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Ligna - Räuberprojekt Martinusschule
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Zukunftsraumagentur in Büdingen
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Kollektivschläfer- Sleep-Münster-Altheim
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Sleep-Schulprojekt Münster-Altheim
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Ligna-Audio Walk Bad Orb
FLUX – Theater in Hessen unterwegs.
Einrichtung / Künstler:
FLUX – Theater in Hessen unterwegs.

Ilona Sauer (Projektleitung FLUX)
Schützenstraße 12
63011 Frankfurt am Main

Tel.: 069 46994935, 069 35356128

www.theaterundschule.net

 
Träger / Veranstalter des Programms:
FLUX Theater in Hessen unterwegs. Theater für Schulen. Trägerverein: Verein zur Zusammenarbeit von Theatern und Schulen in Hessen eV.
Vereinsvorstand: Detlef Köhler, Angelika Sieburg, Prof. Dr. Wolfgang Schneider


Tel.: 069 46994935, 069 35356128

www.theaterundschule.net

 
Verantwortliche Ansprechperson für die Wettbewerbsteilnahme:
Ilona Sauer (Projektleitung FLUX)
 
Partnerschule(n):
im Rahmen der temporären Künstlerresidenzen auf dem Land arbeiteten die Theaterschaffenden mit Schulen, Kindergärten und Altenheimen zusammen. Folgende Einrichtungen waren beteiligt:
Kinderinitiative Bad Orb, Martinusschule Bad Orb, Stadtschule Büdingen, Altenstift Büdingen, Kindergarten im Rüssel, Münster, Evangelischer Kindergarten Altheim, Regenbogenschule Altheim ,Schule auf der Aue Münster, Kennedy Schule Münster
Flüchtlingsunterkunft Münster, Haus Münster Seniorenheim , Gesamtschule Schlitzerland
 
Weitere Partner:
beteiligte Gemeinden: Bad Orb, Büdingen, Münster-Altheim, Immichenhain
Hier Unterstützung durch den jeweiligen Bürgermeister
 
Altersgruppe:
Klassenstufen übergreifend
 
Anzahl der beteiligten Schüler:
unterschiedliche Anzahl an den jeweiligen Projektorten
 
Welche Fächer sind beteiligt? Klassen, Kurse, Projektgruppen?
unterschiedlich je nach Schule und Schulform. Beteiligt waren sowohl Klassen, als auch Schüler in AG's und Nachmittagsbetreuung. Ein Projekt fand im öffentlichen Raum auf dem Schulhof statt, so dass alle Schüler der Schule teilhaben konnten.
 
Stundenvolumen:
unterschiedlich je nach Residenz/Residenzort und Kooperationen. Beispiel sleep:

Während der 75 Residenz-Tage arbeiteten die Kollektivschläfer 242 TeilnehmerInnen im Alter von 3-92 Jahren zusammen und kooperierten mit acht Institutionen, führten 7 Projektpräsentationen in Schulen/Kindergärten, 4 große Veranstaltungen im ARThaus und 2 externe Präsentationen durch.
80 Stunden Theater- und Tanz-Praxis mit ProjektteilnehmerInnen

 
Personelle Ausstattung des Programms:
Projektleitung als Projektbegleiterin und Theaterpädagogin
studentische Projektmitarbeiterin für ÖffentlichkeitsarbeitFLUX
BFD-lerin (halbtags) FLUX
Buchhalterin 1*wöchentlich FLUX
Ligna-Orb- 3 Theaterkünstler plus beteiligte Lehrer
Sleep-Münster-2 Theaterkünstlerinnen plus beteiligte Pädagogen plus Team arthaus
Alltagsforscher Büdingen: 3 Theaterkünstler_innen
3 hasen oben-Immichenhain: 2 Theaterkünstler plus 2 jugendliche Projektmitarbeiter

 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Perspektiven, Räume, Regionen – Die Künstlerresidenzen bei FLUX
Durch die mit Mitteln des Hessischen Kulturkoffers finanzierten temporären Künstlerresidenzen wird die Angebotspalette von FLUX Theater und Schule erweitert. Kindern und Jugendlichen werden Möglichkeitsräume für künstlerische Betätigung und intergenerationale Begegnungen im ländlichen Raum eröffnet. Kooperiert wird in den Projekten mit Schulen, aber auch mit Kindergärten und Altenheimen. Wie kann man die Perspektiven der Bewohner, die auf dem Land leben, ins Spiel bringen, ohne ihre Lebenslage als defizitär zu begreifen? Mit den FLUX-Residenzen werden Arenen des Austauschs geschaffen, welche die Chance bergen, Modelle zeitgemäßer partzipativer Kulturarbeit zu entwickeln. In den Residenzprojekten, geht es darum, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrem Umfeld abzuholen. Vieles spricht dafür, Kinder in diesen Prozessen als Mitforschende zu begreifen und ihre Sichtweise in den Gemeinden aufzugreifen. Seit dem Start 2015 werden Leerstände genutzt. Vier Residenzprojekte wurden 2016 realisiert.
1. Performancekollektiv LIGNA — Wirtshaus im Spessart — Bad Orb
LIGNA das sind die, Radio-, und Performancekünstler Frahm, Hueners, Michaelsen Im Rahmen des Residenzprogramms eröffneten sie das „Wirtshaus im Spessart“. Die Residenz fiel genau in die Zeit, in der in Bad Orb der Entwicklungsprozess eines neuen Stadtbildes startete. LIGNA nutzte ein leerstehendes Geschäft als Stützpunkt für Workshops mit Kindern, Kino, Räuberhöhle, Theaterbühne und Diskussionsraum. LIGNA führte in Orb Audiowalks mit Bewohnern aller Generationen durch. Ausgehend von den „Spessarträubern“ entwickelte das Künstlerkollektiv mit Grundschülern der Martinusschule Audiowalks. Die Grundschüler mussten hierfür eine neue Identität annehmen und sich mit geheimen Zeichen verständigen. Einfache Handlungen – unbemerkt durch die Stadt schleichen – machten theatrale Gesten erfahrbar. Gegenseitig leiteten sich die Kinder (über Mikrophon und Kopfhörer) zu einfachen Bewegungen an, um zu erfahren, wie ein Räuberhauptmann agiert. Mit Jugendlichen drehte Ligna Videoclips, die per Handy, an bestimmten, auf einem Stadtplan eingezeichneten14 Orten abgerufen werden konnten. Sie luden sie ein zu Entdeckungsreisen in ein unsichtbares Bad Orb. Die Arbeit basierte auf der App Aurasma, diese ermöglicht es, kurze Filme „über“ ein Objekt aus dem Stadtraum zu legen.
2. Institut für Alltagsforschung/helfersyndrom — Zukunftsraumagentur — Büdingen
Dem Künstlerkollektiv gehören der Dramaturg Steffen Popp, der Performer Jörg Thums und die Szenografin Rahel Seitz an. Zunächst machte das „Traumforschungs-Wohnwagen“ Halt auf dem Schulhof der Stadtschule Büdingen und auf öffentlichen Plätzen. Dort sammelten sie Träume, Hoffnungen und Ängste der Kinder und Erwachsenen aus Büdingen ein. Ein hoher Anteil AfD Wähler sorgen in Büdingen für Verunsicherung und für ein Klima des Misstrauens. Die Künstlerresidenz gab insbesondere den Grundschülern durch die Traumsammlung eine Möglichkeit zum Austausch über ihre Zukunftsvorstellungen. Während der Residenz wurden Träume und Zukunftswünsche der Grundschulkinder gesammelt und ausgewertet.
3. kollektivschläfer — Sleep — arthaus in Münster-Altheim
Die kollektivschlaefer das sind die Tänzerin/Choreographin Annika Keidel und Regisseurin/Dramaturgin Hannah Schassner. Sie beschäftigten sich performativ-forschend mit Fragen rund ums Thema Schlafen und entwickelten ein eigenes ästhetisches Format zwischen Tanz/Bewegung, Theater/Sprache sowie Spiel/Raum. Im arthaus richteten sie ein Schlaflabor ein. Es eignete sich insbesondere für die Arbeit mit kleinen Kindern. In den Workshops mit Kindergärten und Schulen agierten sie als Performer_innen, die in ein sich durch den gemeinsamen Prozess entstehendes selbst inszenierendes Spiel einluden. So wurde eine Projektwoche zum Nachtforscher-Trainingslager und die Präsentation vor allen anderen Kindern war zugleich die letzte Prüfung, an deren Ende das Nachtforscher-Diplom überreicht wurde. Es entstanden Bewegungs- und Spielexperimente sowie die Erarbeitung von tänzerischen und/oder theatralen Interventionen, die im Schulraum gezeigt wurden. Des Weiteren entstanden ein Film, ein Kinderbuch und ein Hörspiel.
Die vierte Residenz „Happing“ widmete sich mit seinen Aktionen dem „Nichtstun“ wurde vom Theater 3 hasen oben in ihrer Heimat, der Schwalm durchgeführt.
Nachhaltigkeit: 2017 kehren die Theater an die Residenzorte zurück. Beforscht werden die Residenzen von der Uni Koblenz-Landau in dem BMBF finanzierten des Weiterbildungsprogramms Kunst-Rhein-Main. Dort ist FLUX interner Kooperationspartner.
 
Auslöser/Idee:
FLUX bringt seit 2009 Gastspiele und Theaterprojekte in den ländlichen Raum. Durch den Hessischen Kulturkoffer konnte das Angebot von FLUX erweitert werden. Mit den dadurch initiierten neuen Residenzprojekte ergibt sich die Möglichkeit, vor Ort in einer anderen Weise mit Schulen und Kindereinrichtungen als bislang zu kooperieren und Schule hin zur Gemeinde zu öffnen. Darüber hinaus sind die Residenzen generationenübergreifend angelegt. Daraus ergeben sich weitere Möglichkeitsräume. Die Idee entstand in der AG Theater und Schule in Hessen, die einen Aktionsplan verabschiedete. Weiterentwickelt und konkretisiert wurde das Programm von Projektleitung und Theatern gemeinsam.
 
Entwicklung:
Bereits 2015 wurden die ersten vier Künstlerresidenzen im ländlichen Raum in Schlitz, Steinau an der Strasse, Melsungen und Immichenhain durchgeführt, so dass FLUX 2016 auf erste Erfahrungen zurückgreifen konnten.

Die wichtigsten Etappen waren: die Recherchen vor Ort, die Kontaktaufnahme mit den Gemeinden, das Finden von Kooperationspartnern und Personen, die vor Ort Kontakte herstellen können. Aber auch das Anmieten von Leerstandsräumen in den jeweiligen Residenzorten, die Unterbringung der Künstler, die Etablierung der Theaterleute im jeweiligen Residenzort. Einbindung der örtlichen Presse. Die Anbahnung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Schulen fand durch gemeinsame Vorgespräche zwischen Künstlern, FLUX- Projektleitung und Gemeindevertretern statt. Die konkrete Projektdurchführung lag in den Händen der Künstler, plus Projektbesuche der Projektleitung. Am Ende stand die Zusammenführung aller Residenzen im Rahmen einer künstlerischen Plattform.

 
Besonderheiten:
Die Flux-Künstlerresidenzen im ländlichen Raum wenden sich an Kinder-und Jugendliche und setzen deren "Eigensinn" in Bezug zur Erwachsenenperspektive. Sie thematisieren die Probleme und Fragestellungen des ländlichen Raums (Leerstände, Abwanderung, wenige kulturelle Angebote, weite Fahrzeiten), sie nutzen die Chancen, die sich durch die Öffnung der Schule hin zur Gemeinde eröffnen.
 
Probleme und Lösungen:
Ein strukturelles Hindernis ist sicher, dass viele kleine Gemeinden wenig Geld für Kulturprojekte ausgeben und daher die Residenzen nur ideell unterstützen, d. h. die Leerstände mussten zumeist angemietet werden. Ein weiterer Stolperstein war mit Sicherheit die Schwierigkeit, Ansprechpartner zu finden, die als "Türöffner" in den Gemeinden fungieren können. Hier mussten die Theater unterschiedliche Strategien entwickeln. Die Öffentlichkeitsarbeit durch die regionale Presse und die Unterstützung durch Bürgermeister und Stadträte waren hier hilfreich. Mit den Schulen gab es in dem Programm wenig Probleme, da alle Angebote für die Schulen kostenfrei waren. Komplizierter waren Interventionen im öffentlichen Raum. Hier wurden die Künstler manchmal skeptisch beäugt.
 
Anekdotisches:
Im Rahmen der Ortserkundung durch die "Räuber von Orb"war auch ein Überfall der Kinder auf die örtliche Bank geplant. Die Künstler fragten zuvor an, ob dies möglich sei. Dies wurde aus Sicherheitsgründen von Seiten der Bank abgelehnt. Im Rahmen einer öffentlichen Aktion "sprechende Leerstände" wurden Radios vor den Leerständen postiert. Zu hören war u.a. folgender Text eines Jungen: Ich bin ein Haus, ich bin leer. Ohne Menschen. Das ist schade...Ja und das war's.
Die Polizei erschien und verlangte, dass die Radios von den Leerständen umgehend entfernt werden, da es sich um Sachbeschädigung handele.