen Begrüßungen: ihr kennt uns, wir kennen euch. Ach ja, die JKSler, es ist ja wieder Donnerstag.
Und dann ist auch Frau Perschen da, sie erwartet uns, wir freuen uns sie zu sehen und sie freut sich auf uns. Manchmal hat sie schon den Tisch gedeckt, wir sind willkommen.
Danach gehts los: Comics zeichnen, figürliches Zeichnen, Stllleben gestalten, Winter im Bild einfangen, Modelle bauen......Alles,was entsteht, wird gewürdigt, der kreative Prozess wird angestoßen, begleitet aber nie "gelenkt" oder gar "manipuliert". Alles was entsteht ist gut, das finde ich beeindruckend.
Ich fühle, das Kunst ein Kind der Freiheit ist, hier wird es gelebt. Die SchülerInnen und ich werden in diesen kreativen Prozess hineingezogen. Ich nehme die SchülerInnen wahr:
konzentriert, vertieft, losgelöst, in sich ruhend, erfüllt, stolz.
Die Zeit verfliegt, dann das Auftauchen, wir müssen los, die gleiche freundliche Verabschiedung bis zum nächsten Mal. Wir stehen wieder auf dem Bahnsteig. Die KünstlerInnen sind wieder SchülerInnen, es geht nach Sinzig, die Schule hat uns wieder. Aber nächsten Donnerstag fahren wir wieder los!!!
Für die SchülerInnen und mich ist das Arp-Museum nicht länger mehr ein "exklusiver" sondern ein vertrauter Ort.
Pädagogische Schlagwörter wie:
Inklusion, Teilhabe,Teil des Ganzen......werden mit Leben gefüllt und gefühlt. Die Kunst verbindet die Kinder der JKS und die Leute vom Arp-Museum, so wie Lina aus der AG festgestellt hat: "Kunst verbindet Menschen ........"
Wir von der AG überschreiten Grenzen. "
Martina Gilcher-Schlagwein (begleitende Lehrerin der JKS im Schuljahr 2012/2013)

"Schon beim ersten Besuch erlebten die Schülerinnen und Schüler damals eine Besonderheit in dem Tunnel, der die Besucher in den Berg hinein zu den Aufzügen führt. Spontan wurde dieser von zwei Besucherinnen für eine Gesangsdarbietung genutzt, die schließlich mit den Schülern und Schülerinnen zusammen einen Kanon sangen. Und der Gang über den roten Teppich des Bahnhofscafes, über den schon der Dalai Lama und Prominente und Politiker aus der ganzen Welt geschritten sind, waren an diesem Tag ein besonderer Willkommensgruß für die Schülerinnen und Schüler."
Stefanie Georg (begleitende Lehrerin der JKS im Schuljahr 2011/2012)

"Für mich ist der Donnerstagnachmittag eine besondere Zeit in der Woche. Im Vorfeld mache ich mir Gedanken, wie ich das anstehende Thema den SchülerInnen am besten nahe bringen kann. Und am Ende der gemeinsamen Zeit gehe ich beschenkt mit dem, was ich von ihnen an diesem Nachmittag gelernt habe, nach Hause. Jede und jeder einzelne von ihnen ist voll von Besonderheiten und Talenten, die häufig in den kleinen Dingen zum Vorschein kommen, die wir im Alltag übersehen."
Franca Perschen (Kunstvermittlerin im Arp Museum Bahnhof Rolandseck)

Es ist jeden Donnerstag wieder beeindruckend, mit welcher Freude die SchülerInnen der Janusz-Korczak-Schule Woche für Woche in unser Museum kommen und mit welcher Unvoreingenommenheit, Offenheit und Begeisterungsfähigkeit sie alles aufsaugen, was ihnen geboten wird. Besonders gerührt hat mich eine Anekdote am Rande der Arp-AG. Es war die Ausdauer und das praktisch Anpackende einer Schülerin, die während unseres Rodelevents ein ganzes Wochenende von 9.30 Uhr bis 17 Uhr an der Eisbar geholfen hat (vorbereiten, aufbauen, Gläser spülen, verkaufen, aufräumen, wunderbar fotografieren für die Fotodokumentation, sich zwischendurch von mir und zwei AG-Schülern das Museum zeigen lassen ...) und mich am Ende dieser langen Tage, an denen sie wirklich geschuftet hat, verfroren anstrahlt und sagt: "Ich bin so froh, dass ich mich entschieden habe hier mitzumachen. Das hat so viel Spaß gemacht." Dieses Erlebnis zeigt nicht nur stellvertretend die Begeisterungsfähigkeit der SchülerInnen, sondern steht auch dafür, wie sie in einer ihnen neuen Umgebung jenseits des Schulalltags ihre Stärken entdecken, erleben und sich an ihnen freuen können. Neben dem selbstverständlichen Umgang mit der Kunst und ihrem kreativen Potential ist das ein ganz wichtiger Aspekt dieses Projektes.
Annette Krapp (Leiterin der Kunstvermittlung am Arp Museum Bahnhof Rolandseck)

Artikel Rheinzeitung vom 19.6.2012:

Schüler von Museum inspiriert
Das Arp Museum erlebten neun Mädchen und Jungen der Sinziger Janusz-Korczak-Schule ein Jahr lang als Klassenzimmer. Imposante Architektur und jede Menge Inspiration erwartete die Schülerinnen und Schüler immer donnerstags, wenn sie mit ihrer Lehrerin Stefanie Georg mit dem Zug nach Rolandseck fuhren und dort mit den Kunstpädagoginnen Franca Perschen und Karoline Mast ihre Eindrücke kreativ verarbeiteten Die Ergebnisse dieser überbordenden Schaffensperiode ihrer Schulzeit stellen sie nun bei einer Ausstellung im Untergeschoss ihrer Schule vor.

„Wir haben und gefühlt wie die Könige“, heißt es auf einem der Bilder, die neben zahlreichen Skulpturen mannigfaltig von der Fantasie der Schüler Zeugnis geben.
Zudem haben sie an den 30 Donnerstagen über das Jahr verteilt auf mehr als 700 Fotografien ihre Erlebnisse dokumentiert.
Angestoßen von der Ausstellung `Wolkenpumpen`, erstellten sie Zeichnungen, nach denen sie Styrenedrucke fertigten. Ein gelungenes Experiment waren auch die Solarfotografien auf lichtempfindlichem Papier. Kleine eigene Welten bastelten die Sinziger Schüler aus zahlreichen Utensilien. Inspiriert von Sophie Taeuber-Arp schufen sie einfallsreiche Stabpuppen, ließen sich von der Ausstellung `Biomorph` zu eigenen Seifenskulpturen im Dada-Stil anregen und zeichneten plastische Landschaften im Stil von Monet.
Wie vielfach versichert wurde, fühlten sich die Kinder im Museum nahezu heimisch und bekamen auch einen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
So etwa, wenn das Haus offiziell geschlossen war und eine Ausstellung aufgebaut wurde. „Ich werde euch sehr vermissen und ich hoffe sehr, dass ihr Lust habt, noch ein Schuljahr weiter zu machen“, bekräftigte Karolin Mast bei der Vernissage.

Sehr beeindruckt von den Exponaten der Teilnehmer dieses Kooperationsprojektes zwischen dem Arp Museum und der Förderschule zeigte sich nicht nur Annette Krapp, Leiterin der Kunstvermittlung des Museums, sondern auch Karsten Schölzel, das Lehrerkollegium, die Schülerschaft und nicht zuletzt die stolzen Eltern.
„Ich fand es spannend zu sehen, wie schnell ihr dort eingetaucht seid“, freute sich der Schulleiter, der das Projektangebot des Museums gern angenommen hat und für das Vorhaben auf Unterstützung von Landrat Jürgen Pföhler zählen konnte.

Wie haben Sie von dem Wettbewerb erfahren?
Mund-zu-Mund-Propaganda
 
Sonstiges pädagogisches Personal :
2 pädagogische Fachkräfte
1 Anerkennungspraktikant
1 FSJlerin
1 Lehramtsanwärterin
1 Schulbegleiterin
 
Spezieller pädagogischer Ansatz der Schule:
Die JKS ist eine Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und sozial-emotionale Entwicklung.
Die Zielsetzung und Gestaltung sonderpädagogischer Förderung ist in §1 des Schulgesetztes eindeutig formuliert:
"Sonderpädagogische Förderung hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Möglichkeiten zum selbstständigen und gemeinsamen Leben, Lernen und Handeln zu befähigen. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern Hilfe und Orientierung bei der Übernahme von Werten, Einstellungen und Haltungen."

Eine Leitidee unserer Schule ist es, Schule als Prozess zu sehen verbunden mit dem Ziel: "Schüler fit fürs Leben".
Unserem Menschenbild liegen folgende Annahmen zugrunde:
Menschen sind bildungs - und entwicklungsfähig. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Förderung ihrer Anlagen und Entwicklung ihrer Fähigkeiten.
Unsere Lehrpersonen agieren als Lern - und Entwicklungsbegleiter und nehemn die ihnen anvertrauten Menschen ganzheitlich wahr und arbeiten situations - und adressorientiert.
Einfühlvermögen ist für unsere pädagogische Arbeit unverzichtbar.

Die Janusz-Korczak-Schule umfasst die Schuljahre 1-10 ( freiwilliges 10. Schuljahr; Berufsreife)

Zur Erfüllung des besonderen pädagogischen Auftrags ist es unabdingbar sich unsere Kernkompetenzen genauer anzuschauen.

An unsere Schule arbeiten zur Zeit 20 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Diese sind ausgebildet in den unterschiedlichsten Fachrichtungen. Zusätzlich haben wir einen Grund - und Hauptschullehrer und eine Sportlehrerin. Ergänzt wird dieses Team durch zwei Pädagogische Fachkräfte. 1 Lehramtsanwärterin, 1 FSJlerin und eine Praktikantin im Annerkennungssjahr.
Dieses Fachpersonal steht unter der Leitung von Herrn Förderschulrektor Karsten Schölzel und Herrn Förderschulkonrektor Dieter Busch.

Aufgrund dieser personellen Kompetenz können wir 3 Handlungsfelder besonders in den Fokus nehmen:

1. Beratung
2. Diagnostik
3. Unterrichten

 
Einbindung in Netzwerke :
Kooperationspartner der Schule sind auch:

- HOT Sinzig / Jugendzentrum
- Alice-Salomom-Schule, Linz am Rhein
- Diakonie Rheinland
- Lernen fördern RLP

 
Beteiligung an Programmen :
keine
 
Beteiligung an Modellversuchen/Wettbewerben :
keine
 
Sozialraum der Schule :
Die Janusz-Korczak-Schule in Sinzig liegt im Landkreis Ahrweiler, ca. 22 km südlich von Bonn und 40 km nördlich von Koblenz.
Das Einzugsgebiet ist kleinstädtisch/ländlich. Es umfasst die Städte Sinzig und Remagen sowie die Verbandsgemeinde Bad Breisig und kann als randständig bezeichnet werden.
 
Zusammensetzung der Schülerschaft :
Der Jungen-Anteil an der Schülerschaft ist mit etwa 70% vergleichsweise hoch.
Der Anteil der SchülerInnen mit Migrationshintergrund liegt bei 37,7% (Türkei, Kurdistan, ehem. Jugoslawien).
Dem Profil der Schule entsprechend haben alle SchülerInnen einen erhöhten Förderbedarf.
 
Weitere Besonderheiten der Schule :
Im Rahmen des offenen Ganztages bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich an unterschiedlichsten AGs und Projekten zu beteiligen, wie z.B.:

- Zirkus AG
- Mofa AG
- Reit AG ( Georgienhof Remagen /Kripp )
- Arp AG
- Ruheraum
- Sinnesgarten ( in Planung durch die Anerkennungsparktikantin )
- Praxistag

ausserdem:

- Sportfeste
- Projektwochen
- Berufsorientierungstage
- Vorlesewettbewerb
- Lesenpatenschaften (mit Ehrenamtlichen HelferInnen aus Sinzig)
- Schulfahrten
- Karnevalsfeiern

 
Wettbewerbe und Finanzierung :
zu1) nein

zu2) die am Projekt beteiligte Künstlerin Franca Perschen hat 2012 mit dem Projekt "Himmelsmechanik" in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Nonnenwerth, Insel Nonnenwerth, am Wettbewerb teilgenommen.

zu3) die Finanzierung des Projektes stellt sich folgendermassen dar:

- Essens- und Fahrgeld werden von der Schule und dem Förderverein der Schule zu gleichen Teilen getragen

- das Honorar der Museumspädagoginnen werden anteilsmässig von der Schule im Rahmen des G8-Ganztagesangebots und dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck gezahlt