Hier Klicken für die Vollansicht
Workshop in der Villa: Der Künstler und Schülerin bei der Arbeit
Hier Klicken für die Vollansicht
Ausstellungsvorbereitung in der Villa
Hier Klicken für die Vollansicht
Lesung der Geschichten zu den Interieurbildern Trautmanns
Hier Klicken für die Vollansicht
Musikalische Untermalung bei der Eröffnung
Hier Klicken für die Vollansicht
Ein Tag vor der Vernissage: Schülerarbeiten auf Tapetenbändern
Interieur- Exterieur
Projektdaten:
frau.dalen@web.de / 5995
Bayern
Bildende Kunst, Architektur und Kulturgeschichte
Klasse 5-9
Schule:
Ferdinand-von-Miller Realschule
Bahnhofstr. 15
82256 Fürstenfeldbruck
08141 5026-0

Realschule
 
Ansprechpartner:
Beatrice Dalen
frau.dalen@web.de
 
Verantwortliche Lehrer:
Frau Beatrice Dalen
Denkenhofstraße 25 / 81249 München
0178/3510354
beatrice.dalen@gmx.de

 
Kooperationspartner:
Haeusler-Villa
Dachauer Straße 61
82256 Fürstenfeldbruck
Tel.: (08141) 41548
Fax: (08141) 41456
www.kester-hausler-stiftung.de

Kulturwerkstatt Haus 10
Fürstenfeld 10b
82256 Fürstenfeldbruck
www.kulturwerkstatthaus10.de

Anne Fischer Kunsthistorikerin
Kunstbrücke
Bahnhofstraße 2
82256 Fürstenfeldbruck
Tel.: 08141 / 315 23 26
www.kunstbruecke.de

Christiane Neuberger freischaffende Künstlerin
82256 Fürstenfeldbruck


Stefan Juttner freischaffender Künstler
82291 Mammendorf
www.stephanjuttner.de
 

 
Beteiligte Schüler:
27
27 Schüler der Klasse 9F
 
Beteiligte Lehrkräfte:
Frau Heidi Winter (TZ und Werken) , Frau Karin Ried (TZ), Frau Julia Wutz (Englisch), Frau Verena Summer (Musik) und Frau Beatrice Dalen (Kunst und Werken)
 
Stundenvolumen:
TZ 20 Stundenvolumen
Werken 5 Stunden
Englisch 5 Stunden
Musik 3 Stunden
Kunst 20 Stunden
 
Anzahl der Schüler an der Schule:
1057
 
Anzahl der Lehrer an der Schule:
100
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Projekt Interieur – Exterieur
In den vergangenen Jahren nahm die Ferdinand-von-Miller Realschule an für Schüler angebotenen Workshops „Betrachten und Gestalten“ der Kester-Häusler Stiftung teil.
Die Schüler arbeiteten geleitet von ortsansässigen Künstlern.
Anläßlich des 110. Geburstags des Fürstenfeldbrucker Malers Karl Trautmann
(6. Juni 1901 - 7. September 1978) schrieb die Kester-Haeusler-Stiftung im vergangenen Schuljahr erstmals einen Kunstförderpreis aus. An der Ausschreibung unter dem Motto 'Lebensträume' konnten Schüler aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck teilnehmen. Franziska Woerl, eine der Schülerinnen der Ferdinand-von-Miller Schule bekam den 2. Preis im Juli in der Stiftung verliehen.
Da wir in den vergangenen Jahren die Natur und den Garten der Villa als Quelle der Inspiration nutzten, wollten wir uns, wie es der Künstler Karl Trautmann schon zu seinen Lebzeiten getan hat, in dem neuen Projekt der Villa und ihren Räumen widmen. Unser Projektthema ist die „Interieurmalerei“.
Den Einstieg zu dem Thema bildete der Besuch der Karl-Trautmann Ausstellung in der Kulturwerkstatt Fürstenfeldbruck. Neben dem Hauptwerk Karl Trautmanns wurden auch die Werke der Preisträger des Karl Trautmann Kunstpreises 2011 ausgestellt. Die Kunsthistorikerin Frau Fischer führte die Klasse 9F durch die Ausstellung.

Dabei ging sie genauer auf die Interieurmalereien des Künstlers Karl Trautmann und die Preisgewinner Stefan Juttner und Barbara Melcher ein.

Durch Referate in den vorangegangenen Kunststunden hatten die Schüler schon Informationen über die ortsansässigen Künstler gehört.

Nach dem Besuch der Ausstellung wählte sich jeder Schüler eine Abbildung der Interieurmalerei von Karl Trautmann. Auf diesen Bildern sind Zimmer und Ecken der Villa dargestellt, wie sie zu Lebzeiten Karl Trautmanns eingerichtet waren und wie er sie wahrgenommen hat. In weiteren Schulstunden und über die Weihnachtsferien leitete die Englischlehrerin Frau Wutz die Schüler an, anhand der Bilder eine spannende Kurzgeschichte zu erzählen. Da die Bilder Karl Trautmanns keine Personen beinhalten, konnten die Schüler mit viel Fantasie spannende Geschichten erzählen zum Thema „Was war geschehen im roten Zimmer?“ oder „Was geschieht nun?“. Die Geschichten sollten auf Englisch verfasst werden, da wir, wie es in allen Museen gerade üblich ist, eine international verständliche Ausstellung kreieren wollen.

Die Kurzgeschichten werden im Kunstunterricht mit Schönschrift in ästhetische, ansprechende, gut leserliche Form gebracht.

Parallel zeichnen die Schüler mit Frau Ried und Frau Winter im Fach Technisch Zeichnen die Villa von außen. Ob im aktuellen CAD-Programm oder traditionell auf Zeichenplatte, das war den Lehrkräften überlassen.

Zur Vorbereitung auf den Workshop in der Villa wiederholten die Schüler die Zentralperspektive. Sie erarbeiteten sich die Elemente zur besseren Darstellung von Räumlichkeit im Bild, wie zum Beispiel Überschneidung, Staffelung, Froschperspektive, Verblauung und vieles mehr.

Im Anschluss machte die Klasse einen Exkurs durch die Kunstgeschichte. Sie lernten, dass die Interieurmalerei ihren Höhepunkt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden hatte. Des weiteren erfuhren sie, dass auch die Surrealisten, wie zum Beispiel René Magrite gerne Interieurmalereien herstellten. Auch wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Abbildungen nicht immer der Realität entsprechen müssen, wie zum Beispiel bei Picassos Interieur mit zeichnendem Mädchen, oder bei der Analyse von Bildern von Matisse und Braque.

Bevor die Schüler den vorletzten Schritt in dem Projekt unternehmen (Workshop inklusive Führung in den Räumen der Villa), übten sie noch die Innenraumzeichnung im Schulgebäude. Anschließend bereiteten sie im Kunstunterricht Malgründe vor. Zeichenblätter wurden mit weißer Grundierung und Marmorstaub präpariert, damit schon die erste Assoziation zum Innenraum entsteht.

Aufgrund der Größe der Klasse (27 Schüler) werden zwei Gruppen gebildet, die an zwei verschiedenen Donnerstagen (19. Januar und 26. Januar) am Workshop teilnehmen.

Der Tag in der Villa beginnt mit einer Führung von Frau Fischer durch die Räumlichkeiten. Sie geht noch einmal genauer auf das Leben Karl Trautmanns in dem Hause ein. Außerdem erklärt sie den Schülern die Aufgaben einer Stiftung.

Im Anschluss beginnt die Arbeit mit dem Preisträger und ortsansässigen Künstler Stefan Juttner zum Thema Interieur. Des weiteren werden die Schüler dort von der freischaffenden Künstlerin Christiane Neuberger, von der Lehrkraft Frau Winter, von den Studienreferendarinnen Frau Leitner,Frau Scheppe und von mir betreut.

Zum Abschluss des Projekts bringt jeder Schüler seine Arbeiten (TZ-Bild, Geschichte, Malerei,...) im Werkenunterricht bei Frau Winter und Frau Dalen auf ein Papierband an. Mit diesen Papierrollen wird im Rahmen des Werkenunterrichts die Ausstellung in der Villa vorbereitet. In drei Räumen hängen die Rollen in der Villa an der Wand und erinnern an Tapetenbänder. Dazwischen kann man auch ein Selbstporträt von dem verstorbenen Künstler Karl Trautmann und zwei seiner Interieurmalereien. finden
Nach der Vernissage wandert die Ausstellung in die Schule und kann von der Schulfamilie bewundert werden.

 
Projektauslöser/Idee:
In den vergangenen Jahren nahm die Ferdinand-von-Miller Realschule an für Schüler angebotenen Workshops „Betrachten und Gestalten“ der Kester-Häusler Stiftung teil.
Die Schüler arbeiteten geleitet von ortsansässigen Künstlern. Der Workshop war eine Belohnung für die gute Arbeit, die die Jugendlichen das ganze Schuljahr über im Kurs geleistet haben, der auch als Vorbereitung auf die Kunst-FOS dient. Hier fällt das konventionelle Lehrer-Schüler-Verhältnis weg.
Die Schüler arbeiteten mit Profis zusammen und fühlten sich ernst genommen.

Anläßlich des 110. Geburstags des Fürstenfeldbrucker Landschaftsmalers Karl Trautmann schrieb die Kester-Haeusler-Stiftung 2011 zum ersten Mal einen Kunstförderpreis aus. An der Ausschreibung unter dem Motto 'Lebensträume' konnten Schüler aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck teilnehmen. Ausgewählte Arbeiten von SchülerInnen aus der Ferdinand-von-Miller Realschule wurden eingesendet und zwei Schülerinnen der 10. Klasse und ein 5. Klässler gewannen einen Preis.
Parallel wurde im Andenken an das Lebenswerk Trautmanns ein Kunstpreis unter dem Motto „Lebensräume“ verliehen. Angesprochen waren Künstlerinnen und Künstler, die ihren Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck haben bzw. durch eine Mitgliedschaft in einer ansässigen Künstlervereinigung im Landkreis künstlerisch tätig sind. Die 10 Finalisten inklusive der Preisträgerin bzw. des Preisträgers und ihre eingereichten Arbeiten wurden in der Karl Trautmann – Jubiläumsausstellung vom 03.12. bis 18.12.2011 in der Kulturwerkstatt Haus 10 in Fürstenfeldbruck zu zeigen.

 
Projektentwicklung:
Kunst:
Das Projekt startete mit den Referaten. In den Kunststunden wurde den Schülern auch das technische Wissen, wie Zeichnung der Perspektive und vieles mehr vermittelt. Zusätzlich wurden sie auch kunstgeschichtlich auf das Thema vorbereitet, bevor die Schüler dann am Workshop teilnehmen konnten. Die Bilder, entstanden im Workshop, wurden im Kunstunterricht noch vollendet. Als die Geschichten in Englisch fertig korrigiert waren, setzten die Schüler sie auf ein DIN A3 Blatt in Schönschrift um. Es gab keinen Schüler, der nicht sauber und leserlich mit Tusche oder Tinte schreiben konnte! Jeder, auch diejenigen, welche eine diagnostizierte LRS haben.

Englisch von Frau Wutz:
Das Projekt startete im Fach Englisch in der Woche vor den Weihnachtsferien. Ziel des Projektes war bzw. ist es, sowohl die Kreativität als auch die Schreibfertigkeit der Schüler im Fach Englisch zu fördern.
Deswegen entschied ich mich, den Schwerpunkt des Projektes auf das Stichwort „creative writing“, „kreatives Schreiben“ zu legen.
Nachdem wir die Ausstellung zu Karl Trautmanns „Lebensräumen“ besucht hatten, wählte ich nach Rücksprache mit Fr. Dalen drei seiner Bilder aus.
Anschließend verfasste ich zu jedem einzelnen Bild den Beginn einer Geschichte. Die einzelnen Anfänge wurden so von mir geschrieben, dass sie sehr unterschiedlich und ambivalent in ihrer Natur waren.
Vor den Weihnachtsferien wurden diese Anfänge den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9f unterbreitet.
Zudem wurden diese über die Aufgabenstellung informiert. Ihre Arbeit über die Ferien sollte nun darin bestehen, eines der Bilder und eine entsprechende Geschichte auszuwählen und diese zu Ende zu schreiben. Dabei sollten die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen. Ferner sollten sie, soweit möglich und passend, drei Gegenstände, welche auf dem jeweiligen Bild zu sehen sind, auf irgendeine Art und Weise in den Text integrieren.
Die Geschichte einer jeden Schülerin bzw. eines jeden Schülers sollte in etwa eine Seite lang sein.
Mehr oder weniger zuverlässig wurden die Geschichten nach den Ferien von jeder Schülerin bzw. jedem Schüler abgeliefert und anschließend von mir korrigiert.
Auffallend bei der Korrektur war, dass die Schülerinnen und Schüler in der Tat über ein erstaunliches Maß an Kreativität und Phantasie verfügen und dass, trotz gleichen Anfängen, die Stories völlig unterschiedlich ausfielen.
Obwohl sowohl Organisation als auch Durchführung und Abschluss des Projektes viel Arbeit und Energie mit sich brachten, bereitete es mir große Freude, da hier auch Stärken der Schüler, wie Kreativität, zum Tragen kamen, welchen normalerweise im Fach Englisch eher seltener Beachtung geschenkt werden können.

Technisch Zeichnen mit CAD von Frau Ried:
Computer aided design
Was beim bildnerischen Gestalten in der Ebene von Vorteil ist, ist beim Arbeiten mit einem 3D-Zeichenprogramm unerlässlich: die Erkenntnis, dass alle Objekte, ob lebendig oder nicht, aus geometrischen Grundkörpern bzw. mehr oder weniger komplexen Verbindungen aus diesen mit entsprechenden Veränderungen bestehen. Dabei erleichtert die räumliche Vorstellungsgabe sozusagen das geistige Begreifen eines Objekts, zum anderen ermöglicht es eine korrekte Befehlseingabe an den Computer zur virtuellen Produktion.
Im Unterschied zum bildnerischen Gestalten von Hand muss jedoch keine Kenntnis über Verläufe von Schatten oder von Verschneidungslinien zweier miteinander verbundener Körper bestehen, da diese vom Zeichenprogramm millimetergenau berechnet werden. Gleichzeitig können Positions-, Größen- oder Formfehler in Sekundenschnelle ausgebessert bzw. Varianten getestet werden.
Diese Umstände kommen dem Wunsch Jugendlicher nach realitätsnaher Darstellung und gleichzeitig ihrer Begeisterung für dieses technische Medium, das für sie ganz selbstverständlich zum täglichen Leben gehört, sehr entgegen.
Trotzdem unterscheiden sich die vorliegenden Arbeiten der SchülerInnen von einer maßstabsgetreuen Abbildung der Kester-Haeusler-Villa, da sie nicht wie ein Architekt das Gebäude mit dem Meterstab vermessen haben, sondern sich lediglich auf ihr Augenmaß verlassen mussten. Dabei wurden zwar die Grundform des Baukörpers oder einzelne Raster deutlich, beispielsweise bei Fenstern oder Geländern. Aber im Detail sind doch große Unterschiede bei den einzelnen Ergebnissen zu erkennen. Diese zeigen die individuelle Beobachtung aber auch Arbeitsweise der SchülerInnen: Während die einen bestrebt waren, möglichst einen Gesamteindruck von dem Gebäude zu vermitteln, hatten andere den Ehrgeiz kleine Details wie Kaminabschlüsse, ein Gesims, den Erker oder ausgefallene Fensterformen detailnah nachzubauen. Dabei wuchs mit zunehmendem „Baufortschritt“ der Anspruch eines perfekten, d.h. originalnahen Ergebnisses.
Letztendlich hatten alle den Wunsch, im Anschluss an dieses Projekt nicht mehr nur zu reproduzieren, sondern ein Haus nach eigenen Vorstellungen zu entwerfen.

Technisch Zeichnen von Frau Winter:
Im Fach Technisches Zeichnen beschäftigte sich eine Hälfte der Klasse zunächst mit der Architektenzeichnung, in welcher ein Gebäude in verschiedenen Risszeichnungen unverzerrt dargestellt wird. Auf dem Zeichenbrett setzten die Schüler anschließend die Haeusler-Villa als Aufriss um, wobei ihnen Fotos mit verschiedenen Ansichten zur Verfügung standen. Die größte Schwierigkeit bestand darin, aus den perspektivisch verzerrt darstellenden Fotografien eine unverzerrte Vorderansicht abzuleiten.

Werken:
Zum Schluss wurden die einzelnen Werke auf Packpapierbänder aufgezogen. Es kam auf saubere Abstände, gerade Schnitte und gute Verklebungen an. Hier litt leider das Durchhaltevermögen bei einigen Schüler. Schön war, dass sie dann aber während der Ausstellungen selbst sahen, was sie ganz einfach hätten besser machen können.

 
Besonderheiten:
Als die Schüler der Klasse damals vor drei Jahren neu zusammen kamen (aufgrund der Wahl des Werkenzweiges), galten sie als laute und freche Gruppe. Im Laufe der Jahre festigten sie ihren Ruf. Sogar die Kernfachlehrer betraten zum Teil nur mit Grauen das Klassenzimmer der Klasse und verließen es wieder, bestätigt in all ihren Vorurteilen.
Da ich trotz des schlechten Rufs der Klasse und der ständigen Disziplinierungsmaßnahmen die Schüler ins Herz geschlossen hatte, und ich sie dieses Jahr gleichzeitig in Kunst und Werken unterrichten konnte, wagte ich es, das Projekt mit ihnen durchzuführen.
Ich glaubte an sie und hoffte, dass sie sich angespornt durch die herausragende Aufgabe von ihrer besten Seite zeigen, ihren guten Kern nach außen kehren, bzw. mal blicken lassen und dass sie in jedem Fach ihr Maximalbeitrag gaben.

Ich traute ihnen zu, dass sie sich in einer denkmalgeschützten alten Villa mit antiken Möbeln und wertvollem Flügel angemessen verhalten. Hier läutet keine Schulglocke, hier sagt einem keiner, wann man Pause zu machen hat - man entscheidet in eigener Verantwortung. Die SchülerInnen richten sich die Pausen so ein, wie sie es selbst für ihre Arbeit für sinnvoll halten. Kurz gesagt: sie werden wie junge Erwachsene behandelt und handeln dementsprechend eigenverantwortlich.
Natürlich gab es Rückfälle ins alte Muster, jedoch versuchte die Klasse als Gruppe sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, wo Not am Mann ist. Nicht nur die Schüler profitieren von solchen Projekten ...auch Lehrer lernen in solchen Projekten manchmal schwierige Schüler von einer viel positiveren Seite kennen..und erfahren damit einen Lohn für das weit über schulisches Mass hinausgehendes Engagement, das natürlich auch von Lehrerseite gefordert wird.

Außerdem funktioniert ein solches Projekt anur, wenn die LehrerInnen sich untereinander austauschen. Das trägt nicht nur zu einem besseren Verhältnis im Kollegium bei, sondern wirkt sich auch positiv auf die Motivation der Schüler und die Kreativität aus.

 
Probleme und Lösungen:
Probleme entstanden durch die Größe der Klasse. Ein Workshop mit 27 Schülern in einer Villa abzuhalten ist unmöglich. Man würde auch der Betreuung der Einzelnen nicht gerecht. Schwache Schüler würden wieder an den Rand gedrängt werden und sich ihre Aufmerksamkeit durch Störungen zurückholen. So entschlossen wir uns die Klasse zu teilen und auf zweimal die Villa zu besuchen. Die andere Hälfte der Klasse blieb in der Schule zurück und hatte regulären Unterricht. Das hatte zur Folge, dass der Unterricht dort nicht seinen gewohnten Lauf gehen konnte und unterrichtende Lehrer nicht ihre vorgesehenen Stegreifaufgaben schreiben konnten, bzw. es fehlte gerade der Schüler, den man ausfragen wollte.
 
Anekdotisches:
von der Schülerin Franziska Pätzold, Klasse 9F
Am Anfang waren wir noch skeptisch. Unsere Bilder, Zeichnungen und Geschichten die wir anfertigen sollten, sollten ausgestellt werden? Wir trauten uns das nicht zu. Waren aber sehr gespannt und freuten uns auf die Zeit.
Vorsichtig tasteten wir uns an das Thema "Innenraum Malerei" heran und besuchten dazu die Ausstellung "Lebensräume" in der Kulturwerkstatt Haus 10, in der unter anderem Bilder von Karl Trautmann und Herrn Juttner ausgestellt waren. Durch diesen Ausflug bekamen wir einen besseren Einblick in die Innenraummalerei und waren doch sehr erstaunt wie viele Möglichkeiten es gibt einen Raum darzustellen. In der nächsten Kunststunde wollten wir dann selbst gleich loslegen. Mit Bleistift und Papier bewaffnet, gingen wir durch die Schule und suchten ein geeignetes Motiv. So sind wir noch nie durch die Schule gegangen, wir entdeckten Dinge die wir vorher noch nicht gesehen hatten. Und am Ende hatte jeder eine ganz andere Zeichnung. In den folgenden Kunststunden bereitete uns Frau Dalen auf den Tag in der Villa vor. Sie gab uns einen Überblick von Innenraummalerei in der Kunstgeschichte, zeigte uns Bilder von Picasso und vielen anderen Künstlern.
Endlich war dann Donnerstag, der Tag an dem wir in der Villa malen durften war gekommen. Freundlich wurden wir empfangen und der Herr Juttner erklärte uns was heute auf dem Plan stand. Wir lernten Stephan Juttner als einen humorvollen Künstler mit einem Kopf voller Ideen, kennen. Wir gingen also durch die Villa und bewunderten das alte Gebäude. Es gab soviel zu entdecken, soviel was wir malen konnten, damit wir unsere Ideen nicht vergaßen, fotografierten wir Dinge die uns inspirierten. Und dann fingen wir an zu malen, was für mich persönlich seltsam war, denn wir befanden uns in einer alten Villa und jetzt sollten wir im "Wohnzimmer" dieses wunderschönen Gebäudes, mit Farben handtieren? Die Angst etwas schmutzig zu machen war groß. Also fingen wir vorsichtig und mit großem Respekt an unsere Pinsel zu schwingen. Herr Juttner und natürlich Frau Neuberger, die wir noch alle von ihrer Zeit als Lehrerin an unserer Schule kannten, waren den ganzen Tag für uns da, sie sprachen mit uns über unsere Ideen, sahen sich jedes Bild genau an und standen uns bei Fragen zur Verfügung. Am Ende lagen dann wieder Bilder vor uns, die verschiedener nicht sein konnten.
Im Fach TZ (Technisches Zeichnen) waren wir aber auch fleißig. Aufgeteilt in zwei Gruppen versuchten wir uns daran die Villa von außen zu zeichnen. Die eine Gruppe erstellte die Zeichnung am Computer, was bei der anderen Gruppe Neid auslöste. Wir wollten auch eine Zeichnung am Computer anfertigen, dass klang viel interessanter. Aber als unsere fertigen handgezeichneten Häuser vor uns lagen waren wir doch Stolz und überrascht wie gut sie aussahen. Die handgezeichneten Werke waren detailliert aber 2 dimensional die anderen 3 dimensional aber nicht so reich an Details. Und wieder sah kein Bild aus wie das andere.
Am letzten Schulttag vor den Weihnachtsferien gab uns Frau Wutz, unsere Englischlehrerin ein Blatt auf dem 3 Bilder von Karl Trautman und zu jedem Bild ein Anfang einer Geschichte gedruckt waren. Die Aufgabe war über die Ferien zu diesen Bildern eine Geschichte auf Englisch zu verfassen. Dass in der Geschichte 3 Dinge vorkommen sollten die auf dem Kunstwerk zu sehen waren, vergaß ich beim Schreiben, wie viele andere Mitschüler auch. Wir gaben unsere Zeilen ab und bekamen Lob zurück. Unsere Lehrerin sagte uns, dass die Geschichten alle verschieden und kreativ waren. Nun schrieben wir die korrigierte Geschichte auf ein Din A 3 Blatt. Einige benützen schwarze Tinte, andere Tusche. Das war ein Spaß! Der Mitschülerin Carina fiel ihr Tuschefläschchen um, die Tusche verlief auf das Blatt ihrer Sitznachbarin Laura und ein großer schwarzer Fleck zierte das korrigierte Blatt. Dumm nur, dass Laura noch nicht fertig mit dem Abschreiben war und ihre Vorlage nicht mehr lesbar war. Also suchte sie die Datei ihrer Geschichte am Computer, wo sie diese nicht mehr finden konnte. Was nun? Eine neue Geschichte musste her. Die Arme, ...
Ein paar Tage vor der Ausstellungseröffnung in der Villa übten wir noch ein paar Lieder ein. Carina und Roberta spielten am Klavier und Christian auf der Gitarre. Frau Summer nahm sich für uns Zeit und übte mit der ganzen Klasse 2 Lieder ein. Freundlicherweiße befreite uns Frau Müller unsere Sportlehrerin dann von ihrer Sportstunde, so dass wir in dieser Zeit weiter Proben konnten.
Wie haben Sie von dem Wettbewerb erfahren?
Internet
 
Sonstiges pädagogisches Personal :
Leider keine weiteren Mitarbeiter.
 
Spezieller pädagogischer Ansatz der Schule:
Ein florierender III B Zweig ( Werken)
 
Einbindung in Netzwerke :
Keine Einbindungen.
 
Beteiligung an Programmen :
Austausch mit USA, Irland, Frankreich
 
Beteiligung an Modellversuchen/Wettbewerben :
Fachschaft Kunst/Werken nimmt gerne an verschiedenen Wettbewerben teil: In den vergangenen Jahren zum Beispiel am Europäischen Wettbewerb, oder am Wettbewerb "die Deutschen und ihre ostdeutschen Nachbarn"
 
Sozialraum der Schule :
Städtisches Randgebiet.
 
Zusammensetzung der Schülerschaft :
Die Schülerschaft ist sehr durchmischt. Auf die Schule gehen Kinder aus den unterschiedlichsten Schichten. Manche sind ohne weiteres für das Gymnasium geeignet, manche haben erhöhten Förderbedarf. Natürlich gibt es auch auf dieser Schule Kinder verschiedener Religionen und mit Migrationshintergrund.
 
Weitere Besonderheiten der Schule :
Seminarschule, dass bedeutet viele Referendare und ein starker Lehrerwechsel bei den Schülern.
 
Wettbewerbe und Finanzierung :
1. Nein
2. Nein
3. Die Kester-Häusler-Stiftung übernahm die Kosten der Führung in der Ausstellung, die Kosten des Künstlers und die der Vernissage. Des weiteren stellten die Stiftung die Räumlichkeiten zur Verfügung und übernahm die Verpflegung der SchülerInnen.
Alle anderen anfallenden Kosten (Fahrtkosten sowie Materialkosten) wurden von den Schülereltern getragen.