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Schule der Dinge IV - Junge Sammler: Ausstellung
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Schule der Dinge V - ourhomestories: Drehtag im Museum
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Schule der Dinge V - ourhomestories: Kamerafahrt im Modell
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Schule der Dinge V - ourhomestories: Modellbau
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Schule der Dinge IV - Junge Sammler: Vorbereitung der Ausstellung
Das Museum - eine Schule der Dinge
Einrichtung / Künstler:
Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin
030 921 063 11
www.museumderdinge.de
 
Träger / Veranstalter des Programms:
Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin
030 921 063 11
www.museumderdinge.de
 
Verantwortliche Ansprechperson für die Wettbewerbsteilnahme:
Nicola von Albrecht (Vermittlung & kulturelle Bildung)
Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin
030 921 063 11
www.museumderdinge.de
 
Partnerschule(n):
marcel-breuer-schule (Oberstufenzentrum für Holztechnik, Glastechnik und Design)
Gustav-Adolf-Straße 66
13086 Berlin
030 912052175
www.marcel-breuer-schule.de
 
Weitere Partner:
ACT e.V. Führe Regie über Dein Leben!
_WFU Werkstatt für Unbeschaffbares
 
Altersgruppe:
Klassenstufen übergreifend
 
Anzahl der beteiligten Schüler:
ca. 60
 
Welche Fächer sind beteiligt? Klassen, Kurse, Projektgruppen?
Die Projekte werden mit ganzen Klassen durchgeführt, die neben der Fachhochschulreife eine dreijährige Ausbildung zum/zur Technischen Assistent/-in für Produktdesign absolvieren. Die Anzahl der projektbeteiligten Klassen variierte im Programmverlauf von einer Klasse zu Beginn über zwischenzeitlich sieben bis hin zu zwei bis vier Klassen, eine Größenordnung, die sich als am besten durchführbar erwies. Am Programm „Das Museum – eine Schule der Dinge“ haben bereits Klassen in allen Ausbildungsjahren teilgenommen. Am aktuellen Projekt „ourhomestories“ sind drei Klassen aus dem zweiten bzw. dritten Ausbildungsjahr beteiligt. Da die Kooperation mit dem Museum der Dinge in das schulinterne Curriculum integriert ist, ist die Projektarbeit Bestandteil des Lernfeld-Unterrichts für Produktdesign sowie des fachpraktischen Unterricht (z.B. Modellbau) und des IT-Unterrichts.
 
Stundenvolumen:
Der Lernfeld-Unterricht für Produktdesign umfasst 6 Unterrichtsstunden pro Woche. Hinzu kommen 4 Unterrichtsstunden für den fachpraktischen und 6 Unterrichtsstunden für den IT-Unterricht. Das Stundenvolumen, das insgesamt im Rahmen des Schulunterrichts für die Projektarbeit aufgewendet wird, kann aufgrund der Integration der Projekte in den Unterricht nicht eindeutig festgelegt werden. Für das aktuelle Projekt „ourhomestories“ steht ein Kontingent von 220 Stunden für unterrichtsunabhängige Workshops, 40 Stunden für Sprechstunden, Führungen u.ä. und 120 Stunden für Arbeitstermine mit Experten/-innen für Foto- und Filmarbeiten sowie die Gestaltung des Internetauftritts zur Verfügung. Für die Koordinierung des Projekts sind 125 Stunden veranschlagt. Dies entspricht in etwa auch dem Umfang der letzten drei Teilprojekte des Programms. Das Projekt findet in der Unterrichtszeit statt, d.h. die Schüler/-innen werden dafür teilweise auch vom Unterricht anderer Fächer befreit.
 
Personelle Ausstattung des Programms:
Sowohl im Museum als auch in der Schule gibt es jeweils eine Projektverantwortliche. Finanziert über Projektmittel wird die Projektverantwortliche im Museum sowie jeweils bis zu 10 freie Kulturschaffende. Die Projektverantwortliche auf Museumsseite gibt Workshops und übernimmt die Koordination des Gesamtprojekts, die organisatorische Abstimmung innerhalb des Museums und mit den externen Dozenten. Die Projektverantwortliche auf Schulseite kümmert sich um alle organisatorischen Belange in der Schule. Als Fachlehrerin für Produktdesign unterrichtet sie zudem den Lernfeld- und/oder IT-Unterricht. In die Projekte eingebunden sind bis zu 8 weitere Fachlehrer/-innen.
 
Vorstellung und Kurzbeschreibung:
Ein Museum für Produktkultur und Designgeschichte und eine Berufsschule mit Schwerpunkt Gestaltung arbeiten seit 2007 eng zusammen und sind der kulturellen (Aus-)Bildung in besonderer Weise verpflichtet:

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge hat sich weniger der Repräsentation von Geschichte verschrieben, als der Partizipation daran. Über den Charakter der gesammelten Gegenstände und die Art ihrer Präsentation will es einen Zugang zur Kulturgeschichte und gesellschaftlich aktuellen Themen vermitteln und für die Gestaltung und die Mechanismen der Konsumkultur sensibilisieren. Die marcel-breuer-schule, Oberstufenzentrum für Holztechnik, Glastechnik und Design, hat sich große Praxisnähe und offene, projektorientierte Lernstrukturen als Schulziele gesetzt.

Das Programm „Das Museum – eine Schule der Dinge“ und seine Einzelprojekte werden von beiden Einrichtungen gemeinsam konzipiert und sind in die jeweilige Struktur eingebettet. Das Museum schärft mit der Kooperation sein Profil als Lern- und Erfahrungsplattform. In der Schule werden Unterrichtsinhalte wie „Designprozess“, „Designfunktionen“, „Grundlagen der Gestaltung“, “Entwerfen von Kunststoffprodukten“, „Planung einer Präsentationsfläche“, „Entwurf von Raummöbeln“, „Innenraumgestaltung“ anhand konkreter, in den thematischen Projektablauf integrierter Aufgaben unterrichtet.

Workshops externer Dozenten eröffnen vielfältige Ein- und Ausblicke in kulturelle Arbeitsfelder und Berufsprofile: Produkt- und Kommunikationsdesign, Bühnenbild und Szenografie, Architektur, Bildende Kunst, Film und Fotografie, Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft, Theater, Schauwerbegestaltung/visuelles Marketing und Publizistik. Die Schüler/-innen knüpfen Kontakte zu erfolgreichen Akteuren kreativer Berufe. Vor allem aber lernen sie ganz ergebnisunabhängig unkonventionelle Herangehensweisen an Gestaltungsfragen kennen.

Das Programm beinhaltet museologische Schwerpunktthemen wie Sammeln, Forschen, Ausstellen und Vermitteln, sowie historische und aktuelle Themen, die sich in den Sammlungen und Ausstellungen des Werkbundarchiv – Museum der Dinge widerspiegeln.

So war „Wie Wohnen?“ von Beginn an eine der Kernfragen des Deutschen Werkbunds. Im laufenden Projekt (2015/16) entwickeln die Schüler/-innen in Auseinandersetzung mit historischen Wohnmodellen ihre individuellen Visionen zum Thema „Wohnen und Arbeiten in einem Raum“. Kulturhistorische Inputs, Workshops zu Methoden der Produktentwicklung, Modellbau, Filmset, biografischem Theater mit Schreibwerkstatt und Gestaltung eines Internetauftritts begleiten den Prozess. Höhepunkt ist die filmische Umsetzung der „homestories“, zu sehen auf einem eigenen Blog sowie verschiedenen Social Media-Kanälen.

Das für das kommende Schuljahr geplante Projekt soll das Thema der „Wohnungsfrage“ auf einer überpersönlichen Ebene vertiefen, das angesichts des Trends zur Urbanisierung, des Um- und Ausbaus und der Gentrifizierung ganzer Stadtteile und rasant steigender Mieten Gegenstand breiter öffentlicher Debatten ist. Durch den Zuzug Tausender Geflüchteter erhält die „Wohnungsfrage“ eine weitere gesellschaftspolitische Relevanz, die sowohl auf Museums- als auch auf Schulseite auf vielfältige Weise aktiv verhandelt wird.

Im Laufe des Programms wurde die Kooperation auf weitere Kultur- und Bildungspartner ausgeweitet. Neben der engen Verknüpfung der Projektarbeit mit dem Ausbildungsgang zum/zur Technischen Assistent/-in für Produktdesign wurden und werden im Rahmen der Projekte Formate entwickelt und erprobt, die unkompliziert auf andere Kontexte übertragbar sind: „In Szenarien denken“ ist beispielsweise nicht nur eine wirksame Methode für Produktentwicklung, sondern eröffnet generell kreative Gestaltungsräume. Die in Kooperation mit ACT e.V. - Führe Regie über Dein Leben! entwickelten Workshops zu biografischem Theater im Museum ermöglichen Kindern und Jugendlichen ganz persönliche Zugänge zu den Dingen und Räumen, Selbstermächtigung und -entfaltung.

 
Auslöser/Idee:
Seit Mitte 2006 wurde in Berlin auf Initiative des „Rats für die Künste“ mit verschiedensten Akteuren der kinder- und jugendkulturellen Bildung und Kulturpolitikern über ein zukunftsweisendes Programm „Offensive Kulturelle Bildung in Berlin“ diskutiert und 2007 in einem „Rahmenkonzept zur Kulturellen Bildung“ fixiert. Zwischen Berliner Bildungs- und Kultureinrichtungen sollten langfristige, befruchtende Kooperationen initiiert werden. Das Berliner „Projektbüro Kulturelle Bildung“ organisierte den Austausch aller Beteiligten.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge und die marcel-breuer-schule waren eines von 50 Kooperationspaaren (je eine Schule und eine Kultureinrichtung), die sich für eine drei- bis fünfjährige Zusammenarbeit verabredeten. Nicht kurzfristige Projektleistungen sollten im Vordergrund stehen, sondern die Gestaltung von Räumen, in denen eine systemische Verbindung erprobt werden konnte. Gegenseitige Unterstützung bei der Entwicklung des schulischen bzw. künstlerischen Profils, gemeinschaftliche Realisierung von Projektunterricht, Angebote von Praktika in den Gewerken und vieles mehr waren Merkmale eines intensiven und wechselseitigen Kennenlernens. Durch Mittel der PwC-Stiftung konnten elf Kooperationen, so genannte ZOOM-Patenschaften (später: Partnerschaften) durch das Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin exemplarisch begleitet und evaluiert werden, darunter „Das Museum – eine Schule der Dinge“.

 
Entwicklung:
Im Rahmen des ersten Projekts (2008/9) unter dem Programmlabel „Das Museum – eine Schule der Dinge“ analysierte eine Klasse kommunikative Darstellungs- und Ausstellungskonzepte des Museums und entwickelte auf der Basis ausgewählter Sammlungsbereiche des Museums eigene Präsentationskonzepte. Innerhalb der Kooperation erarbeitete Inhalte wurden in das schulinterne Curriculum integriert. Dieses Curriculum wurde Grundlage für die kommenden Ausbildungsjahrgänge. Zwischenzeitlich wurde die Zusammenarbeit auf sieben Klassen ausgedehnt.

Mit einem zweiten Projekt (2011/12) wurde die Kooperation inhaltlich akzentuiert und weiter ausgebaut: Thema war das mobile urbane Leben mit einem Fokus auf der aktuell sich wandelnden Wohn- und Esskultur. Abschluss und Höhepunkt war die von den Schüler/-innen selbst kuratierte Ausstellung „To Go or Not to Go“ im Museum der Dinge.

Für das erste und zweite Projekt erarbeiteten Schüler/-innen die Dokumentationen „Das Museum – eine Schule der Dinge“ und „To Go or Not to Go“, die in der Schule und im Museum erhältlich sind.

Mit einem dritten und vierten Projekt wurde die Ausweitung der Kooperation auf neue Kultur- und Bildungspartner erprobt: Beteiligt waren das Bauhausarchiv / Museum für Gestaltung, die Walter-Gropius-Schule Neukölln und Mitspielgelegenheit e.V., heute ACT e.V. - Führe Regie über Dein Leben!.

Ausgangspunkt des dritten Projekts "Das mobile Museum" (2013/14) war die Museumssammlung der „Werkbundkisten“: Nach 1945 für die Vermittlung in Schulen entwickelte Transportkisten mit beispielhaften Alltagsobjekten und Lehrmaterialien zur ästhetischen Bildung. Auf der Grundlage vielfältiger kreativer und theoretischer Recherchen im Museum (er)fanden die beteiligten Klassen in der Tradition dieser Kisten Produkte und mobile Präsentationsformen, um das Museum der Dinge in drei anderen Schulen vorzustellen. „Das Museum – eine Schule der Dinge III“ wurde im MixedUp-Wettbewerb 2014 als nachhaltige, innovative und impulsgebende Kooperation mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

„Sammeln und Ausstellen“ war das Thema des vierten Projekts (2014/15): Die Schüler/-innen bauten persönliche Sammlungen auf und entwickelten Vermittlungs- oder Werbestrategien, um aus ihren privaten Wunderkammern eine öffentlich wahrgenommene Sammlung zu machen. Wie deren Präsentation aussehen könnte, zeigte die abschließende Ausstellung „Junge Sammler“ im Museum der Dinge mit Satelliten in den zwei beteiligten Schulen.

Im laufenden fünften Projekt (2015/16) entwickeln die Schüler/-innen in Auseinandersetzung mit historischen Wohnvisionen ihre individuellen Wohn(t)räume.

Das aktuell brisante Thema der „Wohnungsfrage“ soll in einem weiteren Projekt auf einer überpersönlichen, gesellschaftlichen Ebene vertieft und die begonnene Ausweitung des Programms auf neue Kultur- und Bildungspartner fortgesetzt werden.

 
Besonderheiten:
Die Kooperation zwischen einer berufsbildenden Schule und einem Museum ist eine besondere Konstellation im Rahmen der Projekte zur kulturellen Bildung in Berlin. Die gemeinsamen Arbeitsvorhaben haben nicht nur Projektcharakter, sondern wurden in die schulische und museale Struktur implementiert und sind in den jeweiligen Alltag eingebettet. Durch die einzelnen Projekte des Programms wird die Kontinuität der Partnerschaft gesichert. Sie dienen dazu, der Kooperation weitere Impulse zu geben. Im Verlauf der unterschiedlichen Phasen des Programms wurde die Kooperationsarbeit ständig erweitert und modifiziert.

Die projektgemäßen Möglichkeiten des offenen Experimentierens werden genutzt, um die begonnene Ausdehnung der Kooperation auf zusätzliche Bildungs- und Kulturpartner sowohl strukturell als auch inhaltlich weiterzuentwickeln. Aufgegriffen werden historische wie auch aktuell gesellschaftlich relevante Themen, die in Bezug zu den Lebenswelten der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen. Im Rahmen der einzelnen Projekte werden übertragbare Formate erprobt, die auch Schüler/-innen anderer Schulen zugute kommen:

Insbesondere Kinder interessieren sich für Geschichten, die sich an die Dinge ihrer Umwelt knüpfen. Das in Kooperation entwickelte "Biografische Theater im Museum" nach dem partizipativen Ansatz von ACT e.V. – Führe Regie über Dein Leben! ermöglicht Schüler/-innen aller Altersgruppen und Schultypen eine emotionale Auseinandersetzung mit den Gegenständen des Museums und den eigenen, ganz persönlichen Dingen.

Kinder und Jugendliche werden durch einen bewussten Umgang mit gestalteten Dingen für ihre Umwelt sensibilisiert. Workshops zu Methoden der Produktgestaltung sind nicht nur für künstlerische Unterrichtsfächer relevant. Design in seiner Zielsetzung, das Leben zu strukturieren und zu erleichtern, kann allgemeine Fragen nach Ordnungen, Regeln, Konventionen und Kriterien von Qualität hervorbringen. In seiner Prozesshaftigkeit fördert Design Transferdenken. Designpädagogik unterstützt Kinder und Jugendliche darin, Wege zu entwickeln, um Probleme eigenständig zu lösen.

Auch die Auseinandersetzung mit museologischen Fragen kann für die eigene Lebenswelt sensibilisieren. Gleichzeitig ist der analytische und kreative Umgang mit den besonderen, „niedrigschwelligen“ Sammlungen des Werkbundarchiv – Museum der Dinge ideal geeignet, die Institution Museum als Zugang sowohl zur historischen als auch zur aktuellen Kultur zu erschließen und tiefer zu verankern.

Die Schüler/-innen treffen auf unterschiedliche Kunst- und Kulturschaffende und Arbeitsaufträge, die aus dem „richtigen“ Leben stammen könnten. Sie werden im Rahmen der Projekte selbst zu Spezialisten/-innen:

So leisteten sie als Museumsexperten/-innen im Rahmen des dritten Projekts "Das mobile Museum" (2013/14) “peer-to-peer“ einen nachhaltigen Beitrag zum Arbeitsfeld „Kulturvermittlung“.

Im Projekt „Junge Sammler“ (2014/15) wurde die Ausrichtung der musealen Arbeits- und Sammlungsfelder um jugendgemäße Fragestellungen und Interessen erweitert. Die neuen Sammlungen ergänzten die Sammlungen zur alltäglichen Produktkultur im Museum der Dinge bzw. funktionierten für diese wie ein Spiegel, der auch der internen musealen Reflexion diente.

Auch Kurator/-innen, Lehrer/-innen und Akteure aus den verschiedenen gestalterischen Bereichen konnten ihren „jungen“ Blick schärfen und ihren Horizont erweitern: „Das Museum – eine Schule der Dinge“ ist ein nachhaltiges Kooperationsprogramm auf Augenhöhe geworden.

 
Probleme und Lösungen:
Die Schüler/-innen erhalten nicht nur Feedback, Anregungen und Kritik von den betreuenden Lehrkräften und externen Dozenten, sondern auch von den Kurator/-innen bei verschiedenen Konsultationsterminen im Museum. Durch die andere Sichtweise der Kurator/-innen sind die Schüler gefordert, ihre Arbeit aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sich intensiv mit den für das Museum wesentlichen inhaltlichen Aspekten zu beschäftigen.

Dies und die prozesshafte, offene Struktur der Projekte, die manchmal im Widerspruch zu den Anforderungen des Schulunterrichts zu stehen scheint, trägt zu Beginn der Zusammenarbeit häufig zu einer Verunsicherung der Schüler/-innen bei, die sich aber im Verlauf der Arbeits- und Bildungsprozesse fast ausnahmslos in eine größere Selbstsicherheit gewandelt hat. Bei den meisten war ein hoher Zuwachs vor allem bei der Selbst- und Methodenkompetenz zu beobachten. Einige Schüler/-innen entwickelten ihre Organisations-, Strukturierungs-, Kooperationsfähigkeiten weiter, andere erweiterten ihre Kompetenzen hinsichtlich Toleranz- und Konfliktfähigkeit. Es gab Schüler/-innen, die plötzlich viel mehr Eigeninitiative ergriffen, selbstständig Entscheidungen trafen, Verantwortung übernahmen, mehr Einsatzbereitschaft und Selbstdisziplin zeigten, ihre Problemlöse- oder ihre Kommunikationsfähigkeit verbesserten. Durch die Inputs konnten sie zudem neue kreative Ansätze entwickeln, außerhalb ihrer gewohnten Strukturen arbeiten und eine andere Sichtweise auf die Dinge erlangen.

Nicht nur die Schüler/-innen, sondern auch Schule und Museum haben im Verlauf des Programms neue Erfahrungen gesammelt, positive Entwicklungen vollzogen und viel dazu gelernt in Bezug auf eine Verbesserung der Kommunikationsstrukturen sowie der Vermittlung der ihnen wichtigen Inhalte.

Auf der strukturellen Ebene besteht seit Beginn der Kooperation das Problem, dass eine Fortführung des Programms nur durch die Beantragung von Drittmitteln für Einzelprojekte erfolgen kann. Dies steht im Widerspruch zum Konzept einer kontinuierlichen Zusammenarbeit. Fünfmal wurde die Kooperation durch eine Projektförderung aus dem Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin ermöglicht. Lücken zwischen den einzelnen Projekten konnten zu einem kleinen Teil durch finanzielle Mittel der PwC-Stiftung, des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ sowie ein Preisgeld des MixedUp-Wettbewerbs überbrückt werden. Das aktuelle Projekt „our homestories“ wird noch einmal über den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung finanziert. Für eine Fortführung des Programms in der Zukunft müssen neue Wege gefunden werden.

 
Anekdotisches:
Die Verzahnung der Projekte mit dem schulinternen Curriculum ist einer der großen Erfolge des Programms. Manchmal geraten dabei frei flottierende Projektvisionen auch in Konflikt mit den realen Anforderungen des Lehrplans. Hatten wir bei der Planung des Projekts „To Go or Not To Go“ die kühnsten Visionen wie „Picknicks auf fliegenden Teppichen“, so mussten wir ernüchtert feststellen, dass der Lehrplan für die Entwicklung des Mobiliars den Einsatz von Plattenwerkstoffen vorschrieb. Die Kreativität der SchülerInnen lief dennoch zu Höchstleitungen auf. Sie erfanden wunderbare, überraschende Lösungen für gemeinschaftliches Essen unterwegs wie Möbel im Trolley oder auch unter den Arm zu packende, überall anzuknüpfende Schaukeln – aus Plattenwerkstoff.