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Pappeschneiderei, Martin-Grundschule Bamberg & Eva Groß (Januar 2017)
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C.C.Buchner-Preisverleihung, szenische Schülermoderation (März 2016)
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Heidelsteig-Kulturfest, Schüler interagieren mit Symphonikern (2015)
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Figuren aus Holz, Erlöser-Mittelschule & Stefanie Schreiber (Nov 2015)
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Filmdreh Buchnerbewerbung, Flüchtlinge & Zimmerer bauen Cajones (2017)
10 Jahre KS:BAM - Kultur.Service Bamberg für Schulen und Kitas
Einrichtung / Künstler:
KS:BAM – Kultur.Service Bamberg für Schulen und Kitas

Stadt Bamberg
Kultur-, Schulverwaltungs- und Sportamt (Sachgebiet Kultur)
Hauptwachstraße 16
96047 Bamberg

Telefon: 0951 87-1415
Fax: 0951 87-1917

 
Träger / Veranstalter des Programms:
KS:BAM – Kultur.Service Bamberg für Schulen und Kitas
Stadt Bamberg
Kultur-, Schulverwaltungs- und Sportamt (Sachgebiet Kultur)
Hauptwachstraße 16
96047 Bamberg
www.ks-bam.de
 
Verantwortliche Ansprechperson für die Wettbewerbsteilnahme:
Anja Hofmann
Projektkoordination KS:BAM
Kultur-, Schulverwaltungs- und Sportamt der Stadt Bamberg
Hauptwachstraße 16
96047 Bamberg
Telefon: 0951 87-1415
 
Partnerschule(n):
Als kommunal getragene Koordinationsstelle für Kulturelle Bildung pflegt der KS:BAM Kontakt zu allen Schulen (70) und alle Kindertageseinrichtungen (120) in Stadt und Landkreis Bamberg: Er bietet individuelle Beratung für die Bildungseinrichtungen, sammelt und veröffentlicht kulturpädagogische Projektangebote in einer Online-Datenbank, vermittelt Kontakte zwischen Schulen bzw. Kitas und Kulturpartnern, unterstützt Kooperationsprojekte organisatorisch und finanziell, vergibt zwei kulturelle Bildungspreise, veranstaltet die „Familienmesse PLUS“ (ehem. Kulturpädagogischer Tag) in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Familienregion von Stadt und Landkreis und realisiert Austauschtreffen, Fortbildungen, Projektvorstellungen und weitere Veranstaltungen rund um das Thema.

Um die Nachhaltigkeit der Kooperationsprojekte zu stärken, hat der KS:BAM im Jahr 2010 mit den „Kultur.Klassen“ außerdem ein eigenes Bildungsprogramm aufgelegt. Beteiligt sind derzeit 22 Bildungseinrichtungen, darunter 5 Kindertageseinrichtungen, 9 Grund-, 3 Förder-, 3 Mittel-, 1 Wirtschafts- und 1 Berufliche Oberschule – und die Nachfrage steigt! Somit profitieren bereits 1-Jährige bis hin zu über 18-Jährigen, unabhängig von ihrer Herkunft, Bildung und Einkommen der Eltern, von kulturpädagogischen Angeboten.

In besonders enger Verbindung steht der KS:BAM mit dem AWO Kinderhaus St. Elisabeth Frensdorf, das nach eigens entwickelten Kriterien im Juni 2016 zum ersten Kultur.Kinderhaus im Landkreis Bamberg ausgezeichnet werden konnte. Mit der Grund- und Mittelschule Am Heidelsteig Bamberg entwickelt der KS:BAM zudem die erste Kultur.Schule Bambergs (und Bayerns) und begleitet diese auch nach der Zertifizierung im Juli 2017 in ihrem umfassenden Schulentwicklungsprozess. Für und mit drei weiteren Schulen (Grundschule Stadelhofen, Martin-Wiesend-Schule Bamberg, Luitpoldschule Bamberg) wird ein einrichtungsspezifisches Kultur.Profil erarbeitet. Die verschiedenen Auszeichnungen sind die Ergebnisse langjähriger intensiver Zusammenarbeit.

 
Weitere Partner:
Der KS:BAM arbeitet für und mit einem breiten Netzwerk von über 100 Kulturpartnern:
Neben den großen Institutionen Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Museen der Stadt Bamberg oder ETA Hoffmann Theater Bamberg gehören dazu eine stattliche Anzahl kleinerer ambitionierter Institutionen und kulturpädagogischer Vereine sowie ein Pool hochmotivierter freiberuflicher Kunst- und Kulturschaffender. Sie alle sorgen für eine eindrucksvolle Auswahl an Kooperationsangeboten – von punktuellen Projekten über Jahresthemen bis hin zu langjährigen Partnerschaften für Schulen und Kitas. Hoch- und Populärkultur, Heimat- und Weltkultur, Kinder- und Jugendkultur stehen gleichwertig nebeneinander.

Unterstützer:
• KS:BAM: Stiftung der Sparkasse Bamberg
• Kultur.Klassen: Stadtwerke Bamberg (Stadtbusfahrten)
• Pilotschule Kultur der Stadt Bamberg: Kulturfonds Bayern
• (Kultur.Klassen-Pilotphase 2010-2012: Robert Bosch Stiftung, PwC-Stiftung, Kulturfonds Bayern, Oberfranken Stiftung, Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg, VR Bank Bamberg, Stadtwerke Bamberg)

 
Altersgruppe:
Klassenstufen übergreifend
 
Anzahl der beteiligten Schüler:
Kultur.Klassen (35 Klassen) mit ca. 1.000 Kindern bzw. Schülerinnen und Schülern, Pilotschule Kultur (16 Klassen) mit ca. 300 Schülerinnen und Schülern, KS:BAM-Projektförderung: ca. 2.000 Kinder und Jugendliche (Projektförderung: ca. 90 Projekte pro
 
Welche Fächer sind beteiligt? Klassen, Kurse, Projektgruppen?
Die Projekte, die durch den KS:BAM vermittelt und finanziert werden, werden zum Großteil während des regulären Unterrichts (alle Fächer, v. a. Kunst, Musik, Werken, Geschichte, Sprachen, Sport …) bzw. des Kita-Alltags verwirklicht, sodass alle Kinder und Jugendlichen einer Klasse oder Gruppe teilhaben können. Die Kulturpartner kommen dazu mit ihren Marionetten und Musikinstrumenten, ihren Druckerpressen und Dominosteinen, ihren Weidenzweigen und Wasserfarben vor Ort in die Einrichtungen, immer wieder gehen aber auch die Kinder und Jugendlichen auf Entdeckungsreise durch die Stadt oder auf Erkundungstour in die Museen, Theater, Konzerthallen oder Umweltstationen. Darüber hinaus gibt es auch Wahlangebote im Ganztag bzw. der Nachmittagsbetreuung in den Horten, in denen besonders interessierte Kinder und Jugendliche tiefer beispielsweise ins Gitarrenspiel oder die Filmproduktion eintauchen können. Der KS:BAM bietet die Struktur und die Unterstützung, damit jede Bildungseinrichtung nach den Bedarfen und der Begeisterung vor Ort ihr eigenes kulturelles Programm zusammenstellen kann.
 
Stundenvolumen:
Kultur.Klassen: pro Schuljahr und Klasse kontinuierlich 20 x 90 Minuten kulturelle Bildungsprojekte
Kulturschule: pro Schuljahr über 90 Projekte (mit einem Umfang von 1 bis 10 x 90 Minuten) mit ca. 40 Kulturpartnern in 16 Klassen
KS:BAM: Unterstützung von ca. 90 Projekten innerhalb der Projektförderung (von erlebnispädagogischer Stadtführung über Zirkuswoche bis hin zum Theaterjahresprojekt)
 
Personelle Ausstattung des Programms:
KS:BAM = Koordinierungsstelle für alle Angebote und Konzepte:
4 Personen: 1 Angestellte 30 h / Woche, 1 Angestellte 39 h / Woche, 1 Volontärin 39 h / Woche, 1 Volontärin (nur 2017) 19,5 h / Woche
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Seit 2007 bündelt, vermittelt und fördert der KS:BAM (Kultur.Service Bamberg für Schulen und Kitas) kulturpädagogische Kooperationsprojekte an Kindertageseinrichtungen und Schulen. Seit 10 Jahren bildet er eine starke und verlässliche Struktur für die Verwirklichung Kultureller Bildung im Kleinen (lokal, einrichtungsspezifisch, organisatorisch) und deren Verstetigung im Großen (regional, bereichsübergreifend, politisch). Er steht auf sechs Säulen, die sich – abgestimmt auf die Bedingungen und Bedürfnisse vor Ort – des Feldes der Kulturellen Bildung annehmen:

1. Auf der Internetseite (www.ks-bam.de) stellt der KS:BAM übersichtlich und aktuell Basisinformationen bereit und übernimmt eine Beraterfunktion: Die „Projektdatenbank“ versammelt mittlerweile über 350 kulturelle Angebote für Schulen und Kitas, deren Umsetzung der KS:BAM durch Beratung sowie „Projektförderung“ von bis zu 60 % der Gesamtkosten unterstützt. Den Lehr- und pädagogischen Fachkräften werden Möglichkeiten und (finanzielle) Mittel aufgezeigt, was die Verwirklichung kultureller Vorhaben ganz erheblich erleichtert oder nicht selten überhaupt erst dazu ermutigt. Die Kulturakteure wiederum finden hier eine Plattform, um ihre neuesten Kurse, Werkstätten, Vorstellungen und Führungen unkompliziert und zielgruppengerichtet publik zu machen. Unter dem Menüpunkt „Kulturpartner“ können sich die Einzelpersonen, Organisationen und Institutionen mit einem Kurzprofil auch den bislang vielleicht geografisch oder gedanklich außer Reichweite liegenden Bildungseinrichtungen vorstellen. In der Rubrik „Aktuelles“ bzw. über den auf deren Grundlage erstellten E-Mail-Newsletter veröffentlicht und verbreitet der KS:BAM außerdem neue Projektpartner und -angebote, Veranstaltungs- und Fortbildungstermine, Ausschreibungen und Wettbewerbe, Fachartikel und Praxisberichte aus Bamberg und dem gesamten Bundesgebiet.

2. Neben der virtuellen Vernetzung veranstaltet der KS:BAM regelmäßig Austauschtreffen, darunter das bewährte Format „Kultur.Projekte – Die Vorstellungsrunde“, bei dem alljährlich zehn Kulturschaffende in einer Art Speeddating sich und ihre Tätigkeit kurzweilig präsentieren, sowie alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt von Stadt und Landkreis die „Familienmesse PLUS“, bei der für rund 2.000 Besuchende die Projektdatenbank in Form von Informationsständen, Darbietungen von Kindern und Jugendlichen, Mitmachaktionen und kleinen Workshops/Fortbildungen lebendig wird.

3. Als besondere Wertschätzung für geleistete Zusammenarbeit, als öffentliche Auszeichnung für gelungene Kulturprojekte und nicht zuletzt auch als Empfehlung zur Nachahmung bzw. Ermutigung zur Neuauflage von Kooperationen vergibt der KS:BAM jedes Jahr drei „C.C.Buchner-Preise“ an Schulen sowie den „Magellan-Preis“ an Kindertageseinrichtungen. Mit dem Schulbuchverlag C.C.Buchner und seit 2016 auch dem Kinder- und Jugendbuchverlag Magellan hat der KS:BAM feste Preisstifter auch für die Zukunft gefunden. Prämiert werden nicht unbedingt die größten, lautesten und schillerndsten, sondern oft auch solche, die durch Zwischentöne oder Ungewöhnliches „herausragen“. Auch die Nicht-Gewinner erhalten eine Urkunde, einen Anerkennungspreis in Form einer kleinen Kultur.Kasse sowie einen öffentlichen Auftritt (inklusive eines für jedes Bewerberprojekt eigens vom KS:BAM produzierten einminütigen Kurzfilms) bei der großen öffentlichen Preisverleihung, die von verschiedenen Schülergruppen szenisch moderiert und gestaltet wird.

4. Um die Nähe zu und Nachhaltigkeit in den Bildungseinrichtungen zu stärken, konzipierte der KS:BAM 2010 die „Kultur.Klassen“, die seither das Herzstück der täglichen, aber niemals alltäglichen Arbeit bilden: In intensiver Abstimmung mit den Teilnehmenden stellt der KS:BAM für jede Klasse oder Gruppe ein individuelles Kulturprogramm mit einem Umfang von 20 Unterrichtseinheiten (1 UE = 90 Minuten) zusammen. Zum Schuljahresanfang erhalten die Lehr- und pädagogischen Fachkräfte hierfür einen speziell auf ihren Schul- bzw. Einrichtungstyp angepassten, nach Sparten sortierten und hinsichtlich möglicher Unterrichts- bzw. Themenbezüge aufgeschlüsselten Projektkatalog, aus dem sie – wenn möglich gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern bzw. Kita-Kindern – die für sie spannendsten und passendsten Angebote heraussuchen. Anhand dieser Wunschlisten aus den Kultur.Klassen richtet der KS:BAM auch seine stets flexible Vermittlungsarbeit aus. Dahinter steht der Leitgedanke, dass sich Kulturelle Bildung nur dann tief und langfristig im Schul- und Kita-Alltag verankern lässt, wenn sie nicht von außen übergestülpt, sondern von innen heraus als wahrhaft wert- und wirkungsvolles Komplement entdeckt wird, dass sie also erst dann selbstverständlich wird, wenn sie selbstständig ist! Ausschlaggebend für die Auswahl dürfen und sollen also die jeweils eigenen Kriterien sein, seien es anstehende Lehrplaninhalte oder Jahresthemen, Neigungen und Neugier der Kinder und Jugendlichen oder Vorlieben und Vermittlungslücken der Erwachsenen, dringliche Problemsituationen vor Ort oder universelle Zeit- und Weltgeschehnisse – sie alle können durch künstlerisch-kulturelle Aktivität bewusst und bearbeitet, aufgefangen und ausgedrückt werden. Der KS:BAM sorgt für den Freiraum und Rahmen, steht den Kultur.Klassen in allen Fragen und Belangen zur Seite und übernimmt die vollständige Organisation auch im Vorfeld und Nachklang. Dazu gehören u. a. die Akquise der Kulturpartner und -angebote, Verhandlung der Honorare, Betreuung der Bildungseinrichtungen (Schuljahresanfangsgespräch, Zwischenstand, Abschlussgespräch), Buchung und finanzielle Abwicklung, Dokumentation in Wort und Bild, Kommunikation und Information über den Kultur.Klassen-Brief, Realisierung von Austauschtreffen und Fortbildungsveranstaltungen etc. So können sich die Lehr- bzw. pädagogischen Fachkräfte und die Kulturpartner ganz auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich auf die Umsetzung der Kulturprojekte! Hier ist es uns vor allem wichtig, Kindern und Jugendlichen nichts aufzudrücken, sondern ihnen ohne Druck den nötigen kreativen Freiraum, die nötige Stimme zu geben, das Projekt bestenfalls selbst mitzuentwickeln, durch Versuch und Irrtum zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.

5. Das Kultur.Klassen-Programm wirkte in mehreren Einrichtungen als Initialzündung für eine Weiterentwicklung hin zu einem kulturellen Schul- bzw. Kitaprofil. Drei Bildungsstätten – Grundschule Stadelhofen, Martin-Wiesend-Schule Bamberg und Luitpold-Grundschule Bamberg – haben die Kultur.Klassen dauerhaft in ihr Gesamtkonzept aufgenommen und den Schwerpunkt Kultur noch darüber hinaus in den Ganztag, in das Schulgebäude und vor allem in die Grundhaltung der gesamten Schulfamilie integriert, wofür sie im September 2017 als „Schule mit Kultur.Profil“ ausgezeichnet werden.
Die Grund- und Mitteilschule Am Heidelsteig verfolgt diesen Selbstanspruch, alle Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihrer Schulzeit mit der Vielfalt der Künste und dem Reichtum künstlerischer Prozesse als Ressource und Rüstzeug für das Leben vertraut zu machen, noch weitgehender. Seit 2014 geht sie in einer dreijährigen Pilotphase den Weg zur ersten „Kultur.Schule der Stadt Bamberg“ und ganz Bayerns, was der KS:BAM ganz intensiv antreibt und begleitet, worin er beobachtet, berät und fortbildet und wofür er umfassende Konzepte und schließlich auch landesweit übertragbare Kriterien entwickelt. Alle ca. 300 Schülerinnen und Schüler kommen durch die flächendeckende Einrichtung von Kultur.Klassen von der ersten Klasse bis zu ihrem Schulabschluss in den Genuss von rund 20 x 90 Minuten Kultur pro Schuljahr, was für Klientel, Schulklima und Stadtteil eine einschneidende Veränderung darstellt. Im Vordergrund sollen nicht länger die schwelenden Problemlagen stehen, sondern die spürbaren Potenziale, Bruchlinien sollen nicht länger stillschweigend überspielt, sondern umspielt, umtanzt, gemalt, getrommelt, besungen oder bewusst gemacht werden, Differenzen nicht länger negativ bewertet, sondern Diversität als Bereicherung genutzt werden, kurz: Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrer Eigenheit und (Un-)Einheit ernstgenommen und erhalten mit den kreativ-künstlerischen Herangehensweisen Werkzeuge und Werte an oder besser in die Hand, die ihre Chance auf ein erfolgreiches Leben in der Gesellschaft verbessern. Sie erfahren Lernen auf andere, aktive Art und Weise, nehmen ihre Schule als positiven und mehrdimensionalen Ort wahr und erleben in der Vielfalt ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl. Die Lehr- und Betreuungskräfte gewinnen durch die Projekte Anregungen für den Unterricht sowie Einblicke in privat und/oder professionell reizvolle Techniken und Tätigkeitsfelder. Durch Beratungsgespräche, Vernetzungstreffen, einen festen Fortbildungstag zum Thema Kultur.Schule („Pädagogischer Tag“ jeweils am Buß- und Bettag) und weiteren, teils verpflichtenden, teils freiwilligen SCHiLFs (schulhausinterne Lehrerfortbildungen) pro Schuljahr gestaltet der KS:BAM den Entwicklungsprozess ganz entscheidend mit. Er liefert fachliche Inhalte und engagiert sich für politische Anerkennung, fungiert als Vordenker und Impulsgeber, Rahmenbereiter und Unterstützer auf Augenhöhe. Neben der regulären Realisierung von rund 90 kulturellen Projekten mit etwa 40 Kulturpartnern pro Schuljahr innerhalb der Kultur.Klassen entstand und entsteht schrittweise ein umfassendes Kultur.Curriculum mit Nachmittags-AGs, Wahlfächern und Zusatzangeboten im Ganztag, mit einem jährlichen Kulturtag oder -fest für die Schulgemeinschaft und den Stadtteil, mit langfristigen Partnerschaften (beispielsweise mit den Bamberger Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie oder Bamberg:TV der Offenen Jugendarbeit Bamberg), verbindlichen Organisationsstrukturen (Steuergruppen für Kultur sowie Schulhaus- und Schulhofgestaltung) und einer sich wandelnden und wachsenden Schulidentität.
Einen ähnlich weitgehenden, aber eigenständigeren bzw. vom KS:BAM losgelösteren Prozess durchlief das Kinderhaus St. Elisabeth in Frensdorf, das 2015 vom KS:BAM zum ersten „Kultur.Kinderhaus“ im Landkreis Bamberg zertifiziert wurde. Hier beflügelte man sich gegenseitig: Während die Kita passend zum bereits vorhandenen Fokus auf Reggio-Pädagogik durch den KS:BAM zusätzliche (ideelle und finanzielle) Bestätigung sowie Verbindungen zu ähnlich frei kreativ arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern erhielt, nahm der KS:BAM die beispielhafte Bewegung in der Kita zum Anlass, sich dem zu dieser Zeit für viele Einrichtungen fremden und fortschrittlichen Thema „Kultur in der Kita“ mit einem großen Fachtag, einer Dokumentation und der Ausweitung des Kultur.Klassen-Programms und verstärkten Anwerbung von Kindertageseinrichtungen zu widmen.

6. Der Fachtag „Kultur in der Kita“, den der KS:BAM seither regelmäßig alle ein bis zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Personal aus Frensdorf und externen Referentinnen und Referenten ausrichtet, ist ein gutes Beispiel für die sechste Säule des KS:BAM: Lokal bzw. regional aufkommende Bewegungen oder aufscheinende Desiderate werden wahrgenommen und weiterbeobachtet, vor der Folie des Fachdiskurses reflektiert und schließlich in eigenen Veranstaltungen und Projekten aufgegriffen und aufbereitet an die Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Betreuerinnen und Betreuer, Kunst- und Kulturschaffenden herangetragen. Der KS:BAM ist also nicht nur neutrale Service- und Anlaufstelle für die Akteure in Bildung und Kultur oder bloße Verwaltungs- und Vermittlungszentrale für Kooperationsprojekte, sondern auch regionales Kompetenz- und Kommunikationszentrum im Auftrag und für das große Anliegen der Kulturellen Bildung an und für sich. Er erschließt dabei neue Wege, die auch für andere Städte relevant und richtungsweisend waren und sind. So beriet der KS:BAM beispielsweise die für kulturelle Bildungsfragen zuständigen Stellen in Erlangen und Passau beim Auf- und Ausbau eigener Strukturen und pflegt auch außerhalb Bayerns enge Partnerschaften beispielsweise zu Kolleginnen und Kollegen aus Oldenburg und Neumünster.

 
Auslöser/Idee:
Der KS:BAM fördert bereits seit 2007 die Vernetzung von Kultur und Schule auf vielfältigen und sich stetig fortentwickelnden Wegen. Anlässlich unseres zehnten Geburtstags möchten wir uns deshalb mit dem über die Jahre gewachsenen und ineinander verwobenen Gesamtprogramm bewerben, das in der Konstellation mit den oben beschriebenen sechs Säulen seit September 2014 existiert.

Ursprünglich initiiert wurde der KS:BAM vom Kulturamtsmitarbeiter Oliver Will, der dem Modell der beiden Kultur- und Schulservice-Einrichtungen in München und Nürnberg folgte. Gemeinsame Merkmale der in mehreren bayerischen Städten entstandenen und immer noch entstehenden KS:Einrichtungen sind Name, Internetseite und Projektdatenbank sowie das Ziel, Kultur und Schule vor Ort zu vernetzen und konkrete Bildungspartnerschaften anzubahnen, zu befördern und zu bezuschussen. Auch in Bamberg war dies im Jahr 2007 der Ausgangspunkt und Auftakt, jedoch entfalteten sich unter der Tandem-Leitung von Oliver Will (Kulturwissenschaftler M. A.) und der neu hinzugekommenen Diplom-Pädagogin Nicole Schlosser schnell weitere, tiefere und nachhaltigere Dimensionen und Strukturen. Was anfangs im eher zufällig recht offenen politischen Klima als kleiner Versuchsballon ins Leben gerufen wurde, keimte, zog Kreise und entwickelte sich zu einer mittlerweile zehnjährigen Erfolgsgeschichte. Viele Stunden Überzeugungsarbeit nicht nur in den Ämtern, Behörden und Stiftungsbüros, sondern vor allem auch in den Schulen und Kindertageseinrichtungen in Stadt und Landkreis, denen Kulturelle Bildung fremd, fruchtlos und überflüssig erschien, haben sich ausgezahlt, sodass Bamberg heute stolz behaupten kann, sehr wirkungsvolle Instrumente und ein starkes Netzwerk zur Förderung und Verwirklichung Kultureller Bildung aufgebaut zu haben.

Die personelle Ausstattung hat sich seitdem etwas verändert: Oliver Will begleitet den KS:BAM nur noch am Rande aus seiner Position als Sachgebietsleiter Kultur, Nicole Schlosser hat die Leitung und Koordination übernommen und teilt sich diese seit 2011 mit Anja Hofmann (Romanistik, Kommunikationswissenschaft, Allgemeine Pädagogik M. A.) und wechselnde Volontärinnen und Volontäre. Im Jubiläumsjahr unterstützen Carola Streib (M.A. Kulturvermittlung) sowie Wiebke Zetzsche (B.A. Pädagogik) das Team in den vielfältigen Aufgabenbereichen. Die konkrete Ausgestaltung ist auf die langjährige Erfahrung und das in Expertenforen, KS:Austauschtreffen, unzähligen Einzel- und Gruppengesprächen mit den Mitwirkenden, Evaluationen der Kultur.Klassen u. v. m. angehäufte Wissen der vier Mitarbeiterinnen in diesem Feld zurückzuführen. So können sie immer wieder genau da ansetzen, wo es Sinn macht: direkt bei den Bildungseinrichtungen und Kulturpartnern.

Ohne sich von den anhaltenden oder wiederauftauchenden Widerständen auf verschiedenen Seiten entmutigen zu lassen, folgt der KS:BAM dem (Selbst-)Anspruch, nah an der Basis und den Bedürfnissen aller Beteiligten passgenaue und pragmatische Konzepte zu entwickeln, die sukzessive dauerhaft und nachhaltig verankert und verlässlich finanziert werden können. Der Anlass zu jeglichem Tun ist die Überzeugung der Wirksamkeit und Lebenswichtigkeit Kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche.

 
Entwicklung:
2007 Auftakt nach dem Modell anderer bayerischer KS:Einrichtungen, Füllen der leeren Datenbank, Akquise von Kulturpartnern, Aufbau eines Netzwerkes, Besuch von Lehrerkonferenzen, Einzelgespräche

2008/2009 Austauschtreffen und Fachforen (Forum Kulturelle Bildung, Kulturpädagogischer Tag), Auslobung des ersten C.C.Buchner-Preises

2010 Entwicklung der Kultur.Klassen: Pilotphase 2010–2012, komplett drittmittelfinanziert u. a. durch Robert Bosch Stifung, PwC Stiftung etc., 2012 Veranstaltung einer bundesweiten Tagung zu Kultureller Bildung

2012 Überzeugungsarbeit im Stadtrat und Kreisrat, die die Kultur.Klassen von Stadt und Landkreis seither zu 60 % finanzieren, während die Bildungseinrichtungen einen Eigenanteil von 40 % einstellen

2014 Beginn der dreijährigen Pilotphase der Heidelsteigschule hin zur ersten „Kultur.Schule“, parallel Entwicklung verschiedener Schulen zur „Schule mit Kultur.Profil“, erste „Familienmesse PLUS“ als Zusammenschluss von Kulturpädagogischem Tag und Familienmesse

2015 Erster Fachtag „Kultur in der Kita“

2016 Auszeichnung des AWO Kinderhauses St. Elisabeth in Frensdorf zum „Kultur.Kinderhaus“

2017 Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre KS:BAM und 10 Jahre C.C.Buchner-Preis, Zertifizierungsfeiern „Kultur.Schule der Stadt Bamberg“ und „Schule mit Kultur.Profil“

 
Besonderheiten:
Kultur- und Schulservice-Einrichtungen gibt es in verschiedenen bayerischen Städten, unter denen sich allerdings der Bamberger KS:BAM, auch dank der lang erkämpften und glücklicherweise aufrechterhaltenen Unterstützung seitens Kommune und Landkreis, durch eine wirklich vielschichtige Ausgestaltung, ein sehr lebendiges Netzwerk und insbesondere durch die Auflage des Kultur.Klassen-Programms hervortun konnte. Dass Stadt und Landkreis Bamberg sowie neuerdings auch die kleineren Gemeinden in der Region für die gemeinsame Einrichtung und Trägerschaft eines Services für Kulturelle Bildung und die Übernahme eines Großteils der Kosten gewonnen werden konnten, ist – wie die jüngste Studie des Rats für Kulturelle Bildung „Städte/Geld/Kulturelle Bildung“ zeigt – außergewöhnlich. Dass mit diesem Anreiz sich außerdem so viele Schulen und Kindertageseinrichtungen dazu bewegen und immer mehr Lehr- und pädagogische Fachkräfte dafür begeistern lassen, einen Teil ihrer finanziellen und zeitlichen Mittel für die Kultur zu reservieren, lässt sich ebenfalls als Erfolg verbuchen, denn so bekommen Kinder und Jugendliche aus ländlichen Gebieten genauso wie solche aus Vorzeigestadtteilen und sogenannten sozialen Brennpunkten gleichermaßen die Gelegenheit, Kulturpartner zu sich einzuladen oder ihre Wirkungsstätten aufzusuchen.

Die Konzeption des Kultur.Klassen-Programms und auch die Verfolgung bzw. Begleitung der verschiedenen Schulentwicklungsprozesse zeichnen sich durch Pragmatik und Anpassungsfähigkeit aus: Sie sind nicht darauf angelegt, spektakuläre Leuchtturmprojekte hervorzubringen, die einmalig und öffentlichkeitswirksam durchgeführt werden, nur um anschließend wie Sternschnuppen wieder zu verglühen. Vielmehr geht es darum, vor Ort vorhandene Ressourcen – in anderen Worten: die vielgestaltigen kulturpädagogischen Angebote von lokalen und regionalen Kulturakteuren sowie die in den Schulen und Kitas vorhandenen Themen, Materialien und Menschen – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenzuführen. Denn wie es das Jubiläumsmotto benennt, eröffnen sich in den Kooperationen mal große, mal kleine, immer neue „wundervolle Welten“ für alle Beteiligten. Innerhalb der Programme und Projekte wird viel Wert auf Flexibilität gelegt. Die Einrichtungen sollen nicht in ein Korsett gezwängt werden, sondern für und mit jeder Schule und jeder Kita, jeder Klasse und jeder Gruppe, jeder Kulturinstitution und jeder bzw. jedem Kulturschaffenden wird eine passende „Kleidung“, eine passende Form für die künstlerisch-kreative Aktivität gesucht. Dafür sind ausführliche und kontinuierliche Gespräche nötig, die die KS:BAM-Mitarbeiterinnen einerseits institutionalisiert zu festen Zeitpunkten im Jahr, andererseits nach Bedarf tagtäglich mit den Teilnehmenden und Netzwerkpartnern führen.

Mit den Kultur.Klassen ebenso wie mit der in logischer Konsequenz daraus hervorgegangenen Pilotschule Kultur nimmt der KS:BAM innerhalb Bayerns eine Vorreiterrolle ein, entwickelt er hier doch erstmalig Konzepte, Qualitätsmerkmale und Kriterien, die langfristig auch landesweit wirksam werden können. In diesem Sinne legt der KS:BAM alle Erfahrungen, Entwürfe, Dokumentationen, Merkblätter, Formulare, Verträge etc. für andernorts entstehende Initiativen ganz transparent und teilfreudig offen. Wichtiger und bezeichnender als die Anerkennung und Übernahme der Ideen in anderen Städten und im bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus sind aber die sichtbaren Veränderungen vor Ort, die durch das 10-jährige Jubiläum und die diesjährige Zertifizierung nicht etwa zum Abschluss gebracht, sondern mit neuem Aufwind angegangen und noch breiterer Aufmerksamkeit zugeführt werden sollen.

Stellvertretend lässt sich die Besonderheit des KS:BAM vielleicht am besten mit einem Auszug aus der Kurzevaluation der Kultur.Klassen von Prof. Dr. Liebau (UNESCO Lehrstuhl für Kulturelle Bildung, Universität Erlangen-Nürnberg) von 2012 illustrieren:
„Es ist selten, dass ein Projekt rundum zu positiven Ergebnissen führt. Hier ist es der Fall. Das Projekt war auf mehreren Ebenen sehr erfolgreich. Das gilt für die Ebene der Kindertagesstätten und Schulen ebenso wie für die Ebene der kulturellen Institutionen und Künstler; (...) Der Erfolg lässt sich auf die sehr innovative Struktur zurückführen, die in Bamberg entwickelt und erprobt worden ist: Die Lokalisierung der Organisation der Kooperation zwischen Bildung und Kultur im Kulturamt der Stadt Bamberg hat sich als eine hervorragende und sehr gut praktikable Idee herausgestellt. (...) Insgesamt hat sich der Ansatz außerordentlich bewährt; und man kann nur hoffen, dass eine solche pragmatische Perspektive der Kooperation in Bildungs- und Kulturlandschaften auch in vielen anderen Städten und Regionen Nachahmung findet. Den Kulturämtern kann hier eine neue Schlüsselrolle für eine kulturelle Stadt- und Regionalentwicklung zuwachsen.“

 
Probleme und Lösungen:
Innerhalb einer städtischen Verwaltung im Kulturbereich und damit im Feld der sogenannten „Freiwilligen Leistungen“ zu arbeiten ist nie leicht: jährlicher Kampf um Haushaltsmittel, befristete Verträge, ständig neuerliche Notwendigkeit der Erklärung und Verteidigung der Kulturellen Bildung. In Bayern existiert bislang keine stetige finanzielle Landesförderung für Kulturelle Bildung und kein wirklicher politischer Wille zur Bearbeitung und Bestärkung des Feldes Kultur und Schule. Auch in bundesweite Förderprogramme wie „Kultur macht stark“ passt der KS:BAM nur bedingt, da die Projekte vornehmlich im Unterricht angesiedelt sind. Umso glücklicher sind wir, die vor 10 Jahren unverhofft auf kommunaler Ebene entstandene Gelegenheit und günstige Konstellation der Parteien genutzt zu haben und durch viel Engagement und Entgegenkommen der Netzwerkpartner, und fruchtende Überzeugungsarbeit bei offiziellen Stellen und durch großes eigenes Feuer für die Sache den jetzigen Stand und Spielraum für Kulturelle Bildung gewonnen zu haben.

Natürlich haben wir auch mit vielen weiteren typischen Kommunikations- und Koordinationsproblemen zwischen Kultur und Schule zu kämpfen (Rollenverteilung zwischen Lehr- bzw. pädagogischen Fachkräften und Kulturschaffenden, Vereinbarkeit prozessorientierter Kulturangebote mit zielorientiertem Unterricht, Passung zwischen freiem kreativen Schaffen und festgefügten Stundenpläne usw.), doch ein großer Idealismus hinsichtlich des gemeinsamen Ziels einer umfassenden (Selbst-)Bildung der Kinder und Jugendlichen und die hohe Identifikation mit unserer Arbeit helfen immer wieder über diese Hürden hinweg. Und jeder selbstbewusste Auftritt eines Kindes auf den großen und kleinen Bühnen des Lebens, jeder fröhliche persönliche Gruß eines Jugendlichen an seine Kultur.Klassen-Lehrkraft bei Begegnungen an der Bushaltestelle, jedes angebotene Du von einer doch noch überzeugten pädagogischen Fachkraft, jede bemalte statt beschmierte Wand in den Einrichtungen, jeder miterlebte Aha-Effekt bei Projektbesuchen, jeder hinzugewonnene für die plötzlich sprudelnden Aufträge und entstehenden Kooperationen dankbare Kulturpartner, jede überraschte Reaktion über die plötzlich aufscheinenden Möglichkeiten bei Beratungsgesprächen zur KS:BAM-Förderung, jede positive Rückmeldung und jede konstruktive Kritik zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und mit unserer Arbeit einen wertvollen Beitrag leisten.

 
Anekdotisches:
Bei den zahllosen Projektbesuchen und Gesprächen, die wir tagtäglich mit Kulturpartnern sowie Lehr- und pädagogischen Fachkräften führen, erleben und hören wir viele kleine Geschichten, wie sich zum Beispiel Menschen neu begegnen, obwohl sie schon lange eine Gruppe bilden, schlummernde Talente geweckt werden, Erwachsene neue Interessen für sich entdecken, zurückgezogene Kinder aufblühen, Außenseiter zu Leitfiguren werden etc. Diese Anekdoten und Rückmeldungen begleiten und ermutigen uns über die gesamten Jahre hinweg!

Ein kleines Beispiel:
Anfang 2011 realisierten wir im Rahmen der Kultur.Klassen-Pilotphase die Veranstaltung „Auf dem Weg zur Kulturschule“, bei der Bamberger Schulleiterinnen und Schulleiter mit unterschiedlichen Vertretern aus Hamburger Kulturschulen ins persönliche Gespräch kommen konnten. Leider war die Reaktion der Bamberger Rektorinnen und Rektoren nicht die, die wir uns erhofft hatten, denn alle hielten die Vorstellung, Kulturschule zu werden, für eine utopische Fiktion. Umso mehr freuten wir uns, als drei Jahre später die jetzige „Kultur.Schulleiterin“ Ursula Lyda-Fischer von sich aus auf uns zukam: Ihr ginge das Thema Kulturschule einfach nicht aus dem Kopf, sodass sie sich dazu entschlossen habe, den nächsten Schritt zu gehen, die bis dato vier Kultur.Klassen auf alle 16 Klassen auszuweiten und eine kulturelle Schulentwicklung anzustreben. Und das Beste: Sie hatte bereits eine Konferenz einberufen und das gesamte Lehrerkollegium für dieses Ziel um sich versammelt. Seit diesem Tag schmieden wir gemeinsam in fast täglichen Telefonaten an der äußeren Verwandlung und inneren Veränderung der Schule, die im Juni 2017 ihre Zertifizierung als erste Kulturschule der Stadt Bamberg und ganz Bayerns erhalten soll.

Besonders beeindruckend und herzerwärmend ist gerade in den letzten Wochen die unglaublich kreative und eigeninitiative Unterstützung von Seiten unterschiedlicher Kulturpartner und Bildungseinrichtungen, die wir bei den Vorbereitungen für unser 10-jähriges Jubiläum am 12. März 2017 erfahren: Auf unsere unverbindliche Anfrage nach Beteiligung hin erhielten wir zahlreiche Antworten aus allen Sparten und kreieren nun gemeinsam mit unseren Partnern einen Wunderwald aus tausend Origami-Vögeln sowie Pappmaché-Bäumen und Papierblüten, texten und komponieren ein KS:BAM-Lied, schreiben eine Theaterszene über die sechs Säulen unserer Arbeit, stellen ein vielfältiges Mitmach-Programm für die großen und kleinen Gäste zusammen und freuen uns schon auf weitere Geburtstagsüberraschungen ... Diese überwältigende Resonanz führt uns einmal mehr vor Augen, wie stark, ideensprudelnd und zusammenhaltend unser Netzwerk ist.